Wanderwach & Kaffee
Wanderwach & Kaffee erzählt Stories von unterwegs auf den langen Strecken! Mareike spricht mit unterschiedlichen Gästen über ihre Erfahrungen und Erlebnisse: Warum macht man „so was“? Was erlebt man unterwegs? Was macht das mit einem? Wie geht das Leben danach weiter? Der Podcast soll inspirieren, Mut machen, zum Nachdenken anregen und auch die Story hinter der Story erzählen. Folgt Wanderwach & Kaffee auch auf Instagram @wanderwach_kaffee_podcast Dort könnt ihr euch auch gern melden, wenn ihr selbst Lust habt, von den eigenen langen Wegen zu erzählen.
Wanderwach & Kaffee
Daina über den Sentiero Italia
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In dieser Episode von Wanderwach & Kaffee begrüße ich eine Gästin, die vielen von euch bereits bekannt sein dürfte: Daina ist zurück! Nachdem sie uns bereits von ihrem Thruhike auf dem Arizona Trail berichtet hat, widmen wir uns heute einem Projekt, das oft als die europäische Antwort auf den Pacific Crest Trail gehandelt wird – dem Sentiero Italia.
Der „Grand Italian Trail“ gilt mit seinen rund 7.850 Kilometern und 350.000 Höhenmetern als einer der längsten Bergwanderwege der Welt. Daina hat davon beeindruckende 3.620 Kilometer zurückgelegt und berichtet in dieser Folge von ihrer Wanderung.
Daina nimmt uns mit in die Planung und Logistik eines Trails, der weit weniger erschlossen ist, als man bei einem europäischen Weg vermuten würde. Wir sprechen über die Herausforderungen bei der Unterkunftssuche – von überfüllten Hütten im italienischen Ferienmonat August bis hin zu verschlossenen Selbstversorgerhütten im September – und warum ein eigenes Zelt auf diesem Trail absolut unverzichtbar ist. Daina teilt ihre Erfahrungen mit der extremen Einsamkeit, den hervorragenden Markierungen und den gleichzeitig oft überwucherten Pfaden, die den Wanderalltag prägen. Zudem erfahrt ihr, warum fundierte Resupply-Logistik und ein hohes Maß an Frustrationstoleranz nötig sind, wenn die kulinarischen Highlights Italiens hinter geschlossenen Ladentüren und komplizierten Öffnungszeiten verschwinden. Auch das Thema Sicherheit kommt nicht zu kurz, wenn Daina von ihren Begegnungen mit der Tierwelt und brenzligen Momenten mit Herdenschutzhunden berichtet.
Hört rein und lasst euch inspirieren von einem Trail, der zwar technisch anspruchsvoll und logistisch fordernd ist, aber dafür mit unberührter Natur und echter Stille belohnt.
Viel Spaß beim Hören!
Eure Mareike
Daina bloggt über ihre Wanderungen: https://weitwanderfrau.blogspot.com/
Informationen über den Sentiero Italia auf der Website des Trails
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Auf ...
Dina ist zurück. Sie war schon einmal bei mir zu Gast und hat über ihren Through Hike auf dem Arizona Trail erzählt. Auch ein Shorten Dirty hat sie mir geschickt, also Dina ist keine Unbekannte. Und ich habe es in der letzten regulären Episode schon als Cliffhanger angedeutet. Nämlich, dass ich mit einer Gästin sprechen werde, die auf einem Trail unterwegs war, der teilweise als sehr gute Alternative zum Pacific Crest Trail gehandelt wird. Also, demzufolge, Dina, erzählt uns heute von ihrem Hike auf dem Centero Italia. Ich bin gespannt, kann dieser Trail eine gute Alternative zum PCT sein? Und damit herzlich willkommen bei einer neuen Episode von Wanderwach und Kaffee. Mein Name ist Mareike, ich liebe das weite Wandern und rede in meinem Podcast mit Gästen, denen es ganz genauso geht. Ihr findet Wanderwach und Kaffee toll und wollt den Podcast und meine Arbeit unterstützen? Das könnt ihr tun, indem ihr den Podcast natürlich abonniert und möglichst viele Sterne verteilt. Ihr könnt euch auch bei Wanderwach Plus anmelden, der Wanderwach-Community. Und dann erhaltet ihr Zugriff auf Bonusfolgen und den Community-Newsletter. Mit eurer Unterstützung kann ich Wanderwach und Kaffee weiterhin regelmäßig anbieten und spannende Gäste einladen, die von interessanten Trails erzählen. So, und jetzt viel Spaß beim Hören. Ich bin gespannt, wie es auf dem Centero Italia ist. Hallo und herzlich willkommen bei Wanderwach und Kaffee, liebe Dina. Herzlich willkommen, liebe Mareike. Ich freue mich schon sehr. Ja, und du bist ja, du bist ja keine neue Gästin bei mir, denn du bist jetzt schon das zweite Mal bei mir im Podcast, beziehungsweise das stimmt ja gar nicht. Du warst nämlich auch schon mal mit einem Short and Dirty Beitrag bei mir im Podcast. Also das heißt, du hast über den Arizona Trail bei mir regulär mal berichtet im Podcast und mit dem, oje oje, hoffentlich kriege ich die Aussprache des Trails jetzt hin, Higherwash Trail in Peru. Der Ywash Trail. Ich wusste es, dass ich das mal wieder nicht gut hinkriege. Und genau, du hast im Short and Dirty Format diesen tollen Y-Wash-Trail vorgestellt. Also, alles nichts Neues. Ich freue mich sehr, dich wieder bei mir im Podcast zu haben. Und heute reden wir auch über einen super interessanten Trail, auf den ich schon extrem gespannt bin. Denn du hast uns den Sentiero Italia als Trail für unsere heutige Episode mitgebracht. Aber wie immer, bevor wir beginnen, liebe Daina, kannst du dich bitte kurz vorstellen? Wer bist du? Wo bist du und was machst du, wenn du nicht mit mir im Podcast über deine Weitwanderungen sprichst?
SPEAKER_00Ja, erstmal Hallo an alle Zuhörer. Mein Name ist Daina und ich bin leidenschaftliche Weitwandererin. Als ich über den Arizona Trail berichtet habe, das war einer meiner ersten Trails, wo ich noch nicht so erfahren war, aber inzwischen habe ich so, ich würde sagen, etwa 11.000 Kilometer an Wandererfahrung auf dem Tacho. Also es hat sich einiges getan. Ich war viel in der Welt unterwegs, vielfach in Europa, aber auch in Südamerika und natürlich in den USA. Genau. Und ich wohne in Deutschland im Süden, im schönen Garmisch-Partenkirchen, beziehungsweise im Landkreis. Und ja, wenn ich nicht wandere, dann arbeite ich als Sozialarbeiterin. Genau, das kurz zu mir.
SPEAKER_01Wir kommen jetzt mal zum Sentiero Italia und ich würde gerne damit starten, wie du überhaupt hingekommen bist, bevor ich weiterfrage.
SPEAKER_00Meinst du damit, wie ich physisch hingekommen bin oder wie ich auf den Sentiero Italia gekommen bin?
SPEAKER_01Also erstmal, wie du physisch zum Sentiero Italia gekommen bist, weil, wie gesagt, ich habe jetzt die These in den Raum gestellt, dass man da vielleicht auch relativ günstig anreißen kann. Und warum du dich für den Sentiero Italia entschieden hast, die Frage stelle ich dir dann danach.
SPEAKER_00Okay. Also wie ich da, also ich habe das so gemacht, ich bin ohne Flugzeug hingekommen. Das war immer bei diesem Toil wichtig, dass ich da mit, sagen wir mal, umweltschonenderer Art und Weise hinkomme. Natürlich auch ohne Auto. Ich habe kein Auto und B, ist das ein Auto fürs Weitband dann eher ungünstig, wenn man das irgendwo parken müsste. Denn keine Ahnung, steht das darum. Ja, also es gibt durchaus auch günstige Verbindungen. Also man kann auch mit dem Flixbus nach Italien fahren. Wenn ich jetzt irgendwie in die italienischen Alpen möchte, ist tatsächlich die Anreise für mich kurz. Da kann ich am gleichen Tag losfahren und am gleichen Tag auch loswandern. Ich bin aber im Sentiero Italien jetzt nicht in den Alpen gestartet, sondern ich bin im südlichsten Teil von Piemont gestartet, weil ich ab Ligurien beginnen wollte, also wo die Alpen dann quasi auch schon enden und in die Apenninen übergehen. Also ich wollte den nicht-Alpinen Teil, also nicht Alpinen in Anführungsstrichen, weil der eben fast genauso bergig ist, gehen. Aber halt der Teil, der nicht zu den Alpen gehört. Genau, und da bin ich mit dem Zug hingefahren. Und es gibt ganz gute Zugverbindungen. Gerade die italienische Eisenbahn hat mir sehr zugesagt. Auch zumindest zuverlässiger als die Deutsche Bahn, was das aber jetzt nicht, sondern die schwierig ist. Und ja, also ich musste dann aber schon zwischen übernachten, weil die Fahrt schon weit war. Also ich musste ja mal komplett über die Alpen rüber, musste dann auch zweimal um zwei, dreimal umsteigen. Aber es ging am nächsten Tag, konnte ich in einen Bus steigen und konnte losgehen. Also das war jetzt nicht zu kompliziert. Also es war dann diesmal weiter weg als ein deutsches Mittelgebirge.
SPEAKER_01Okay. Okay, also wie du physisch zum für dich ausgewählten Startpunkt gekommen bist, wissen wir jetzt. Aber warum hast du dir den Sentiero Italia ausgewählt?
