Wanderwach & Kaffee

Wanderwach & Kaffeepause: Was ist eigentlich Weitwandern?

Trail Talk mit Mareike Schmidt Season 1 Episode 138

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Willkommen zur zweiten Kaffeepausen-Folge. Ein kurzes Format für zwischendurch ohne Gäste, dafür mit persönlichen Gedanken von mir. Heute geht es u.a. darum, was weites Wandern eigentlich ist. Ich habe mir für euch unterschiedliche Kategorien angesehen.

In dieser Folge:

  • Mareike auf Roadtrip
  • Was ist eigentlich weites Wandern?

Links & Ausblick:

  • Wanderwach PLUS: Die ausführliche Bonusfolge zum Thema “Was ist eigentlich weites Wandern” sowie weitere exklusive Inhalte findet ihr in der Wanderwach PLUS Community
  • Meine Wanderempfehlungen auf der neuseeländischen Nordinsel:

https://www.lovetaupo.com/en/scenic-attractions/mt-tauhara/

https://www.doc.govt.nz/parks-and-recreation/places-to-go/taranaki/places/te-papa-kura-o-taranaki/things-to-do/tracks/veronica-loop-track/

https://www.doc.govt.nz/parks-and-recreation/places-to-go/manawatu-whanganui/places/ruahine-forest-park/things-to-do/tracks/sunrise-track/

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Auf ...

