Wanderwach & Kaffee
Wanderwach & Kaffee erzählt Stories von unterwegs auf den langen Strecken! Mareike spricht mit unterschiedlichen Gästen über ihre Erfahrungen und Erlebnisse: Warum macht man „so was“? Was erlebt man unterwegs? Was macht das mit einem? Wie geht das Leben danach weiter? Der Podcast soll inspirieren, Mut machen, zum Nachdenken anregen und auch die Story hinter der Story erzählen. Folgt Wanderwach & Kaffee auch auf Instagram @wanderwach_kaffee_podcast Dort könnt ihr euch auch gern melden, wenn ihr selbst Lust habt, von den eigenen langen Wegen zu erzählen.
Wanderwach & Kaffee
Wandern als Impuls zur Selbsthilfe – Im Gespräch mit Sabine Prinz
Use Left/Right to seek, Home/End to jump to start or end. Hold shift to jump forward or backward.
Wie gelingt der Wechsel vom klassischen Bürojob in die Selbstständigkeit in der Natur? In dieser Episode ist Sabine Prinz, Gründerin von Prinzpiration, zu Gast. Die studierte Wirtschaftspsychologin und erfahrene Führungskräftetrainerin hat eine Brücke zwischen ihrer Leidenschaft für das Reisen und ihrer Expertise in der Personalentwicklung geschlagen.
Wir sprechen darüber, warum wir beim Wandern in anderen Bahnen denken als zu Hause, wie das Tragen des eigenen Gepäcks die Selbstwirksamkeit stärkt und warum „Wandercoaching“ viel mehr ist als nur ein Spaziergang an der frischen Luft.
In dieser Folge erfährst du:
- Der berufliche Shift: Wie Sabine den Weg von der Organisationsentwicklung hin zum Wandercoaching gewagt hat (und warum es eine „Hin zu“-Entscheidung war).
- Die Psychologie des Gehens: Warum der gesenkte Stresslevel in der Natur den Zugang zu neuen Gedankengängen öffnet.
- Coaching vs. Beratung: Was Sabine unter dem „Impuls zur Selbsthilfe“ versteht und warum man sich nicht selbst kitzeln kann.
- Selbstwirksamkeit im Gepäck: Warum das Wandern ohne Gepäcktransport eine ganz besondere Erfahrung von eigener Kraft ermöglicht.
- Zielgruppen & Themen: Von Übergangsphasen im Leben (wie dem Renteneintritt) bis hin zu Teambuilding und Fachkräftecoaching.
Über Sabine Prinz:
Sabine ist zertifizierte Wanderführerin (DWV) und Dozentin an der Heimat- und Wanderakademie. Mit PRINZPIRATION bietet sie in den Alpen, auf den Azoren oder an der Algarve ganzjährige Wandercoachings an, die Körper und Geist gleichermaßen fordern und fördern.
Viel Spaß bei Hören,
Eure Mareike
Links & Kontakt:
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Hallihallo! Bevor es losgeht, ein kurzer Hinweis in eigener Sache. Ja, wenn du Ende des Jahres den Tee Araroa hier in Neuseeland starten möchtest und noch die eine oder andere Frage hast, dann unterstütze ich dich gern bei der finalen Vorbereitung. Ich biete wieder ein Webinar an. Es wird am 6. Juni, also nicht mehr lang hin, wird es stattfinden, das ist ein Samstag, wird in etwa zwei Stunden dauern und es soll dir helfen, dich perfekt auf den TA vorzubereiten. Alle Details dazu, wie du dabei sein kannst, gibt es in den Shownotes. In dieser Episode spreche ich mit der Wirtschaftspsychologin Sabine Prinz. Sabine hat es geschafft, ihre Leidenschaft für das Weitwandern mit ihrer Expertise in der Personalentwicklung zu verbinden. Sie hat Prinzpiration gegründet und setzt nun neue Impulse für die berufliche und persönliche Weiterentwicklung ihrer Klienten. Wir tauchen also gemeinsam ein in die Welt des Wandercoachings. Insbesondere finde ich es wirklich spannend, wie sie ihren eigenen Weg gefunden hat, ihre private Leidenschaft für das Wandern mit dem Beruflichen zu verbinden. Ja und damit herzlich willkommen bei einer neuen Episode von Wanderwachen Kaffee. Mein Name ist Mach Reike, ich liebe das weite Wandern und ich rede in meinem Podcast mit Gästen, denen es ganz genauso geht. Ja, und ihr findet Wanderwachen Kaffee toll und wollt den Podcast und damit meine Arbeit unterstützen? Das könnt ihr am besten tun, indem ihr den Podcast abonniert, möglichst viele Sterne verteilt und auch kommentiert. Ja und ihr könnt auch bei Wanderwach Plus Mitglied