SPEAKER_00Ja, diese Wahl habe ich relativ kurzfristig getroffen und zwar erst im Mai. Also ich bin im Juli los. Also zwei Monate vorher habe ich die Auswahl getroffen und auch die Vorbereitung begonnen. Also es war relativ kurz und knapp. Deswegen hatte ich jetzt auch nicht so mega viel Zeit, aber ich hatte tatsächlich jetzt wieder von Christine Türmer davon gehört, weil die ist 2020, meine ich, den Trail gegangen. Und zwar, weil Italien eines der ersten Länder war, was sich in den Corona-Jahren halt sich für Touristen geöffnet hat. Genau. Und da hatte ich mal einen Bericht von ihr gelesen und so ein paar Facebook-Beiträge und dachte, ja, das ist eine gute Idee. Also eigentlich hatte ich vor, die Pacific Quest Trail zu gehen. Aber da ich erst im Judy loskonnte, war das zeitlich viel zu spät dran. Und auch für Norwegen war ich eigentlich schon wieder zu spät. Es war auch nicht mehr so die optimale Zeit, um dort noch loszugehen und dann vor dem Winter Ivo anzukommen. Ja, und dann dachte ich, ja, gehe ich doch mal durch Italien. Das klingt doch auch ganz nett. Also, was mich halt gereizt hat, war halt so die Info darüber, dass die Wege ganz gut markiert sind, dass der Trail ganz spannend durch schöne Landschaften führt und man überwiegend oben am Berg ist und auch ziemlich Zivilisation, also ziemlich viel Abstand zur Zivilisation hat. Also, ja, also. Ich würde sagen, ich habe mich jetzt informiert über den Centurio Italia, aber halt auch nicht überinformiert. Ich habe dann mit der Vorbereitung begonnen, also die wichtigen Sachen aufgelistet. Also ich habe mir die GPX-Dateien runtergeladen, habe mir aufgeschrieben, wo sind Einkaufsmöglichkeiten, wie sind die Öffnungszeiten, wo komme ich durch Dörfer, wo sind irgendwie Hütten, wo ich übernachten kann, dass ich Daten so quasi auf eine Liste habe und natürlich auch, wie viele Kilometer sind das, dass ich so groben überlegen konnte, wie lange werde ich wohl in etwa brauchen, bis ich mein Ziel erreiche.
SPEAKER_01Ich kann mir gut vorstellen, dass für ganz viele unserer Zuhörenden der Sentiero Italia relativ unbekannt ist, vielleicht den Namen an sich schon mal gehört und wissen auch, dass es einen Fernwanderweg gibt. Aber lass uns mal ein paar Informationen zusammensammeln. Also von wo bis wo verläuft der Trail? Wie lang ist der Trail? Wo führt der Trail lang? Gibt es da auch Alternativrouten? Weil ich meine, da heute was auf der Karte gesehen zu haben, als ich da nochmal ein bisschen recherchiert habe. Lass uns da vielleicht die ein oder andere Information mal zusammentragen. Also vielleicht kann ich den Einstieg machen und ganz banal sagen, dass Sentiero Italia so etwas heißt wie der Grand Italian Trail, also der große italienische Wanderweg. Aber wie lang ist der eigentlich?
SPEAKER_00Also, der Sentiero Italia beginnt in Triest in den südlichen Alpen und der wandert einmal komplett durch die italienischen Alpen, immer auf der italienischen Seite selbstverständlich. Und dann geht er in Ligurien über von den Alpen in die Apenninen und geht einfach komplett rüber in die Stiefelspitze und den Stiefelabsatz und endet zum Beispiel in Reggio di Calabria. Das war mein Endpunkt auf dem Festland. Und dann führt da, hat er noch einen weiteren Teil und zwar führt er auch durch die Inseln. Einmal Sizilien und Sardinien. Also es gibt quasi drei Bereiche, Alpen, Apenninen Festland und Sardinien und Sizilien. Das sind so die Hauptpunkte. Und es gibt auch so Nebenwege. Also zum Beispiel, ich bin jetzt in die Stiefelspitze gegangen, nach Recchio di Calabria. Man kann auch den Stiefelabsatz gehen durch Apulien. Das ist auch mal eine Möglichkeit. Das bin ich auch noch nicht gegangen, würde mich aber durchaus auch reizen, diese Region nochmal zu erkunden. Und könnt mir auch vorstellen, dass das auch eine Möglichkeit wäre für die eher kältere Jahreszeit. Genau. Und der Sentiero Italia is insgesamt, also ich habe es jetzt nicht nachgerechnet, es ist halt was, die halt vom Angeben, 7850 Kilometer lang und hat 350.000 Höhenmeter. Bergauf.
SPEAKER_01Wahnsinn.
SPEAKER_00Genau, also es ist Wahnsinn. Also sie selber behaupten, es ist der längste Bergwanderweg der Welt.
SPEAKER_01Wow! Und wie viele Kilometer von diesen fast 8000 Kilometer bist du gegangen?
SPEAKER_00Also ich bin 2022 3111 Kilometer gegangen. Und 2024 bin ich auch durch Sardinien gegangen. Ich habe allerdings nicht die komplette Insel geschafft, weil ich aus privaten Gründen vorzeitig nach Hause musste. Und da bin ich dann 509 Kilometer gegangen. Das waren zusammen etwa 3620 Kilometer. Wobei ich sagen muss, ich tracke jetzt nicht, wenn ich unterwegs bin, weil das einfach zu viel Energie kostet. Also das würde ich nur machen, wenn es zwingend notwendig ist. Oder vorgeschrieben oder irgendwie so. Weil ich habe die Erfahrung gemacht, dass wenn ich tracker, das mache ich manchmal auf Tagestoun oder vielleicht auch mal, wenn ich so einen Overlighter mache, dass denn der, das, was man eigentlich geht, doch nochmal so 10% länger ist als das, was die App so anzeigt. Also die Kilometer, die ich jetzt nenne, sind die Kilometer, die quasi von Kobot berechnet worden sind.
SPEAKER_02Ah ja.
SPEAKER_00Also kann sein, dass es echt noch ein bisschen mehr ist. Aber ja, 3600 Kilometer waren das jetzt in Italien. Und ich bin jetzt dieses Jahr auch noch in den Alpen unterwegs gewesen, allerdings nicht auf dem Sentiero Italia, sondern auf dem Sentiero della Pace, dem Friedensweg. Der kreuzt allerdings in Sentiero Italia sehr oft und führt auch mal für ein paar Kilometer gleich. Und da war ich also knapp über 600 Kilometer unterwegs. Also deswegen würde ich jetzt auch gern durchaus den Albteil in den Alpen mit einfließen lassen, auch wenn ich jetzt in Sentiero Italia in den Alpen noch nicht gegangen bin. Aber ich denke, die Wege, das ähnelt sich schon. Also kann da durchaus was zu sagen.
SPEAKER_01Okay. Reizt dich das auch, die kompletten 7800 Kilometer zu gehen? Also Stiefel Spitze, Stiefel Absatz, den Alpenbogen auf italienischer Seite, Sardinien bist du gegangen, Sizilien käme da ja noch in Frage. Sizilien bin ich gegangen. Komplett bist du gegangen?
SPEAKER_00Ja, genau, auch 2022. Ah, so im Anschluss. So zum Ende her.
SPEAKER_01Aber reizt dich das, reizt dich das wirklich alles komplett zu machen?
SPEAKER_00Ja, auf jeden Fall reizt mich, das komplett zu gehen. Gerade in den Alpen könnte ich mir das auch vorstellen, da irgendwann nochmal so ein Anschlussprojekt zu machen, dass ich halt die Teile gehe, die ich noch nicht gegangen bin. Wobei ich jetzt nicht weiß, ob ich zum Beispiel die Bereiche, die jetzt nahe dem Centiero della Pace liegen, wo ich jetzt quasi den Weg schon ständig gekreuzt habe, ob ich das dann komplett nochmal gehen würde. Ich würde vielleicht da irgendwie so einen Anschluss mir basteln, dass ich dort anschließe, wo ich jetzt aufgehört habe. Dass ich dann vielleicht einmal so eine komplette Alpendurchwanderung zusammenkriege. Das würde mich jetzt reizen. Und dann halt überwiegend auf eine Sentiero Italia. Ich könnte mir aber durchaus auch mal vorstellen, auf französischer Seite zu wandern, weil da habe ich auch gehört, dass das ja gut sein soll und dass es in Frankreich in den Alpen mit dem Zelten etwas einfacher sein soll.
SPEAKER_01Ah ja.
SPEAKER_00Das würde mich auch reizen.
SPEAKER_01Da sprichst du gleich was an. Wie war es denn auf dem Trail mit Unterkünften, beziehungsweise mit Zelten? Kann man Wildzelten? Gibt es Campingplätze oder muss man sich so ein bisschen in so einer Grauzone bewegen und hin und wieder auch auf Unterkünfte zurückgreifen?
SPEAKER_00Also es ist Letzteres in der Realität. Also in der Theorie, wenn man jetzt den digitalen Guide oder die Website vom CI anschaut, ist es so, dass der Sentiero Italia eigentlich von Unterkunft zu Unterkunft geht. Aber ich würde das nicht empfehlen, das auch so zu machen. Zumindest nicht, wenn man in Alpen unterwegs. In den Alpen würde ich sagen, ja, das ist gut machbar. In den Alpen gibt es eine gute touristische Infrastruktur. Da gibt es verlässliche Berghütten, also vom CI, vom Club Alpino Italiano. Da muss ich jetzt auch sagen, der Club Alpino Italianer hat den Centero Italia entworfen. Die haben das ganze Projekt ins Leben gerufen. Also kommen von denen und die sind halt auch gut ausgestattet und haben sehr viele Mitarbeiter, ähmitglieder. Das kann man sich so ähnlich vorstellen. Oder ist eigentlich quasi das italienische Perdon zum Deutschen Alpenverein. Ich denke, den DAV kennen ja sehr viele und ich bin zum Beispiel selber auch Mitglied. Genau, also theoretisch ist es so, man sollte von Unterkunft zu Unterkunft gehen. Aber wenn man jetzt da gehen möchte, wo ich 2022 unterwegs bin, und das heißt Südliche Alpen, hiebst da so ein paar Punkte, die das Ganze ein bisschen schwierig machen.