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Hallo, ihr Lieben und willkommen zu Wanderwach und Kaffeepause. Ich freue mich heute für euch die zweite Ausgabe der Wanderwochen Kaffeepause aufnehmen zu können. Ja, und der Zyklon, der am Wochenende über Neuseelands Nordinsel gezogen ist, der war dann doch ein bisschen schwächer als erwartet. Oh, Gott sei Dank. Und alles ist nochmal zumindest in Neuseeland relativ klimpflig ausgegangen. Ja, aber die Extremwetterphänomene, die nehmen zu. Und mir hat der Zyklon, zumindest die Vorhersage, doch so ein bisschen Strich durch die Rechnung gemacht, denn ich hatte ja vor zu wandern. Aber naja, dazu gleich mehr. Wie ihr schon wisst, Gäste gibt es in der Kaffeepause keine. Auf die freue ich mich in meinen regulären Folgen, die ich wie immer regelmäßig alle zwei Wochen für euch am Samstag veröffentliche. Ja, ich werde eher die paar Minuten hier in so einer Kaffeepause dazu nutzen, um über Wanderthemen zu sprechen, die mich beschäftigen und Dinge, die ich so tue. Ja, und apropos, die ich so tue, ja, ich habe es ja gerade schon gesagt, meine Wanderplanung wurde durch den Zyklon oder durch die Vorhersage des Zyklons ein bisschen zunichte gemacht. Aber ich hatte ja zwei Wochen frei und dann gab es doch noch ein paar Tage, die dann wettertechnisch ein bisschen schöner waren und dann habe ich es mir nicht nehmen lassen und war dann trotzdem ein paar Tage auf Roadtrip unterwegs. Ich liebe es ja, so kleine, spontane Roadtrips zu unternehmen. Und bei mir, beziehungsweise bei John und mir sieht das dann so aus, dass wir unseren kleinen günstigen Mietwagen holen, weil wir kein eigenes Auto haben. Und wir dann zumindest wissen, wo wir in der ersten Nacht schlafen wollen. Ja, und dann fahren wir halt einfach los. Alles Weitere inklusive wo und was wir dann wandern wollen, das ergibt sich dann irgendwie unterwegs. Ja, und wie genau machen wir das? Das hängt so ein bisschen davon ab, wo wir unterwegs sind. Denn entweder nutzen wir eine Hiking-App namens Hiking Project, die funktioniert aber hier in Neuseeland nicht so gut. In Europa lässt sich Komo ziemlich gut nutzen. Oder auch auf All Trails oder gar Peakbagger kann man ganz gute Infos finden, wo es Wege gibt und Tracks gibt oder wo man eben ein paar Berge besteigen kann. Soll heißen, wir planen außer der allerersten Nachts eigentlich überhaupt nichts und haben immer nur so eine vage Idee, in welche Richtung wir fahren wollen. Ja, und wir sind dann letztendlich am Taranaki in New Plymouth gelandet. Der Taranaki ist einer dieser sehr ikonischen, doch schon relativ bekannten Vulkane hier auf der Nordinsel in Neuseeland. Und am Tag darauf sind wir Richtung Fanganui weitergefahren und waren dann tatsächlich auch immer mal auf dem Te Araroa unterwegs, der in der Region kleinen ruhigen Nebenstraßen folgt. Ja, und schlussendlich sind wir in Nepio an der Ostküste gelandet. Auf dem Rückweg, ich wage es kaum zu sagen, ist uns wegen unserer ganzen Spontanität fast der Sprit ausgegangen, aber ja, sowas gehört dann auch dazu. Ja, gewandert sind wir während der vier Tage, die wir unterwegs waren, drei sehr, sehr schöne und sehr, sehr unterschiedliche Touren. Zum einen waren wir auf dem Veronica Loop Track am Taranaki. Wir haben den Sunrise Track in den Ruhahine Mountains gemacht und den Gipfeltrack hinauf auf dem Tohari Mountain in der Nähe von Topo. Wer genauer schauen woll, wo wir da unterwegs waren, dem verlinke ich die Trails natürlich auch noch in den Shownotes. Ja, und zum Thema der Woche oder zur Frage der Woche, die mich so ein bisschen umtreibt, schon seit einiger Zeit, nämlich was bedeutet oder was ist Weitwandern überhaupt? Und ich meine, es war Anfang des Jahres, als ich auf dem Social Media Account der US-Wander-Community The Track, ja, wie so ein kleine kleine Slide gesehen habe, auf der man die Do's und Don'ts für das neue Jahr vorgestellt hat. The Track übrigens ist eine ganz tolle Plattform, auf der es sich es echt mal lohnt, ein bisschen zu stöbern. Ja, aber zurück zu diesen Do's and Don'ts. Besonders hängen geblieben ist, dass es out ist, als Einzelner oder als Gruppe anderen vorzuschreiben, was es eigentlich bedeutet zu Thru-Hiken oder welche Kriterien dafür erfüllt sein müssen, um zur Gruppe der Thru-Hiker zu gehören. Ja, richtig so. Das gehört sich überhaupt nicht. Also don't, don't do it. Denn mit dem sogenannten Gatekeeping wird versucht, sich als Teil einer exklusiven