werden. Das ist eine Community, die Wanderwach-Community. Und ihr erhaltet Zugriff auf Bonusfolgen und den Newsletter. Mit eurer Unterstützung kann ich Wanderwach und Kaffee weiterhin regelmäßig anbieten und spannende Gäste einladen, die von ganz, ganz tollen, vielen Trails erzählen, die es da draußen gibt. So, genug jetzt von mir. Ich wünsche euch viel Spaß beim Hören. Hallo und herzlich willkommen bei Wanderwach und Kaffee, liebe Sabine. Hallo Mareike, schön hier zu sein. Ja du, ich freue mich, dich heute hier als Gästin zu haben. Denn für dich spielt das Wandern nicht nur im Privaten eine große Rolle, sondern du hast es auch geschafft, es mit dem Beruflichen zu verbinden. Aber bevor wir hier gleich richtig einsteigen, erstmal Schritt für Schritt. Dann natürlich auch für dich die klassischen Einstiegsfragen für alle meine Gäste bei Wanderwach und Kaffee. Liebe Sabine, kannst du dich bitte kurz vorstellen? Wer bist du? Wo bist du und was machst du normalerweise, wenn du ja nicht mit mir im Zoom sitzen würdest, um für den Podcast eine Folge aufzunehmen?
SPEAKER_00Ja, also ich bin Sabine Prinz, Gründerin von Prinzpiration, das sind Wandercoachings. Und ich sitze gerade im schönen Kraichgau in Unterkrombach, zu Fußen des Michaelsbergs, ein schönes Ziel mit Blick über die Reihenebene hier in Baden-Württemberg. Und ja, normalerweise gibt es bei mir wenig. Ich bin fast jeden Tag mit irgendwas anderem beschäftigt, entweder ich bin auf Reisen, ich mache Büroarbeit, Nachbereitung oder ich bin bei einem Coaching-Spaziergang unterwegs. Also von daher, ja, Ausnahmen bestätigen bei mir tatsächlich die Regel.
SPEAKER_01Und ich habe es ja schon angedeutet, dass ich mich besonders freue, dass ich heute mit dir spreche. Denn du hast diesen Shift gewagt, du hast diesen Sprung gewagt von, sag ich mal, einer ganz normalen beruflichen Tätigkeit hin zu einer beruflichen Tätigkeit, die mit dem Wandern verbunden ist. Aber ich bin natürlich neugierig, was dich überhaupt mit dem Wandern verbindet. Also du hast schon Baden-Württemberg angesprochen, du hast gerade einen Berg angesprochen. Und liebe Sabine, bist du wandernd aufgewachsen oder kam das Wandern erst irgendwann später zu dir in dein Leben?
SPEAKER_00Das kam tatsächlich erst relativ spät. Vielleicht mag ich es genau deswegen, weil viele sind ja so ein bisschen verprennt, wenn sie in der Kindheit wandern mussten und die müssen dann erstmal diese Negativerfahrung abschütteln. Nicht alle, aber zumindest bin ich da neutral aufgewachsen und das heißt, es war eine eigene Entscheidung. Im Grunde genommen war es oft während Urlauben, wo ich dann ja so Tageswanderungen, wo ich es dann am Strand rausgehalten habe, wo ich gedacht habe, da kann man doch hingehen und hier ist ein schöner Wanderweg. Und wenn wir dann losgelaufen sind, dann hat mein Mann oder Freund damals meistens so, ach nö, es wäre doch so schön, hier zu liegen und zu entspannen. Dann habe ich ihm alles Tolles erzählt, was es denn auf dieser Wanderung zu erleben gibt. Und dann hat er sich immer überzeugen lassen. Aber meistens war es so, wenn wir dann eine halbe Stunde irgendwo in der Hitze gelaufen sind, dann habe ich gemeint, so da unten wäre das Meer. Man hätte ja auch einfach liegen bleiben können. Und dann hat er mich mit meinen eigenen Argumenten aber immer recht schnell gegenüberzeugen können. Und das waren dann immer tolle Touren. Und das Fernwandern oder Weitwandern, das habe ich dann tatsächlich erst so vor sechs, sieben Jahren für mich entdeckt. Das habe ich schon lange, lange geplant, aber hatte dann nie den Partner dazu und wollte dann doch lieber Urlaub mit Partner. Und dann kam Hausbau und Kind. Und ja, irgendwann habe ich dann aber doch gedacht, nee, bevor ich jetzt bei Campingurlaub mit muss, dann mache ich so lange den Lechweg. Das war mein Einstieg und mein Mann so lange im Campingwagen auf dem Campingplatz und dann waren alle glücklich. Und das war so mein Einstieg dann tatsächlich ins Weitermann.