SPEAKER_01Okay, dann erzähl mal, was macht es schwierig?
SPEAKER_00Und warum ich das nicht empfehlen würde. So, erstmal. Es gibt eine touristische Hauptsaison in Italien, das ist insbesondere der August. So ein bisschen auch schon der Juli, aber ganz besonders der August. Also im August haben die Italiener Ferien und traditionell sind die Italiener in ihrem eigenen Land unterwegs. Und das führt dazu, dass sehr viele Unterkünfte einfach ausgebucht sind. Ganz besonders um Maria-Himmelfahrt herum ist quasi so gut wie ganz Italien ausgebucht, habe ich so über den Eindruck, wenn ich denn da hinterkriege, weil irgendwie so gut wie nichts. Auch letztes, also dieses Jahr, wollte ich in der Nähe von Trient eine Unterkunft finden oder sogar in der Stadt selber. Das ist ja eine große Stadt, wo eigentlich hunderte von Unterkünften sind. Dann gebe ich bei Booking dieses Datum an, aber genau dort kam ich dort an und hätte jetzt eigentlich gern da eine Übernachtung gehabt. Ja, das zeigten mir Booking an. Vier Unterkünfte verfügbar in einer Großstadt. Von Hunderten, weil die anderen alle ausgebracht, ja sicher. Also das hat dann dazu geführt, dass ich nicht in einer Unterkünft übernachtet habe, weil es war einfach viel zu schwierig. Genau, also wenn man denn schon merkt, dass selbst in einer großen Stadt das schwierig ist in dieser Zeit, man kommt auf dem Sentio Italia überwiegend durch kleine Dörflein durch und da gibt es jetzt auch nicht so die große Auswahl. Unterkünder ist es ja so vielleicht, dass es so ein, zwei Pensionen, ein Hotel oder sowas gibt und die sind in dieser Saison oft ausgebucht. Das heißt, wenn man die nutzen möchte, ist es sinnvoll und ratsam, die vorzubuchen. Und zwar eine gewisse Zeit vor und voraus. Das ist aber, wenn man jetzt so eine richtig lange Wanderung machen möchte, nicht realistisch, weil ich weiß ja gar nicht, wann ich dort ankomme und für welches Datum soll ich denn bitte drei Wochen im Voraus buchen. Das weiß ich ja gar nicht. Also das würde nur denn funktionieren, wenn man jetzt zum Beispiel sagt, okay, ich habe jetzt ein, zwei Wochen Urlaub und ich möchte von Hütte von Unterkunft zu Unterkunft wandern und man kann das alles von zu Hause aus planen, aber das geht bei so einer Langwand auch nicht. Genau, etwas einfacher ist das, wenn man den CAI-Hütten übernachten möchte, da kriegt man eher auch mal einen Schlafplatz. Die sind eher so ähnlich wie Hostels. Ich weiß nicht, viele kennen vielleicht die DAV-Hütten. Die CAI-Hütten sind eigentlich ja genauso. Die können aber auch ausgebucht sein. Und die gibt es auch in den Apenninen oder? Ja, genau, die gibt es auch in den Apenninen. Also der Club Alpine Italiano ist in komplett Italien aktiv. Es gibt doch aber nicht so viele Hütten wie in den Alpen, deutlich weniger und die sind auch nicht immer geöffnet. Also ich kam schon auch in Ligurien, gerade in Ligurien ist es sowieso schwierig, häufig auch mal Hütten vorbei, die einfach geschlossen waren. Jetzt nicht, weil die dauerhaft geschlossen wären, sondern weil die einfach zum Beispiel nur bestimmte Zeiten offen sind. Oder ist es manchmal auch so, dass man für die Hütte einen Schlüssel braucht, dass es eine Selbstversorgerhütte ist, die man mit einem Schlüssel öffnen kann. Aber halt dieser Schlüssel ist jetzt nicht irgendwie da in der Nähe, sondern da müsste man dann in die nächste Stadt gehen, wo man sich den Schlüssel überholen kann. Natürlich habe ich jetzt aber kein Auto in meinem Rucksack drin, wo ich jetzt mal eben über die nächste Stadt fahren kann. Deswegen ist das dann auch wieder schwierig. Also, das ist dann eher etwas, was realistisch ist, wenn man da in der Nähe wohnt und dann vielleicht für ein verlängertes Wochenunterweg ist und das alles vorher organisieren kann. Ja, und bei diesen CAI-Hütten, ich habe festgestellt, so irgendwann spätestens ab Mitte September sind die meisten sowieso geschlossen oder nur noch am Wochenende geöffnet. Das heißt, wenn man sich außerhalb dieser Hauptsaison bewegt, wo vieles ausgebucht ist, sind dann viele Hütten auch noch geschlossen. Und wenn man denn kein Zelt hat, dann steht man ziemlich doof da. Es gibt auch noch ein paar Bivaküten am Weg, in denen man, die ja häufig offen sind, wo man dann einfach kostenlos und unangemeldet übernachten kann. Die sind aber auch sehr einfach ausgestattet, also da braucht man zumindest Schlafsaug und Isomatte. Aber ja, also wie gesagt, das macht es schwierig. Und manchmal gibt es auf dem Sentiar Italia auch so Abschnitte. Das kriegt man dann auch erst raus, wenn man das alles plant und sich genau anschaut. Dann ist es so, dass Etappenende, ja, also eine Unterkunft gibt es hier nicht, aber da ist ein Picknickplatz, da könnte man doch zelten. So einen Kommentar liest man auch mal. Oder ja, die Etappe endet an Passstraße sowieso. Eine Unterkunft gibt es hier nicht, einen Bus gibt es auch nicht, aber man könnte doch im nächsten Ort irgendwie die Unterkunft fragen, ob die einen abholen würde. Wo ich mir denke, ja, super, ohne Italienisch-Kenntnisse, wie soll ich das bitte machen? Also deswegen würde ich jetzt jedem, der den Centiaritar gehen möchte, jetzt außerhalb der Alpen unterwegs sein möchte, empfehlen, zumindest ein Zelt dabei zu haben. Selbst wenn man jetzt vielleicht sagt, ich würde jetzt eigentlich eher in Unterkünften übernachten. Einfach damit man auf der sicheren Seite steht. Und nicht ohne Unterkunft darstellen und nicht weiß, wo man schlafen kann.
SPEAKER_01Wie muss man sich das generell vorstellen? Also du sagtest schon, im August ist ganz Italien gefühlt unterwegs und Italien ist natürlich auch ein super beliebtes Reiseziel für Deutsche und nicht nur für Deutsche, sondern für ganz viele andere europäische Länder genauso. Und ich denke, wenn man entlang der Mittelmeerküsten unterwegs ist oder natürlich Rom, Florenz, Mailand, die großen bekannten Städte, Neapel, dann mit Pompeji, die Ausgrabungsstätte und so weiter und so fort. Da ist schon eine ganze Menge los. Aber wenn man dann oben in den Appeninden unterwegs ist, wie ist es da mit dem Überlaufensein, sag ich mal, oder ist man da relativ allein auf weiter Flur unterwegs?
SPEAKER_00Ja, also da kann ich auch eine lustige Anekdote zu erzählen. Und zwar, als ich aufgebrochen bin, hat mein Mann mich verabschiedet mit den Worten, du wirst die nächsten Wochen lauter Deutsche treffen. Italien ist bevölkert von deutschen Urlaubern. Ich bin natürlich in der Hauptzeit Mitte Juli der deutschen Ferien los und habe dann auch entsprechend erwartet, dass ich doch bestimmt jetzt, wie spätestens alle paar Tage Deutsche treffe. Ich habe sechs Wochen lang keinen einzigen Deutschen getroffen, die ersten sechs Wochen. Und selbst danach waren Deutsche sehr, sehr rar. Also ich habe hin und wieder auch mal ein deutsches Kennzeichen gesehen. Aber deutsche Menschen, die irgendwie in meiner Nähe waren, die ich hören konnte, selten. Also wirklich selten. Und ich habe ziemlich schnell festgestellt, dass man auf dem Central Italia sehr einsam unterwegs ist. Also es ist jetzt nicht so, dass man überhaupt niemanden trifft und immer alleine ist, aber man trifft wenige Touristen, vor allem wenige ausländische Touristen, eher mal einheimische oder vielleicht ein paar Tagesausflügler, die da ja vielleicht Pilze sammeln geht, die trifft manchmal so Pilzsammler oder vielleicht mal welche, die so auf einen Gipfel gehen und dann wieder halt nach Hause gehen, die trifft man manchmal, gerade so im August natürlich. Aber es war tatsächlich der einsamste Trail, den ich bisher gegangen bin. Also es war eigentlich sogar einsamer als in Norwegen. Ja, guck an. Obwohl Norwegen so dünn besiedelt ist. Und das ist eigentlich schon etwas verwunderlich. Da würde man vielleicht so gar nicht mit rechnen. Weil, also die Bevölkerungsdichte in Italien ist eigentlich ziemlich hoch. Italien hat natürlich 59 Millionen Einwohnern, die Bevölkerungsdichte liegt bei 196 Menschen pro Quadratkilometer. Das ist jetzt nur ein bisschen weniger als in Deutschland. Also in Deutschland liegt die Bevölkerungsdichte bei 234 Menschen pro Quadratkilometer. Und ich vermute, in Deutschland ist man meistens nicht so alleine. Das ist auf dem Sentiero Italia aber tatsächlich anders, weil man bewegt sich erstaunlich weit weg von der Zivilisation in einem eigentlich dicht besiedelten mitteleuropäischen Land. Das ist etwas, das mich selber auch überrascht hat. Also Christine Türmer hatte das auch erwähnt, aber es war dann ja doch viel stärker ausgeprägt, als ich das so gedacht habe.