Gemeinschaft zu definieren, deren Zugehörigkeit man sich erst verdienen müsse, indem man mindestens etwa 30 Kilometer pro Tag geht oder das Baseweight des Rucksacks nicht höher als 6 Kilo sein sollte oder man wirklich jeden Meter gehen sollte, um einen Continuous Footpath zu haben. Ja, also ihr habt das schon in meiner Stimme gehört, das sind natürlich alles Dinge, die ich nicht unterstütze. Aber warum ist das überhaupt so problematisch? Ja, dieses Gatekeeping und diese Mythen, die da umherschwören, was man alles erfüllen muss, um überhaupt Through-Hiker oder Weitwanderer zu sein, die erzeugen natürlich eine ganze Menge Druck. Und das ist absolut unrealistisch, solche hohen Leistungen erbringen zu müssen. Ja, und sie geben auch ein absolut verzerrtes Bild davon, was Weitwandern überhaupt bedeutet und was soll das überhaupt, so eine elitäre Kultur statt einer inklusiven Community zu schaffen. Und dieses Gefühl, dass man sich beweisen muss, ist sehr, sehr problematisch. Man sollte doch einfach nur wandern gehen. Ja, und damit widerspricht dies komplett der Grundidee des Weitwanderns, nämlich Hike your own hike. Und wie ihr schon von der letzten Kaffeepause wisst, ist es ja auch etwas, was ich total unterstütze. Ja, und in diesem Zusammenhang habe ich mir mal die ganzen Begriffe angeschaut, die in der Welt des Weitwanderns oder Wanderns oft synonym verwendet werden, aber wenn man genauer hinzieht, doch völlig unterschiedlich sind. Oder naja, ob du nun ein paar Tage über ein verlängertes Wochenende unterwegs bist und zeltest, ob du von Pension zu Pension mit leichtem Rucksack läufst, du auf dem Camino pilgerst oder fünf Monate auf dem Pacific Rest Rail Through Hikes und quasi draußen lebst, die Bewegung an sich bleibt an sich ja gleich. Aber wenn man genauer hinschaut, unterscheiden sich die mentalen und die logistischen Anforderungen doch fundamental. Ja, dabei möchte ich aber noch ergänzen, es ist weder das eine Konzept besser als das andere, es ist schlicht ein anderes Konzept mit ganz anderen Anforderungen. Also ob man nun pilgert und damit von einer Pilgerherberge zur anderen geht oder ob man eine Mehrtagestour macht mit zählt von Campingplatz zu Campingplatz, hat sowohl mental als auch logistisch ganz andere Anforderungen, als meinetwegen fünf oder sechs Monate auf dem Pacific Crest Trail oder dem Te Ararua zu leben. Ja, aber alles der Reihe nach, ich habe versucht, es mal zu kategorisieren. Ich fange mal an mit der Kategorie, die Klassiker der Distanz. Natürlich das Mehrtageswandern, das ist der Einstieg. Du bist zwei bis vier Tage oder vielleicht bis zu einer Woche unterwegs. Die Logistik ist einfach, die Erholung steht im Vordergrund und eventuell muss man noch nicht mal proviant nachkaufen. Das sind Wege bis zu 120 Kilometern. Weit wandern, hier wird's ernst. Manche sagen, hier ist man mindestens eine Woche am Stück unterwegs. Der Körper stellt sich um, der Geist kommt zur Ruhe. Und in der Literatur findet man in dieser Kategorie viele bekannte Wege, wie etwa West Highland Way, Lechweg, Maerweg, Rennsteig und so weiter und so fort. Okay. Ich persönlich finde aber, dass dieser Geist oder dass unser Geist zur Ruhe kommt und dass sich der Körper umstellt, das passiert eigentlich erst nach zwei bis drei Wochen. Und für mich, aus meiner eigenen Perspektive, auch erst auf Wegen ab 250 Kilometer. Bekannte Beispiele dafür, Tahoe Rim Trail mit 171 Meilen, der Muselsteig, Kungsladden, East Coast Trail. Ja, und ich gebe zu, meine Meinung weicht ja auch deutlich von dem ab, was im Allgemeinen bereits unter Weitwandern verstanden wird. Vielleicht mache ich mich damit auch unbeliebt, aber ich berichte später noch von meinen Erfahrungen und gehe gleich nochmal genauer darauf ein, was ich genau damit meine. Aber erstmal weiter in unseren Kategorien. Ja, Fernwandern. Was ist Fernwandern? Fernwandern wird oft synonym zum Weitwandern benutzt, bezieht sich aber meist auf explizit ausgewiesene Fernwanderwege, zum Beispiel die europäischen Fernwanderwege. Und das sind Wege, die ganze Länder oder Kontinente durchqueren. Bekannte Beispiele Nord-Südtrail in Deutschland, Sintiero, Italia in Italien oder via Transylvanica in Rumänien. Ja, die reguläre Wanderwachen-Kafeepause-Folge, die endet jetzt hier. Ich danke euch fürs Zuhören. Wenn ihr mehr hören wollt, dann werdet Mitglied bei Wanderwach Plus. Und zum Schluss natürlich wie immer Happy Trails, viele Grüße, eure Mareike.