SPEAKER_01Ja, interessant. Lechweg. Dazu hatte ich auch eine Episode und zwar habe ich da mit der Janine von gepackt und losgesprochen. Und die Janine ist den Lechweg, ich meine, von Unterkunft zu Unterkunft gegangen. War das bei dir auch der Fall? War das, weil, wenn ich das richtig verstanden habe, war das deine erste Mehrtagestour? Heißt es von Unterkunft zu Unterkunft oder auch deine erste Tour mit Zelt?
SPEAKER_00Nee, tatsächlich habe ich mich ans Zelt noch nicht dran getraut. Ah ja, okay. Ich bin Weichtspülerwanderin. Mit Unter. Also irgendwann möchte ich das mal machen, aber ja, bisher steht es noch auf der Liste.
SPEAKER_01Ich habe genau darüber, genau zu diesem Thema von Unterkunft zu Unterkunft oder mit dem Zelt, habe ich neulich eine Episode veröffentlicht in meinem neuen Format Wanderwach und Kaffeepause. Ich habe darüber auch im Newsletter geschrieben, da habe ich so ein bisschen versucht, die verschiedenen Kategorien des Weitwanderns aufzufächern. Und man muss sich da auch überhaupt nicht entschuldigen, dass man nicht mehr im Zelt unterwegs ist, sondern es zählt einfach, dass man jeden Tag mit dem zu Fuß unterwegs ist und eine Strecke hinter sich bringt. Und wenn man das von Unterkunft zu Unterkunft macht, ist das absolut legitim. Es ist trotzdem weites Wandern. Und also das war dein Einstieg, der Lechweg war die Einstiegsdroge, sage ich jetzt einfach mal so. Wie ging es dann bei dir weiter?
SPEAKER_00Genau, also ich habe dann tatsächlich, ja, Droge kann man schon sagen. Also ich habe dann in den folgenden Jahren wirklich zwei bis drei Touren gemacht, auch alleine immer. Hab das auch sehr genossen alleine. Einfach, weil ich denke, man hört sich sehr, sehr gut selbst dabei. Und auf einer dieser Wanderungen habe ich mir nämlich dann auch überlegt, naja, wie kann das sein? Wie mache ich das mit meinem Urlaub? Ich möchte mehr unterwegs sein. Die Familie konnte ich ja bis dahin noch nicht begeistern. Das heißt, da sind die Urlaubstage einfach zu viel aufgeteilt auf Wandern, auf Urlaub mit Familie, auf andere Sachen, die sein müssen. Und das war dann eben der Moment, wo ich dann danach mit einem Buch, die schönsten Wanderwege Europas, auf dem Sofa saß. War, glaube ich, um die Weihnachtszeit rum und dann habe ich da Zettelchen geklebt. Und dann kam, habe ich frustriert zu meinem Mann gesagt, naja, wenn ich das jetzt ausrechne, wie viel Urlaub ich da brauche, das reicht ja bis zur Rente nicht. Und ich bin trotzdem noch durch mit den Zetteln, die ich geklebt habe. Dabei habe ich mich ja schon eingeschränkt und dann hatte er so von der Seite lapidar gemeint, naja, du müsstest halt damit dein Geld verdienen. Und das war eigentlich so tatsächlich der Schalter, der sich dann umgelegt hat und dann war es eben die Idee, das zum Beruf zu machen.