SPEAKER_01Aber wie hat sich der Weg dann gezeigt? Also ich war zum Beispiel im Juni-Juli in Neufundland unterwegs und der East Coast Trail, es gibt Thru-Hiker oder es gibt auch Section Hiker, aber man sieht dem Trail an, dass er relativ wenig Wanderne sieht. Das heißt, es war überwuchert und überwachsen und man musste sich da teilweise durchkämpfen. War das auf dem Sentiero Italia ganz ähnlich, weil gerade wenn da wenige Wandernde da durchgängig unterwegs sind, muss man sich da so ein bisschen durchkämpfen und muss sich seinen Weg suchen.
SPEAKER_00Ja, das ist definitiv der Fall. Also das, was aber, was ich erstmal positiv sagen möchte, ist, die Wege sind auf dem kompletten Sentiero, also die kompletten 3600 Kilometer, die ich gegangen bin, erstaunlich gut markiert, wenn nicht sogar sehr gut markiert. Also die meisten Abschnitte sind durchgängig markiert. Es gibt auch sehr viele Schilder, die den Sentiero Italia ausweisen, die die richtige Richtung weisen. Also die Markierungen sind erstaunlich gut für einen Schwell, der so wenig begangen ist und der in der Bevölkerung kaum bekannt ist. Also ich bin durch Dörfer gegangen, wo das Centiero Italia mit der Abkürzung SI markiert ist und die Anwohner haben noch nie was davon gehört und wussten gar nicht, dass dieser Weg durch ihr Dorf durchführt. Das habe ich mehrfach festgestellt. Das war eigentlich interessant. Aber der Weg selber, ja, der ist tatsächlich manchmal zugewachsen. Das würde ich sagen, muss man auch wissen, weil das muss man auch mögen. Es gibt aber unterschiedliche Arten von zugewachsen. Also relativ häufig schon in Ligurien und im Bereich Toskana Emilia Romana, das sind noch die nördlicheren Bereiche, die ich gegangen bin. Da ist es so, dass der Weg überwiegend mit hohem Gras, mit Fahnen zugewachsen ist, durchaus auch hoch, auch gern mal Brusthoch, aber da kommt man gut durch. Das ist nicht stachelig, das tut nicht weh, das ist einfach nur ein bisschen nervig vielleicht, aber ich finde es ganz okay. Es hat mich jetzt gar nicht so gestört. Aber es gibt, gerade wenn man noch ein bisschen weiter südlicher geht, auch sehr viele Brombeeren in Italien. Ich hasse Brombeeren. Also nicht die Früchte, die finde ich toll. Aber dieses gestrübt. Es hat Stacheln, das ist super dornig, das ist hart, man kann die jetzt nicht so gut irgendwie beiseite schlagen, die wuchern unglaublich. Und da gibt es immer wieder Abschnitte, wo halt so Brombeerrang irgendwo runterrang immer dann aufpassen muss, dass die sich nicht im Rucksack verfangen und einem irgendwas kaputt machen oder dass man sich daran wehtut. Und es gibt auch Abschnitte, die ziemlich zugewachsen sind mit diesem Stachelzeugs. Und ich fand es ganz gut, da sich immer vorher zu informieren. Und zwar ich habe mich vorbereitet mit der Website varsentiero.org, da gibt es nämlich Etappenbeschreibungen und da wurde dann auch immer auf diese darauf hingewiesen, wenn der Trail in so einem Zustand war. Also da habe ich dann immer eine ganz gute Übersicht bekommen, was mich halt so erwartet. Und das hat mir dann auch persönlich geholfen, einfach auf euch mich vorbereiten konnte oder wenn es zu schlimm war, auch eine Alternative planen konnte. Das habe ich auch vereinzelt mal gemacht, weil ich dachte, oh nee, da jetzt drei Kilometer, die ich durch Brombergestrückschlagen habe, möchte ich jetzt auch nicht, da laufe ich doch jetzt mal irgendwie nochmal drei Kilometer auf der Vorstraße weiter. Das habe ich dann auch mal gemacht.
SPEAKER_01Wie hieß die Website nochmal, die du gerade erwähnt hast, mit der du geplant hast?
SPEAKER_00Varsentiero.org. Ich kann sie dir gerne schicken für die Shownotes.
SPEAKER_01Ja, verlinke ich alles in den Shownotes.
SPEAKER_00Genau. Das ist nicht die einzige Seite zur Vorbereitung, es gibt auch noch die offizielle Seite vom CI.
SPEAKER_01Ah, okay.
SPEAKER_00Aber da sind halt keine Etappenbeschreibung in Textform vorhanden.
SPEAKER_01Und dann wollte ich dich noch fragen, ob es auch eine App gibt. Also wie hast du unterwegs navigiert? Bist du einfach der Markierung gefolgt oder hattest du eine App dabei?
SPEAKER_00Also es gibt keine spezielle Trail-App für den Centiario Italia, aber ich habe natürlich das Smartphone genutzt. Also ich würde jetzt auch empfehlen, auf jeden Fall zu navigieren und das ist auch wichtig. Der Trail ist zwar ganz gut markiert, aber natürlich jetzt auch, gibt es auch immer wieder ein paar Kilometer, wo die Markierungen fehlen und die Markierungen sind üblicherweise so weiß-rote Striche in Italien, aber die anderen Wege haben halt die gleiche Markierung. Also meistens sind die Markierungen für andere Wege gleich. Das bedeutet, wenn da jetzt kein Schild ist, dann sind da vielleicht zwei Wege, die in die gleiche Richtung führen, gleich markiert sind und da braucht man jetzt schon eine App, um herauszufinden, ja okay, was davon ist jetzt bitte der Sentiero Italia. Aber es ist so, auch wenn man auf so einem nicht markierten Abschnitt ist, die Markierungen tauchen, dann relativ bald wieder auf. Das ist mir immer aufgefallen. Also da war ich dann immer irgendwie ganz entspannt, weil ich wusste, die kommen schon wieder. Aber ja, auf jeden Fall eine App dabei haben, auch weil der Weg jetzt nicht immer so gut einsehbar ist. Also es gibt auch viele Abschnitte, wo der Weg schlecht zu erkennen ist oder zugewachsen ist. Da braucht man schon eine App. Und ich habe mit Comoot navigiert. Es ist aber, denke ich, wichtig, schon auch ein Backup zu haben. Ich hatte dann noch ein Garmin-Navigationsgerät mit dabei als Backup. Habe ich da leider nicht so gut vorbereitet, wie ich unterwegs festgestellt habe. Es hat dann nicht so gut funktioniert. Das habe ich, ja, das war schlecht geplant. Aber das mit Komoot hat an sich ganz gut geklappt. Also da habe ich dann immer die einzelnen, ich habe einfach die einzelnen Tagesetappen runtergeladen und dann bin halt immer dann von einem Track zum nächsten gegangen. Das hat ja super funktioniert. Also das hat dann ganz gut geholfen. Ja, aber ich möchte nochmal weiter auf die Wege eingehen. Also die sind nicht nur zugewachsen, es gibt unterschiedliche Abschnitte. Also ich fand gerade so im Bereich Ligurien, da folgt man dem ligurischen Höhenweg, Alta Via dei Monti Liguri. Und da fand ich den Weg eigentlich in ganz gutem Zustand, weil es halt auch da sozusagen parallel mit einem anderen Fernwanderweg führt. Also da gab es auch dieses hohe Gras und die hohen Fahne, aber an sich war der Weg jetzt meistens nicht zu schwierig. Fand ich ganz angenehm zu gehen. Und die Anwohner kannten diesen Weg auch schon eher mal. Also haben mich dann auch mal gefragt, ob ich diesen Altamir gehe. Und dann habe ich gesagt, ja, sind hier in Italia, but the wake is halt da gleich. Ja, und in der Toskana Emilia Romana führt der Weg gleich oder zumindest 95% gleich mit dem E1 and with the Grande Escursione Apenninica. That is also in italienischen Kreisen ein fernender Weg, den man häufig zumindest gehört hat, der jetzt nicht ganz unbekannt ist. Und da ist der Weg auch in einem relativ guten Zustand, würde ich sagen. Und man folgt meistens diesen E1-Markierungen, weil der E1 ist in diesem Abschnitt ganz gut ausgeschildert. Da gibt es dann auch weniger Sentiero-Italia-Silder, weil der Weg ist halt in diesem Abschnitt fast gleich. Aber sobald man dann südlicher geht, folgt der Weg der Sentiero Italia halt keinen bekannten Fernwanderwegen mehr. Das heißt, es wird auch noch einsamer. Und die Wege werden ab da tendenziell häufiger mal zugewachsen. Also es gibt aber auch sehr gute Abschnitte, also wo der Weg erstaunlich super gepflegt ist, wenn man irgendwie interessanterweise trotzdem allein unterwegs ist. Es gibt auch, der Weg ist oft steil, also man merkt, man befindet sich im Gebirge. Also ich denke, ich kenne das aus dem Alten, deswegen war das für mich jetzt irgendwie keine Überraschung, weil in den Alten sind die Wege halt auch steil. Aber das ist vielleicht gut zu wissen. Also es ist jetzt nicht so, dass man wie jetzt irgendwie in den USA irgendwie so lange Switchpacks hat, wo der Weg dann einigermaßen an mit angenehmer Steigung hochgeht. Da geht dann oft einfach steil hoch der Weg und steil wieder runter. Und ist dann auch gerne felsig. Es gibt insbesondere in den Alpen viele Seilversicherungen. Also da muss ich nochmal sagen, in den Alpen würde ich sagen, sind die Wege nochmal ein bisschen anspruchsvoller. In den Alpen ist schon so eine gewisse Trittsicherheit und Schwindelfreiheit zu empfehlen, weil die Wege halt oft abschüssig sind. Es gibt viele Seilversicherungen, wo man halt auch kraxeln muss, sich auf allen vieren Fahrrad bewegen muss. Das ist in den Alpen aber ganz normal. Und wird auch nicht meistens nicht besonders gesondert irgendwie ausgewiesen. Das ist halt einfach so. Das sollte man vielleicht wissen, gerade wenn man jetzt vorher noch nie in den Alpen unterwegs war und vielleicht jetzt sage ich auch super, ich möchte den Sentiar Italien in der Alpen gehen. Das ist ein wichtiger Punkt. Ja, das ist ein wichtiger Punkt. Sollte man schon überlegen, ob das das richtige Verein ist.
SPEAKER_01Wenn ich an Italien denke, denke ich auch immer an ganz viel Kultur und an richtig gutes Essen. Und du sagtest ja auch gerade, man ist da relativ allein auf weiter Flur unterwegs, aber auf der anderen Seite kommt man auch durch kleine Dörfchen und kleine Ortschaften durch. Welche Rolle, wenn man diesen Weg geht, welche Rolle spielt so dieses typische Italien-Arleben, also Kultur und Essen?
SPEAKER_00Ja, da habe ich mich jetzt auch sehr drauf gefreut. Ich habe mich insbesondere darauf gefreut, leckeres italienisches Essen zu bekommen, zu mir zu leben. Und ja, das war dann nicht so einfach wie gedacht. Aber mit der Kultur, also das stimmt, man kommt häufiger mal oder zumindest, wie gesagt, meistens so zwei, dreimal die Woche durch so kleine Dörfchen, die wirklich pittoresk aussehen, teilweise so mittelalterlich, wie ich schon sehr alt sind, wo es irgendwie schöne Kirchen gibt, die man sich anschauen kann, auch das ein oder andere Museum, also wirklich schön. Und es gibt auch durchaus viele interessante Informationstafeln, wo auf Geschichtliches hingewiesen wird, allerdings fast aber nur auf Italienisch. Und wenn man kein Italienisch kann, also ich habe jetzt vorher ein paar Wörter Italienisch gelernt und so ein bisschen die Aussprache, dass ich mich zumindest jetzt nicht so ganz blöd anhöre, wenn ich vielleicht mal einen Einheimischen irgendwas tragen will. Ja, aber es reicht jetzt natürlich nicht, um sich irgendwie richtig zu unterhalten oder diese Tafeln zu lesen. Also da bräuchte man schon irgend eine Übersetzungs-App oder irgendwie sowas. Und da hätte ich jetzt nicht auch den Nerv dazu ständig irgendwie das zu übersetzen. Das ist ein bisschen schade. In den Alpen ist das anders. Also in den Alpen gibt es es meistens, die sind die Informationstafeln auch mehrsprachigen. Also sind die meisten auch auf Englisch und oft auch auf Deutsch. Aber weiter südlich, immer nur Italienisch. Da ist es generell sprachlich nicht einfach in Italien. Also ich bin davon ausgegangen, wenn sich lohnt in Italien, das ist doch ein modernes Land, die werden doch alle zumindest ein bisschen Englisch können. Ja, hat sich denn in der Praxis ganz anders herausgestellt. Also die meisten Italiener, die ich in diesen Dörfern getroffen habe, die haben überhaupt kein Englisch gesprochen. Also ich dachte jetzt zumindest, gerade wenn ich jetzt irgendwie mal in einem Hotel anrufe, ich könnte ja zumindest fragen, ob die was frei haben in Unterkunft. Nee, die haben überhaupt nichts verstanden. Das ging gar nicht. Also da bin ich eben an auch E-Mail-Schreiben übergegangen. Oder mit Übersetzungs-App. Also manchmal konnten sie Deutsch, vor allem eher Frauen als Männer. Aber ja, das ist schwierig. Also ich glaube, es ist schon hilfreich, wenn man sich zumindest ein bisschen mit der Sprache beschäftigt. Also vielleicht so ein ganz kleines bisschen hilft einem ja auch weiter. Aber ja, das macht natürlich das Kulturerlebnis auch schwieriger, weil ich glaube, wenn man sich halt auch mit den Einheimischen unterhalten kann, kriegt man ja viel mehr mit. Und da habe ich natürlich auch ganz viel verpasst, leider. Verstehe. Das ist schade. Aber ich glaube, Italienisch ist jetzt auch nicht so die Sprache, die jetzt viel an deutschen Schulen irgendwie als Zweitsprache gelehrt wird, wo man jetzt sagen kann, das können viele. Das ist eher selten. Ja, in der Hinsicht war es etwas doof. Und auch mit dem Essen, ich habe mir das, wie gesagt, so schön vorgestellt. Ich habe mir so romantisch vorgestellt. Ach, dann komme ich mittags durch so ein Dorf, den gehe ich einkaufen und dann kehre ich ein in so einem leckeren italienischen Restaurant und dir gibt es Pizza, Pasta, was weiß ich nicht. Das habe ich auch ein paar Mal probiert, aber irgendwie hat das nur selten geklappt. Meist, ja, da gibt es mehrere Probleme. Also das erste mit den Restaurants ist, häufig haben die mittags gar nicht auf.
unknownJa.
SPEAKER_00Also ich bin, ja, oder die haben nur eine sehr eingeschränkte Speisekarte. Also überwiegend essen die Italiener eher abends, so ab 19 Uhr. Also vorher ist das schwierig. Also ich bin gerade auch in Ligurien, als ich das erste meiner Unterwut übernacht habe, bin ich vom Trail auch weg. Mein Feuerzeug ist kaputt gegangen, ich wollte ein neues gekauft. Ich wollte einkaufen, bin in so ein kleines Dorf. Ja, und dann dachte ich, ja super, ich bin zu früh für den Checkout. Jetzt gehe ich erstmal lecker Pizza essen. Da bin ich in so ein Restaurant, was auch offen war rein. Und habe mir gesagt, nein, nein, essen erst ab, was war das? 19 Uhr. Ja, dann konnte ich wieder rausgehen. Also es hatte irgendwie alles geschlossen, außer eine Bar. Also ich hätte mich irgendwie Eis essen können und Kaffee trinken können. Also das kriegt man meistens auch mittags, aber mittags klappen die in Italien die Bordsteine hoch, da ist nichts los. Außer wenn man jetzt natürlich in so einer großen Stadt ist, da ist das anders, aber in so kleinen Dörfern, da ist da wie ich nichts. Also da hat man teilweise einen Eindruck, das ganze Dorf ist irgendwie ausgestorben, es ist keiner da. Ja, das macht's schwierig. Ich bin dann auch mal in Nogia, da war dann so eine große Pizzeria, ein Riesenschild, Pizza, eine zwei Meter große Speisekarte, welche leckeren Pizzen die alle haben. Und das war auch offen. Ich bin da rein, dachte jetzt, super, jetzt Pizza. Ja, dann wollte ich dir meine Bestellung aufgehen. Ich sage, nee, nee, Pizza gibt's jetzt nicht. Frühestens ab 19.30 Uhr. Ja, dann konnte ich auch wieder gehen. Dann hatte ich zum Glück Glück, ich habe dann eine Pizzabäckerei gefunden, die so Pizzastücke einzeln verkauft haben, wo auch eine lange Schlange außen vor war. Also der Bedarf war da. Da kommen wir auch zum nächsten Problem. Suizo Players. Schwierig. Also man mag ja meinen, einigermaßen dicht besiedeltes Land, es gibt viel Zivilisation. Man kann den gut einkaufen. Nee, also erstmal ist das insbesondere in Liguri und im Bereich Toskana, Emilia, Romana, vor allem im nördlicheren Bereich, schwierig, weil man halt wenig durch diese Dörfer kommt. Also ich musste immer wieder Umwege gehen, um halt in irgendwelchen zu kommen, wo es Supermärkte gibt. Und dann haben die italienischen Supermärkte so eine Eigenheit. Und zwar gibt es dort Siesta. Das heißt, immer so zwischen 12 und 13 Uhr machen die Läden zu und eröffnen dann erst wieder zwischen 15.30 Uhr und 17 Uhr. In dieser Zeit haben die Läden zu. Das heißt, da kann man dann auch nicht einkaufen. Und das macht den Reese Reply natürlich ganz besonders kompliziert, sagen wir es mal. Also da hat man die Wahl, entweder man passt sich halt an diesen Zeiten an und schaut halt, dass man zu der passenden Zeit halt durch den Ort kommt und einkaufen kann. Ja, oder man muss halt mehr tragen, wenn man sich nicht anpassen möchte oder kann. Ja, ich habe mich dann eher angepasst, weil ich halt nicht so viel tragen möchte. Ich habe jetzt keine Lust, da wie so ein riesiger Packe durch die Gegend zu latschen und bin froh, wenn ich eigentlich möglichst jede Einkaufsmöglichkeit auch irgendwie nutzen kann. Am einfachsten ist das tatsächlich natürlich, wenn man vormittags einkaufen kann. Nachmittags geht es im Sommer auch noch ganz gut so, ab 17 Uhr, weil es ja lang hell ist, aber spätestens im Herbst, also gerade so ab Oktober wurde das schwierig, weil es dann halt irgendwann um 18 Uhr oder später, im Louvelle um 17 Uhr dunkel wird. Also um 18 Uhr, also im Oktober war es dann so, wenn ich dann einkaufe, da hatte ich so noch ungefähr eine Stunde Zeit, um aus dem Ort rauszukommen und mir dann irgendwo einen Zeltplatz zu besorgen. Da musste ich mich dann schon manchmal so beeilen und war schon so irgendwie angespannt, weil ich wusste, oh, oh, finde ich jetzt wohl noch einen Zeltplatz. Und im November, wo ich auf Sizilien war, da war das dann noch komplizierter, weil da hat es dann dazu geführt, wenn ich dann am Nachmittag einkaufen wollte, musste ich halt auch irgendwie eine Unterkunft haben, damit ich halt die Einkaufsmöglichkeit auch nutzen kann. Weil um 17 Uhr war es ja bereits dunkel oder wurde denn sehr schnell dunkel.