SPEAKER_01Bevor ich in dieses Thema mit dir einsteige, möchte ich trotzdem noch wissen, du hast gerade auch gesagt, man hört sich selbst, wenn man unterwegs ist, wenn man weit wandert. Oder man ist sehr bei sich. Was meinst du damit? Kannst du das vielleicht mal genauer beschreiben, was dir das auch gibt?
SPEAKER_00Ja, das ist eine gute Frage, weil beruflich habe ich ja schon immer sehr, sehr viel mit Menschen zu tun. Und wenn man ein aktiver Zuhörer ist und von der Tendenz her bin ich ja auch ein eher ruhiger Mensch. Und dann ist man sehr viel bei anderen. Und auf der anderen Seite, klar, wenn es dann ruhig wird, dann reflektiert man viel selbst, vielleicht ein bisschen zu viel manchmal. Und ich finde es einfach schön, wenn man wirklich alleine auch unterwegs ist, dann ist da Raum. Und durch das selber Fortbewegen hören die Gedanken auch auf, sich so im Kreis zu drehen. Man hat natürliche Unterbrechungen durch Naturgeräusche, man nimmt die auch wahr. Und ich finde, man denkt da in ganz anderen Bahnen als zu Hause im Bett, wenn da Stillstand und Kreisen. Also wenn man sagt, ich laufe, ich bewege mich, ich komme körperlich voran und irgendwie habe ich dann das Gefühl, ich komme dann auch geistig voran. Und ja, und gerade wenn ich sonst so viel unter Menschen bin, ist es einfach schön, mal die Ruhe im Kopf auch zu haben. Ich genieße das schon ab und zu, wenn man auf dem Weg jemanden trifft und mit dem ein Stück des Weges teilt. Aber ich merke dann schon nach einer Weile, nee, jetzt habe ich wieder nicht das Gletschern vom Fluss nebendran wahrgenommen. Ich höre mir wieder an, worüber sich die andere Person im Büro ärgert. Wo ich denke, nee, dann meistens setze ich mich dann relativ schnell wieder ab, dann habe ich es genossen, aber dann bin ich einfach wieder sehr gerne für mich.
SPEAKER_01Ich habe auch die Erfahrung gemacht, also ich genieße das auch, dass ich einfach dann bei mir bin, weil mein Job hat auch ganz viel mit Beziehungsarbeit, mit Menschen zu tun hat und ich bin den ganzen Tag am Reden. Wenn man dann unterwegs ist, irgendwie kommt der Geist dann so ein bisschen zur Ruhe. Und manchmal nehme ich mir auch vor, es gibt ein bestimmtes Thema, über was ich genauer nachdenken möchte. Und dann gehe ich wandern, aber ich denke dann überhaupt nicht drüber nach. Ich denke dann eher drüber nach, kriege ich jetzt eine Plasam, kleinen C, da ist eine Druckstelle oder ich habe Hunger, mache ich jetzt schon eine Pause oder wo schlafe ich heute Abend? Also es gibt eher so andere Themen, die dann irgendwie, so diese Themen, über die man eigentlich nachdenken wollte, so verdrängen. Aber trotzdem kommt man dann, oder mir geht es oft so, ich komme dann zurück nach Hause und ich habe das Thema trotzdem bearbeitet, aber irgendwie nicht so aktiv und vordergründig. Aber trotzdem habe ich so eine Klarheit mit nach Hause gebracht, die ich gar nicht erwartet hätte, weil ich habe ja dann doch irgendwie nicht über dieses eine Thema nachgedacht. Geht ja das auch manchmal so? Ist das auch etwas, was dir so erlebst?
SPEAKER_00Auf jeden Fall. Und ich würde aber tatsächlich sagen, beides. Also auf der einen Seite genieße ich das so, dieses ein-To-Do und ich kann auf mich hören und kann entscheiden und ich kann genau meinen Bedürfnissen nachgehen und ja, habe meinen Job erledigt für den Tag quasi. Und dann gibt es aber auch Touren oder auch einzelne Tage oder Abschnitte oder Phasen auf einer Wanderung, wo ich tatsächlich so ein Büchlein dabei habe und wo ich dann wirklich auch konzeptuell dran arbeiten kann, konzeptionell dran arbeiten kann. Und ja, da füllt sich dann das Büchlein nach und nach. Also ich kenne, ich kenne wirklich beides.