SPEAKER_01Also du sprichst jetzt zwar gerade die Dunkelheit an, aber die Frage, die ich mir auch im Vorfeld gestellt habe, Stichwort Klimawandel, es wird ja auch immer wärmer. Und ich habe so leicht den Eindruck, dass sich auch dieses ganze Thema Tourismus, Sommertourismus so ein bisschen Richtung Norden verlagert und wahrscheinlich auch in den nächsten Jahren immer mehr. Und du warst ja nun zu verschiedenen Zeiten auch in Italien unterwegs. Zum einen, weil du natürlich mehrere Monate auf dem Sendero Italia unterwegs warst und zum anderen, weil du auch immer mal wieder noch andere Etappen gelaufen bist oder andere Abschnitte. Was würdest du sagen, ist die beste Zeit, auch so hinsichtlich Temperatur? Also du hast zwar schon gesagt, bestimmte Hütten sind in der Nebensaison gar nicht mehr geöffnet, also wenn man jetzt darauf angewiesen ist, ohne Zelt unterwegs zu sein. Aber wenn es darum geht, Stichwort Temperatur, Hitze, Jahreszeit, Tageslicht, hast du gerade schon angesprochen. Aber zum Thema Temperatur, würdest du sagen, da ist der Sommer doch noch erträglich, weil man relativ weit oben unterwegs ist oder sollte man eher Frühjahr, Herbst planen?
SPEAKER_00Also das war auch ein Thema, das mich sehr beschäftigt hat vor Beginn. Also es war eigentlich sogar das, was mir am meisten Sorgen gemacht hat. Es war es nicht nur eigentlich, sondern wirklich. Also ich habe mir große Sorgen gemacht, insbesondere als ich dann Mitte Juli losgefahren bin. Also ich bin ja mit Übernachtung gefahren. Ich kam dann irgendwie um 22 Uhr in so einem italienischen kleinen Ort an und es hatte noch über 30 Grad. Da dachte ich mir, oh mein Gott, wie soll das nur werden? Ich dachte, es ist viel zu heiß. Das habe ich mir überhaupt nur dabei gedacht, im Hochsommer in Italien loszuwandern. Und zwar südlich da halben. Ich bin noch wohl total verrückt. Und hab bitte schon gedacht, oh mein Gott, drei Tage später sitze ich bestimmt im Zug nach Hause und gehe doch lieber irgendwie in Norwegen oder so wandern, wo es etwas kühler ist. Weil ja, ich mag Hitze jetzt auch nicht sonderlich gerne. Also zumindest wenn es so richtig heiß und sonnig ist. Also ich mag es eigentlich eher, wenn es ein bisschen kühler oder gemäßigt ist. Ja, und die Wettervorhersage hat mir noch irgendwie eine Woche lang mit über 30 Grad und da war Sonnenschein vorhergesagt. Ich habe dann eher gesagt, oh nee, oh nein, bitte, ich möchte jetzt Regen, ich möchte Wolken, ich möchte, ja, alles, was abkühlt. War aber die ersten Tage nicht. Also ich, ja, am ersten Tage war ich dann schon skeptisch, bin dann in der Früh in den ersten Bus gestiegen, bin dann irgendwann um neun oder so was am Trail gewesen. Und zumindest gleich am Anfang war es dann gar nicht so schlimm, weil ich war dann sehr schnell in dichtem Wald. Und ich habe dann relativ bald gemerkt, dass es zwar heiß, es ist anstrengend, aber in diesem Wald ist das gar nicht so schlimm. Es war aushaltbar. Was ich aber gemerkt habe, mittags war es mir zu heiß zum Wandern. Da habe ich schon dann immer gemerkt, oh nee, also dann habe ich angefangen, auch Siesta zu machen. Also ich habe dann gedacht, ich passe mich jetzt einfach mal dem hier an. Die haben sich das mit der Siesta jetzt auch nicht ohne Grund überlegt. Das hat ja schon einen gewissen Sinn. Und habe dann auch in dieser Zeit, wie ich teilweise zwei, drei Stunden Mittagspause gemacht, mich halt mit so einer ganz dünnen Isomatte irgendwo hingelegt, auch ein bisschen gedöst, entspannt und das war auch wirklich angenehm und eine super Idee. Also würde ich auch empfehlen, zumindest an heißen Tagen. Und ich hatte dann aber gedacht, das wird ja theoretisch immer schlimmer werden, weil ich komme ja immer weiter in den Süden. Ich komme dann, also am Anfang war ich auch noch relativ hoch, so oft so knapp auf 1000 Metern, oben am Bergkamm, aber ich wusste spätestens, wenn ich dann in Marken und Umbrien ankomme, dann werde ich dann heute auch mal auf 200 Meter sein, also tief in ewigen Dörfern. Dann geht es dann erstmal wieder bei 1000 Meter hoch. Da dachte ich, oh nee, das wird wahrscheinlich noch schlimmer. Und ich habe mir vorher Klimadiagramm angeguckt und gesagt, oh nee, da kann es 40 Grad haben. Dachte ich, oh mein Gott, oh Gott, was wird das wohl? Aber es war dann gar nicht so schlimm. Also es wurde dann Ivi nach der ersten Woche immer besser. Also es wurde dann war schon immer noch warm, war immer noch relativ sonnig, so gerade in der ersten Woche auch Toskana Emilia Romana, also der nächste Abschnitt, den ich durchwandern habe. Und dann wurde es Ivi immer nasser. Schon im südlichen Toskanabereich hat es dann immer mal wieder geregnet und gewittert. Ich fand das anfangs auch ganz angenehm, endlich mal in einer Abkühlung, endlich mal nicht so warm. Und ja, dann wurde es immer mehr auch mit dem Regen. Also dann hat es mich doch etwas überrascht, wie feucht es doch auch in Italien ist. Also wer jetzt die Vorstellung hat, Italien hier, Sommersonne, Hitze, den muss ich so ein bisschen enttäuschen. Das gibt es durchaus, aber es gibt leider auch Regen, Regen, Regen. Und zwar richtig, richtig Regen. Nicht nur so einen netten Schauer. Also einen netten Schauer hatte ich auch. Aber ich weiß, irgendwann mal in Magen und Umbrien, das war dann so Mitte August, bin ich dann so gewandert und irgendwie, ich weiß nicht, fing es an zu gießen. Und es hat gegossen. Normalerweise mache ich das dann gerne so, dass ich mich auch mal so unter Bäume ein bisschen unterstelle. Aber da hat es überhaupt nicht funktioniert. Da kamen halbe Wasserfälle den Baum runter, weil es so sehr gegossen hat. Der ganze Weg bestand nur noch aus einem Bach. Also, ja. Und das hat dann mehrmals hintereinander stundenlang so gegossen, es hat gewittert. Und dann habe ich irgendwann mal von Angehörigen auf dem Handy bekommen, dass es irgendwie ein Unwetter in Italien gab. Ob denn alles okay wäre. Ja, interessanterweise wusste ich Ivy gar nichts. Also ich habe dann auch irgendwann festgestellt, die Wetter Online-Wetter-App gibt mir Wetterwarnungen hinterher. Da kriege ich zumindest mit, warum es so nass war. Das ist wohl auffällig nass war. Und gerade der September war sehr nass. Also ich hatte da viele Tage, wo es teilweise 50 Liter am Tag geregnet hat.
SPEAKER_01Wow, das ist sehr viel.