SPEAKER_01Interessant. Ich glaube, so ein Büchlein dabei zu haben, um dann Gedanken auch mal ganz aktiv zu denken und auch aufzuschreiben, das ist auch wichtig. Ich habe immer so eine Voice-Memo-App, die ich dann benutze, wenn ich dann doch mal so einen Gedanken habe, den ich festhalte. Aber okay, ja, spannend. Und warum muss das draußen sein? Warum muss das in der Natur sein für dich? Viele finden ja auch vielleicht so eine Art Erkenntnis oder so, so diese Ruhe im Kopf beim Marathonlaufen oder keine Ahnung, wenn sie irgendwie Fahrrad fahren oder wenn sie malen oder ein Instrument spielen, warum ist das für dich das Draußensein und das Wandern?
SPEAKER_00Weil ich glaube, dass man genau, also zum Teil ein paar der Dinge, die du aufgezählt hast, die sind mir persönlich zu schnell. Das heißt, beim Laufen ist man irgendwie limitiert. Das ist so eine schöne Geschwindigkeit, wo Dinge vorbeiziehen, man kann sie nicht festhalten, aber man nimmt sie alle noch wahr, auch im Detail. Und das holt mich total runter. Genau diese Art von Geschwindigkeit. Und dann während dem Laufen kann man nicht besonders viel machen. Ich meine, klar, man kann jetzt das Handy auch während dem Laufen haben, aber wenn die Wege halbwegs anspruchsvoll sind, dann schafft man das schon nicht mehr. Und das heißt, da wird man dazu gezwungen, einen Fuß vor den anderen zu setzen, zu gucken, wo man hinläuft, aber sonst nichts. Und das gibt mir total viel Freiraum in Verbindung mit der Geschwindigkeit. Und ja, ich glaube, ähnlich wie beim Marathon, man kommt ja auch beim Wandern in den Flow. Gerade wenn man längere Strecken wandert, aber passiert ja auch schon bei kürzeren. Und ich empfinde da auch so eine Freude dabei, wenn man irgendwann einen neuen Ausblick vorbeikommt. Oder auch wenn es mal stupide ist, dann ist es fast schon meditativ. Ja, das macht für mich den Unterschied. Also ich glaube, andere Tätigkeiten können auf jeden Fall auch Kreativität und Entspannung auslösen. Aber für mich ist dieses Wandern der Freiraum im Kopf dieses und gleichzeitig dieses Gefühl von Vorankommen. Und das finde ich einfach eine schöne Kombination.
SPEAKER_01Okay, und jetzt bin ich natürlich neugierig, wie du für dich den beruflichen Shift geschafft hast. Denn du warst, du warst jahrelang im unter anderem Führungskräftetraining tätig. Du hast als Wirtschaftspsychologin gecoacht, du hast Leute auf Positionen vorbereitet, du hast gecoacht. Für viele ist das ja eine absolute Traumstelle eigentlich. Oder es klingt zumindest nach einer richtig coolen Stelle. Du hast es aber gewagt, den Schritt in die Selbstständigkeit zu gehen und dieses Coaching, diese Beratung, dieses Training dann auch mit deiner Leidenschaft fürs Wandern zu verbinden.
SPEAKER_00Genau, also gestartet habe ich als Wirtschaftsingenieurin und hatte dann genau über den technischen Vertrieb, bin ich dann immer mehr so ein bisschen in Richtung Personal und Organisationsentwicklung gedriftet habe. Also die Überschrift war zwar Lean Management und Projektmanagement, aber ich habe mich immer um die Menschen dahinter gekümmert. Also genau wie du es beschrieben hast. Da waren Trainings dabei, verschiedene Trainings über Methoden, aber auch im freien Weiterbildungsprogramm Kommunikation, Projektmanagement, Führung, auch Coach to Coach. Das heißt, ich habe dann KollegInnen auch eingeführt ins Unternehmen und die Art und Weise, was bei uns dann trainiert wurde und gecoacht wurde, begleitet. Hatte dann auch gegen Ende ein eigenes Team, das ich etabliert habe, die sich dann auch mit Verbreitung der Prozesse und Methoden beschäftigt haben. Und auch Digitalisierung war dann ein Thema, Transformation. Und ja, also es ist nach wie vor ein totaler Traumberuf, genau deswegen bin ich jetzt auch Wirtschaftspsychologin im Masterstudium, weil ich das noch mehr vertiefen möchte, die Richtung, in die ich quasi Learning by Doing reingekommen bin, möchte es gern trotzdem weiter vertiefen. Und ja, letzten Endes war es keine Weg-Von-Entscheidung. Also es war keinerlei Unzufriedenheit mit dem, was ich tue, sondern es war eher ein Hin zu dem, wo ich sage, ich kann eine Brücke bauen zwischen meiner privaten Leidenschaft, das Reisen organisieren, die Welt entdecken. Auch ich habe auch wirklich immer für andere die Reise mitorganisiert, hat mich dann gefreut, wenn ich denen was zeigen konnte quasi oder wenn sie das gemeinsam entdeckt haben. Und auf der anderen Seite jetzt eben die Verbindung mit dem, dass ich sage, ich finde es einfach, ja, es könnte meine Lebenswährung sein, die Aha-Effekte von anderen Menschen, wenn man sagt, ja, durch ein Gespräch kann man so viel bewirken. Und ich weiß es ja selber, mit wem ich schon Gespräche geführt habe. Und jahrelang denkt man noch an irgendeinen Impuls, den man von jemandem bekommen hat. Und das möchte ich einfach furchtbar gern für andere sein, in einem Gespräch dazu verhelfen oder in einem Training, dass sie was mitnehmen für sich, was sie wirklich im Leben nachher brauchen und einsetzen können. Und durch dieses Wandercoaching ist jetzt für mich genau diese Brücke entstanden, wo ich es einfach rausverlegt habe quasi und das kombiniere mit einer Reise, mit der Natur und auf der anderen Seite dann eben Training oder persönliche Weiterentwicklung und Coaching.
SPEAKER_01Viele träumen ja davon, würde ich einfach mal so behaupten, weil ich rede ja auch mit vielen, vielen Menschen und auch für den Podcast und natürlich auch in beruflichen Kontexten. Viele träumen davon, so aus ihrem vorherigen beruflichen Alltag auszusteigen und den Schritt zu wagen in entweder eine Selbstständigkeit oder den Schritt zu wagen hin in eine in der Auszeit, in den Sabbatical oder den Schritt hin zu einer neuen beruflichen Aufgabe, die vielleicht eher den eigenen Interessen und Leidenschaften entgegenkommt. Und das braucht ja auch immer so ein bisschen Mut, obwohl das schon fast so ein bisschen banal klingt. Aber irgendwo braucht es ja doch Mut. Woher hast du den Mut genommen, den Schritt zu wagen? Heraus aus einer beruflichen Situation, wie du es gerade so schön auch beschrieben hast, hin zu einer Weiterentwicklung für dich, aber gleichzeitig auch hin in eine Selbstständigkeit, die deine beiden Leidenschaften, deinen Job und das Wandern verbindet.