SPEAKER_00Genau, richtig viel. Und wenn ich das in der Wettervorhersage gesehen habe, da dachte ich schon, oh nee, oh Gott, ja. Und habe dann versucht, das so zu planen, dass ich an diesen Tagen dann irgendwie in einer Unterkunft bin, dass ich dann vielleicht einen Ruhetag mache. Wiederweise habe ich natürlich die Unterkunft dann auch so ein bisschen im Voraus gebucht. Zumindest so zwei, drei Tage und dann hat sich das Wetter dann manchmal doch noch so ein bisschen verschoben, dass ich denn am Tag vor, bevor ich da einchecken konnte, dann auch erstmal durch strömenden Regen gelaufen bin und wie ein nasser begossener Pudel denn dort ankam. Also ja, und es gab auch eine Nacht. Da habe ich dann, das war der Nähe von Telesetherme, ich glaube, in den Abruzen. Auch glaube ich, wann war das? Ende August, Anfang September, so in dieser spätsommerlichen Zeit. Und ja, da habe ich dann Schwierigkeiten gehabt, einen Zeltplan zu finden, bin ein bisschen abgewichen auf so einen Weg dann nach Obfit und habe mein Zelt auf so einem verlassenen Olivenhain aufgestellt. Und eigentlich hat die Wetterfeursage gezeigt, das hat den ganzen Tag über immer wieder gewittert und geregnet, das jetzt in der Nacht eigentlich gut sein soll. Dann habe ich mein Zelt da mit so Mini-Heringen aufgestellt und habe dann mich schlafen gelegt und mit nichts Böses geratet und plötzlich um 5 Uhr nachts auf einmal fängt es fürchterlich an zu gießen. Eine Windböhe, starke Windböhe kommt, haut mein Zelt um und auf einmal klappt mein Zelt zusammen. Also ich hatte so Trekkingstoffzelt. Und ich dachte, ja, was ist jetzt passiert? Da bin ich raus und wollte diese Heringe wieder befestigen und habe ich festgestellt. Dieser knochentrockene Boden war auf einmal nur noch Schlamm. Also statt auf einem Boden habe ich auf einmal auf Schlamm gezettet. Da hat natürlich auch nichts mehr gehalten. Ich habe dann mein Zelt so, es war noch dunkel, so festgehalten, nebenbei meine Sache in den Rucksack gepackt und solange es einigermaßen hell wurde, bin ich losgegangen. Es hat dann dermaßen gegossen, dass ich dann über Asphaltstraßen, wo ich gelaufen bin, musste ich teilweise knietief durchs Wasser warten. Auf der Straße lief das Wasser in Bächen runter. Dann bin ich in den Ort Telese Therme, bin dann ins nächste Café gegangen, was schon offen hat. Es war dann ganz früh, irgendwie, weiß nicht, 8 Uhr oder so. Wenn ich das gewusst hätte, wäre ich auch noch ewig spät weitergegangen und hätte in dieser Unterkunft, da irgendwie eine Unterkunft gesucht, aber das war gar nicht vorhergesagt. Ja, dann habe ich so eine Nachricht bekommen von meinen Schwiegereltern, ob denn alles in Ordnung ist. Es hätte in Italien ein ganz schlimmes Unwetter gegeben. Da wären in Genua Gondeln durch die Gegend geflogen und es hätte massive Überschwemmungen gegeben. Ja, dann habe ich die Info bekommen, dass es wohl in, irgendwo in der Nähe von meiner Region 100 Liter gemessen worden sind, die da runtergekommen sind. Also das muss man sich mal vorstellen. Also es hat furchtbares Unwetter gegeben. Ja, und das war nicht nur einmal diese Art. Also es kann auch sehr, sehr regnerisch sein dort.
SPEAKER_01Es ist ja auch Klimawandel im Grunde genommen, ja, solche Unwetterphänomene. Das stimmt, das stimmt.
SPEAKER_00Da habe ich damals gar nicht so dran gedacht, aber da ist sicherlich auch was dran. Richtig. Also, ja, also man sollte sich in Italien durchaus auch auf schlechtes Wetter vorbereiten. Wobei der Vorteil ist, es war jetzt nie wirklich kalt in Italien. Also es hat jetzt, wenn ich über Nachwo übernachtet, habe jetzt keine Minusgrade gehabt. Es war auch tagsüber meistens recht angenehm. Also im Sommer halt zu warm, aber denn irgendwann spätestens ab September war es dann eigentlich ganz angenehm zum Wandern. Da hat es dann 10, 15, 20 Grad gehabt, also wie ich gutes Wanderwetter, zumindest von den Temperaturen her. Und es halt gab auch richtig lange schön Wetterphase. Also im Oktober zum Beispiel hatte ich drei Wochen lang trockenes Wetter. Hat es dann überhaupt nicht geregnet. Und das war natürlich auch super angenehm. Und da war es dann auch nicht mehr heiß, da war es wie ich schön, 20 Grad, Sonnenschein, klarer Himmel oder nur so ein paar bisschen Wolken. Das war ganz toll. Aber es kann halt so und so sein.
SPEAKER_01Und ja, wir haben jetzt schon darüber gesprochen, dass es sprachlich vielleicht die ein oder andere Schwierigkeit gibt, auf dem Sintero Italia unterwegs zu sein. Wie ist es aber denn auch mit Tieren? Also ganz spontan, wenn ich an Italien denke, zumindest Norditalien, denke ich auch immer an Problembären. Aber ich könnte mir auch gut vorstellen, gerade in den entlegenen Gegenden, dass es vielleicht ein Problem mit Hunden geben könnte. Aber ich will gar nicht so viel vorwegnehmen, sondern würde gern die Frage an dich übergeben, wie ist es denn mit Tieren unterwegs? Vielleicht hat man ja auch tolle Tierbeobachtungen.
SPEAKER_00Da sprichst du auch einen wichtigen Punkt an. Es gibt übrigens Bären auch in Italien, nicht nur in den Alpen, sondern auch in den Abruzen. Also da waren sogar Hinweisschilder, die ja insbesondere darauf hingewiesen sind, dass Autofahrer doch bitte langsam fahren sollen, damit sie die Bären halt nicht zusammenfahren. Ich habe leider keine Bären zu Gesicht bekommen. Die sind natürlich, ja, ich denke, überall in Europa sehr scheu. Ich hätte gerne mal einen gesehen, das wäre toll gewesen, aber diese Möglichkeit habe ich nicht gehabt. Aber man sieht viele andere wilde Tiere und zwar. Da habe ich hunderte Wildschweine gesehen. Es sind auch mindestens zweimal. Ich erinnere mich an zweimal, wo auch diese Wildschweine direkt um mein Zell herumgelaufen sind nachts. Also war beim ersten Mal dann schon auch so eine Überraschung, wo ich dachte, so, oh, was ist jetzt? Aber dann beim zweiten Mal dachte ich, ach ja, es wäre ja ganz nett, die mal da beobachten zu können, aber ich wollte natürlich jetzt nicht rauskommen und die irgendwie erschrecken. Und die sind dann von alleine ohnehin weitergezogen. Ich habe auch viele Füchse gesehen, immer mal wieder. Also da war da aber noch plötzlich, ist da halt ein Fuchs und die verschwinden dann meistens auch wieder. Hirsche habe ich auch einige gesehen. Ich hatte da auch eine interessante Begegnung, als ich irgendwo gezeltet habe. Und zwar habe ich dann, das war im Oktober in Kalabrien, da habe ich ganz besonders viele Wildtiere gesehen, übrigens in dieser Region Italiens. Da habe ich dann noch knapp Zeit gehabt, einen Zeltplatz zu suchen. Die erste Möglichkeit habe ich ausgelassen, weil da Wildschweiner rumliefen und ich mich jetzt nicht unbedingt in deren Wohnzimmer setzen wollte mit meinem Zelt. Dann habe ich aber noch, wo es gerade dunkelbrot ist, so eine Lichtung im Wald gesehen und habe dann da schnell mein Zelt aufgebaut. Und dann irgendwann in der Nacht habe ich dann mitgekriegt, dass ein Hirsch sich nur zehn Meter von meinem Zelt entfernt aufgehalten hat. Und jedes Mal, wenn ich nachts raus bin zum Hinken, ist dieser Hirsch in den Wald gerannt und dann ist er wiedergekommen. Das war so eine ganz interessante Begegnung. Und ich habe einfach auch gemerkt, dass das mit dem Wildzelt und den Tieren Ewi ganz anders ist. Es heißt ja Evi immer wieder, gerade so im deutschsprachigen Bereich, ja, man sollte lieber nur im Biwaksack Ewe übernachten. Das wäre tendenziell eher erlaubt, als wenn man ein Zelt aufstehen. Also aus Naturschutzsicht würde ich das Ganze anders hin. Da würde ich eher sagen, ja Leute, versteckt euch bitte im Zelt für die Wildtiere, weil für die ist man denn, wie als wäre man in einem Gebäude drin. Also das ist mir mehrfach aufgefallen, dass die Tiere dann auf einmal irgendwie ihre Angst verlieren. Dann auf einmal da einfach langlaufen. Ich weiß auch noch, in die Uhren, ich habe mein Zelt irgendwie im Wald auf und auf einmal gucke ich, ganz überrascht, weil auf einmal läuft da direkt an meinem Zelt ein Reh vorbei. Das scheint mich gar nicht zu bemerken. Ich denke, das muss mich doch irgendwie riechen. Also ich bin jetzt ungeduscht, habe mich hier schwitzend über Wanderwege bergauf und bergab bewegt. Also, keine Ahnung. Das war überraschend, aber das habe ich dann mehrfach erlebt, auch mit diesem Hirsch. Der wusste den ja spätestens, wo ich da einmal zum Piseln rausgekommen bin, dass ich da bin, aber trotzdem ist er immer wieder gekommen. Also der schien sich dann auch irgendwie etwas sicherer Gefühl zu haben in meiner Nähe. Obwohl ich dort war, aber vielleicht auch, wo ich vermute, weil ich halt in diesem Zelt versteckt war. Ja, und in dieser Nacht, das war auch ganz interessant, habe ich Wölfe heulen gehört. Kann natürlich auch sein, dass dieser Hirsch sich gedacht hat, ja, lieber der Mensch als die Wölfe. Das ist natürlich auch möglich, aber da es Wölfe in Italien gibt, werden die Schafs- und Ziegenherden in Italien von Herdenschutzhunden bewacht. Und das hat zu einigen schwierigen Begegnungen geführt und auch zu einem beinahe Biss, weil diese Herdenschutzhunde beschützen die Herde. Und zwar vor allem, auch vor Wanderern. Die wissen leider nicht oder wissen leider meistens nicht, dass die Wanderer ganz harmlos sind und diese Herde ja gar nicht zu leider tun wollen, sondern einfach nur ihres Weges gehen wollen und stellen sich dem Wanderer wildkläffen und Zähnefletschen entgegen. Und die sind auch nicht alleine, die sind zu mehreren unterwegs, umso größer die Herde, umso mehr Hunde. Teilweise sind ja den zehn Hunde unterwegs. Und wenn die Zehn so große, klffende, knurrende Hunde entgegenstellen, ja, da rutscht mir dann auch das Herz in die Hose. Das waren so einige Situationen, wo ich dachte, oh je, wie komme ich da jetzt raus? Und das ist wichtig zu wissen, weil das ein wirkliches Problem auf dem Weg ist. Also ich glaube, das gibt es nicht nur in Italien, sondern auch in anderen, denn dann aber gerade auf dem. Vor allen Dingen Osteuropa. Ja, also in Italien auch, in den Alpen ist es nicht ganz so schlimm, habe ich festgestellt. Da sind die Herdenschutzhunde, glaube ich, mehr an die Wanderer gewöhnt. Aber gerade in den Apenninen, südlich der Alpen, sind die Wanderer auch anscheinend einfach nicht gewohnt.