SPEAKER_00Also genau, also bei mir war es so, ich habe tatsächlich schon länger mit dem Gedanken gespielt. Also gerade das Coaching. Ich habe da ja auch eine Ausbildung gemacht vor ein paar Jahren, zwei Jahre in Heidelberg, eine systemische Coaching-Ausbildung, and habe das quasi fundiert gelernt. Before I schon a while here Learning by Doing gemacht. Under schon wirklich gemerkt, this is my thing, that sind meine Stärken. Da habe ich das Gefühl, ich kann wirklich anderen Menschen was geben. And da hat der Mut nicht gereicht, weil der Markt ist momentan immer überschwemmter, also war er schon immer, and it was ja immer mehr with ganz verschiedenen Ausrichtungen von Coaches. And ich komme aus der Industrie, ich habe die Ausbildung, aber ich hatte eigentlich nie so ein richtiges Schwerpunktthema. Wenn vielleicht Lean Management, aber das mag ich, da stehe ich total dahinter, aber ich wollte mich jetzt nicht mit genau dem Schwerpunkt Lean Management und Coaching selbstständig machen. Und von daher hat es schon eine ganze Weile geruht und ich hatte nicht genug Mut, mich damit selbstständig zu machen, weil es ja immer heißt, naja, man muss ja schon eine gewisse Spezialisierung haben. Und mein Vorteil ist eigentlich eher, dass ich breit aufgestellt bin. Aber im freien Coaching-Markt als Selbstständige ist es dann wiederum eher ein Nachteil, sich hervorzuheben, wenn man breit aufgestellt ist. Und dann, wie gesagt, auf dem Sofa, als es hieß, naja, verbinde es doch mit dem Wandern, dann habe ich plötzlich gedacht, ah, da ist doch meine Spezialisierung. Ja, stimmt, die Kombination, die gibt es tatsächlich noch nicht so wirklich häufig am Markt. Und wenn dann auch eher so singulär oder ortsgebunden. Und das war dann für mich der Moment, wo ich gesagt habe, ja, jetzt probiere ich es einfach aus. Und ja, also ich glaube, dass das die Idee, das zu verknüpfen und damit eine Spezialisierung zu haben, das war ein Faktor. Und der zweite ist, dass ich generell gerne jemanden bin, der ins kalte Wasser springt. Also ich habe auch in der Vergangenheit, wenn ich bei einem Firmenwechsel, da habe ich auch schon gekündigt, ohne was Neues zu haben, wo dann auch mich viele für verrückt erklärt haben, wo ich gedacht habe, naja, ich werde schon wieder was finden. Und ähnlich ging es mir jetzt auch so. Ich sage, naja, und selbst wenn es doch nichts werden sollte mit der Selbstständigkeit, wenn irgendwas passiert oder wenn es anders läuft, wie gedacht, ich werde wieder irgendwo unterkommen und wo, ja, wo eine Tür zugeht, geht eine neue wieder auf. Und ja, das hat dann gereicht, um zu sagen, nee, ich würde es mehr bereuen, wenn ich es nicht probiere. Und ja, dann ging es los.
SPEAKER_01Was ist Coaching eigentlich? Also das scheint ja, wie du auch gerade gesagt hast, es gibt ganz viele Coaches für verschiedene Bereiche. Aber Coaching ursprünglich, du hast ja auch eine Top-Ausbildung, du hast es jahrelang gemacht, du bist Wirtschaftspsychologin, du hast systemische Coach-Ausbildungen draufgesetzt. Aber was ist Coaching eigentlich?
SPEAKER_00Ja, tatsächlich ist es wirklich schwierig, den Begriff sauber einzuordnen. Ich glaube, es kann helfen, sich die Abgrenzung von Coaching zwischen Beratung und Therapie zu überlegen. Und auch das ist natürlich, genauer mal hinschaut, immer viel Grauzone. Aber in meiner Coaching-Ausbildung hat eine Dozentin das mal ganz gut auf den Punkt gebracht. Die hat gemeint, naja, bin ich. Beratung ist, wenn der Berater, die Beraterin wirklich etwas besser weiß und der anderen Person sagt, wie es geht. Therapie ist, wenn sich eine Person nicht selbst helfen kann. Das ist natürlich das Ziel, Hilfe zur Selbsthilfe, dass sich die Person wieder selbst helfen kann. Es ist aber initial nicht ohne weiteres möglich, zum Beispiel bei einem Trauma oder bei irgendeinem Punkt. Und Coaching ist im Grunde genommen dann der richtige Weg, wenn sich die Person durchaus noch selbst helfen kann, aber einfach der Impuls dazu fehlt. Das heißt, die Person kennt das Was, im Grunde genommen selbst, was sie möchte, aber ihr fehlt noch ein Impuls, wie komme ich da hin? Oder auch umgekehrt, je nachdem. Und dann ist das Coaching im Grunde genommen. Ich sage immer, das ist