SPEAKER_01Also ist das dann eine häufige Begegnung oder ist es eher relativ selten?
SPEAKER_00Das ist häufig. Also ich habe ja in Ligurien und nicht in der Toskana kam es so langsam auf, aber sobald ich südlich davon war, habe ich fast täglich an solchen Herden vorbeigekommen. Also mal mehr, mal weniger, mal auch an mehreren. Und da gibt es eigentlich nur zwei Möglichkeiten. Die eine Möglichkeit, die zum Glück recht häufig ist, dass da irgendwo in der Schäfer in der Nähe ist. Und den sollte man auf jeden Fall auf sich aufmerksam machen, weil der sorgt dann dafür, dass die Hunde einen einigermaßen Ruhe lassen. Also der ruft die dann zurück oder hält die vielleicht auch mal irgendwie fest. Aber das führt zumindest dazu, dass du dann weitergehen kannst und da unbeschattet durchkommst. Die kleffen dann oft zwar trotzdem weiter, behalten dann einfach mehr Abstand, weil der Schäfer sie halt zurückhält oder zur Ruhe bringt. Wenn die Schäfer allerdings nicht da sind, würde ich jetzt nicht dazu raten, trotzdem einfach durch die Schafshitte durchzulaufen oder sich dieser zu nähern, weil dann wären die wirklich aggressiv und dann beißen die aus. Ich habe das tatsächlich erlebt. Ich bin auch tatsächlich beinahe gebissen worden. Der Hund hat nun nicht richtig getroffen. Das war nämlich bei der ersten Begegnung. Da habe ich gar nicht damit gerechnet. Ich habe nämlich in einer Berghüte übernachtet, die auch gut besucht war. Und ich war an einer Forststraße und ich bin an so einer eingezäunten Schafsherde vorbei. Da dachte ich, das wird doch wohl völlig okay sein. Schließlich ist da ja ein Zaun und ich bin hier auf so einem breiten Weg unterwegs. Ja, aber dann plötzlich sprangen da mehrere Hunde über den Zaun und haben wild gekläfft und der eine hat sofort nach meinem Knie gebissen. Aber der hat so eine weite Hose an, der hat er nicht richtig getroffen und er hatte nur ein Loch in der Hose. Zum Glück kam dann gleich der Schäfer dann an, der war da hinten in ihm so einem Wohnmobil drin und hat das mitgekriegt, aber ja, da der kein Wort Englisch konnte und ich kein Wort nicht richtig Italienisch, ja, konnten wir uns nicht so richtig verständigen. Und ich bin dann weitergegangen und bin mit einem Schrecken davon gekommen und eine Hose mit Loch. Ja, also das kann ich nicht empfehlen, was ich denn gemacht habe ins Hof, ich habe einen weiten Bogen um diese Herde gemacht. Also ich habe dann geschaut, dass ich Cross-Country irgendwie an denen vorbeikomme. Dass ich mit einem großen Abstand rumgehe. Weil wenn der Abstand groß genug ist, dann lassen die einen auch in Ruhe. Also entweder bemerken sie einen gar nicht oder sie sehen einen und ignorieren einen oder sind halt aufmerksam und gucken, okay, was macht dieser Mensch, kommt er uns jetzt näher oder nicht? Und dann kommt man auch vorbei. Aber das ist halt schon aufwendig und sorgt immer wieder für Action und Abenteuer unterwegs. Es gibt aber nicht nur Herdenschutzhunde, es gibt gerade so in den kleinen, verlassenen Dörfern oder die Dörfer, wo jetzt nicht so viele Menschen wohnen, die klein sind, auch viele freilaufende Dorfhunde, die dann halt sich normalerweise in der Nähe ihres Grundstückes bewegen und dieses verteidigen und dann auch teilweise wildkläffend, knurrend entgegentreten. Da, die fand ich meistens, die fand ich auch nervig, aber die waren nicht ganz so schlimm, weil die ließen sich ganz gut abschrecken mit den Treckenstöcken. Ich habe dann mit denen so hin und her gewedelt. Dann habe ich manchmal auch mal wieder einen Stein genommen, den so drohend hochgehalten, weil dann haben sie ein bisschen Angst bekommen und sind immer so ein paar Schritte zurückgegangen und dann konnte ich weiter. Aber ich weiß, da war auch schon mal so eine Situation, da kam so ein Hund, der wirklich richtig aggressiv war, wo ich den mit dem Trecken auf den Boden hauen musste, um den da von mir wegzuhalten. Also das war auch unangenehm. Ich habe es sogar einmal erlebt, da bin ich so einem breiten Weg gefolgt. Das war eigentlich aus dem Dorf raus, so eine Straße, bevor ich dann auf so einen Wander weggekommen bin. Und auf einmal hielt er dann ein Auto an. Und eine Frau kurbelte das Fenster runter und sagte ihm was von Kani, Kani. Also das heißt Hunde. Dann ist sie schnell vorgefahren. Und ja, dann hat sie herausgestellt, dass sie gesehen hat, wo ich lang bin und schnell ihre Hunde weggeschickt hat, die da langliefen. Die hat sich schnell denn Iwe festgehalten, dass ich da vorbeikonnte. Ja, also das war auch eine interessante Begegnung.
SPEAKER_01Okay. Sentiaro, Italia. Für wen würdest du sagen, ist das ein geeigneter Trail? Also wem würdest du diesen Trail empfehlen? Auch Personen, die relativ wenig Weitwandererfahrung haben oder ist das eher ein Trail, wo man schon ein paar andere Trails gegangen sein sollte?
SPEAKER_00Also empfehlen würde ich diesen Weg tendenziell oder nicht nur tendenziell, sondern eindeutig eher jemanden, der schon etwas mehr Erfahrung hat. Also man muss jetzt natürlich keinen Profi-Weitwanderer sein, aber Anfängern würde ich den Weg nicht empfehlen, weil ich glaube, das Frustpotenzial ist ziemlich hoch. Man kriegt auch sehr viel zurück, muss ich sagen. Also man kommt durch wirklich wunderschöne Landschaften, ist auch in wunderschönen Welt unterwegs. Man kommt durch tolle Gebirgslandschaften, die einsam sind, wo man wirklich weite Blicke hat. Man hat hohe Gipfel, man hat auch alpine Panoramen, aber natürlich auch liebliche mediterrane Landschaften. Aber ja, aufgrund der Schwierigkeiten und auch der Herausforderung mit dem Reastuppline würde ich den eher jemanden empfehlen, der schon Erfahrung hat und jemanden, der gerne einsam unterwegs sein mag. Weil man sollte gerade, wenn man alleine unterwegs ist, schon auch gut mit sich selber klarkommen und es auch durchaus genießen können, in Ruhe alleine unterwegs zu sein, weil die Wahrscheinlichkeit, dass man jetzt andere Weitwandern trifft, ist eher gering. Also ich habe tatsächlich einen anderen Fernwanderer getroffen unterwegs. Ich habe nämlich einen E1-Wander getroffen. Der hat mich dann auch so drei Tage begleitet und das war auch ganz toll, denn endlich mal jemanden zu haben, mit dem man sie unterhalten kann, mit dem man sich so austauschen kann. Aber natürlich ist dann jemand auf den E1 wieder gegangen. Ich bin wieder auf den Centiero Italia oder bin weiter auf den Sentiero Italia gegangen und wir hatten auch ein unterschiedliches Wandertempo. Also er war jetzt eher etwas gemütlicher, auch schwerer unterwegs, hat kürzere Etappen gemacht. Und der E1 führt auch Zivilisationsnäher als jetzt. Das beim Sentiero Italia der Fall ist. Aber das war halt eine angenehme Abwechslung zwischendurch. Genau, also man sollte aber jetzt nicht daran rechnen, dass man da irgendwie eine Tramily unterwegs geht.
SPEAKER_01So ja, ich weiß. Das Ende wirkt jetzt ein bisschen abrupt. Das liegt aber daran, dass ich mit Dina noch eine ganze Weile weitergesprochen habe. Die Fortsetzung des Gesprächs werdet ihr in ein paar Wochen hören. Deiner and ich haben uns nämlich noch über ganz andere Aspekte des weiten Wanderns, wie zum Beispiel auch die Gefahr des Overtourisms auf weiten Wanderwegen unterhalten. Für heute belasten wir es beim Gespräch über den Sentio Italia, der durchaus richtig interessant klingt. Die weitere Folge mit Dina, wie schon gesagt, kommt in ein paar Wochen voraussichtlich im Juli. Und wenn euch der Podcast gefällt, dann verteilt doch gern 5 Sterne in eurer Podcast-App und abonniert Wanderwach und Kaffee, falls ihr das bisher noch nicht getan haben solltet. So kann Wanderwach und Kaffee auch von anderen gut gefunden werden. Ja und wenn du Wanderwachen Kaffee intensiver unterstützen möchtest, dann werdet Teil der Wanderwach Plus Community. Das hilft mir dem Podcast weiterhin regelmäßig zu veröffentlichen und du bekommst Zugriff auf Bonusfolgen. Ich kann vielleicht ein bisschen teasern, es gibt bisher schon Bonusfolgen, unter anderem mit Gerh Klammer, mit Nadine Regel, mit Tobias Storcht und auch mit Danny Ratsuweit. Alle Infos, wie ihr euch anmelden könnt, findet ihr in den Shownotes. So, passt auf euch auf und wie immer, Happy Trails, eure Mareike.