so ein bisschen, man kann natürlich viel selber überlegen, reflektieren. Es gibt viele Selbstcoaching-Methoden, aber man kann sich einfach nicht selber kitzeln. So bezeichne ich das immer. Man kann sich Witze durchlesen, man kann sich lustige Filme anschauen, das hilft alles ein Stück weit. Aber so richtig Lachen geht, wenn man gekitzelt wird und das kann man nicht selbst. Und das ist im Prinzip das Coaching. Und da das Gespür dafür zu haben. Naja, wo muss man denn hin? Irgendwo zwischen Anschlussfähigkeit, also sprich zwischen empathisch auf eine Person eingehen, aber auch so ein gewisses Maß an Irritation. Und das kann dann unheimlich viel bewirken, dass man plötzlich eine Sache von einer anderen Seite betrachten kann, dass man Impuls bekommt und von dort aus dann wieder einen Schritt weitergehen kann. Und das ist im Grunde genommen dann auch der Unterschied zur Therapie oder zu einem Psychologen. Weil selbst wenn die Person ein Aha-Erlebnis hat, ist sie nicht in der Lage, einen nächsten Schritt zu tun, von da aus es wieder anders weitergehen kann. Die bleiben dann stecken. Und das würde ich zum Beispiel mir auch gar nicht anmaßen auf meinen Reisen. Natürlich kann es auch ergänzen, dass man sagt, ja, eine Person ist vielleicht auch gerade in therapeutischer Begleitung. Dann kann ein Coaching auch eine gute Ergänzung sein, weil meistens betrifft es ja nicht alle Lebensbereiche. Dann kann es durchaus sein, dass man sagt, naja, aber für den anderen Lebensbereich, da bin ich durchaus in der Lage, selbstwirksam zu sein und da dann auch durch ein Coaching ein gutes Gefühl dafür zu bekommen. Genau. Und ja, so, ich hoffe, das hilft ein bisschen, das Coaching abzugrenzen.
SPEAKER_01Und ich glaube, es ist auch ganz wichtig zu sagen, dass natürlich ein Coaching auch keine Therapie ersetzt und dass man eine Therapie machen sollte, wenn es eine klinische Diagnose gibt, wo man wirklich Hilfe braucht, weil man nicht mehr rauskommt aus einer bestimmten Situation. Und ich denke, ein Coaching, und das hast du ja gerade wunderbar umrissen, kann Anreize geben, kann Impulse geben, vielleicht einen neuen Denkansatz ermöglichen. Und von daher, man kann sich nicht selber kitzeln, sondern die Denkansätze kommen dann von außen, die neuen Impulse von außen, die einem nochmal eine neue Idee geben, was man vielleicht auch für sich weiter noch in Betracht ziehen kann.
SPEAKER_00Absolut. Und genau das kann ich unterschreiben. Und da ist, glaube ich, auch die Erwartungshaltung einfach wichtig. Erstens, wer geht da mit bei einer Gruppe? Das sind jetzt nicht alles psychisch kranke Menschen, die da mitgehen um Himmels Willen, wie gesagt, das würde ich mir gar nicht anmaßen. Ich bin keine Therapeutin, keine Psychologin. Und auf der anderen Seite natürlich kann man auch von fünf Wandertagen nicht erwarten, dass man das große Lebensproblem, was man jetzt in Jahrzehnten vorher vielleicht nicht geschafft hat, nach fünf Wandertagen, komplett durchbearbeitet und aufgelöst hat. Sondern genau wie du sagst, einfach einen Impuls, einen neuen Ansatz, man ist einen Schritt weiter, man kann wieder, wenn man zurück ist, an einer anderen Stelle ansetzen und schafft es wieder aus eigener Kraft ein Stück weiter.
SPEAKER_01Und welche Rolle spielt in deinen Coachings dann das Wandern? Denn du hast ja jetzt schon mehrfach angesprochen, du gehst auf Reisen mit deinen Kundinnen und Kunden oder den Personen, die Interesse an dem Coaching haben. Ja, was passiert dann beim Wandern und welche Rolle spielt das Draußensein vor allen Dingen auch?
SPEAKER_00Ja, also ich finde es sehr essentiell, weil wir hatten es vorhin davon schon, was es mir gibt. Und du hast beschrieben, es geht dir auch ähnlich. Das heißt, ich halte sehr viel davon, dass dieses In Bewegung sein, dieses Draußensein, es ist ja auch viel erwiesen, die Terpene in den Wäldern, das senkt ja alles den Stresslevel. Und an manche Gedankengänge komme ich erst ran, wenn ich ein Stresslevel um ein gewisses Maß gesenkt habe. Da gibt es dann Studien dazu. Und das heißt, erst, wenn ich mitten im Alltag eine Coachingstunde habe, natürlich hilft die sicher, also keine Zweifel, biete ich ja auch an, gerade als Nachbereitung zum Beispiel. Aber es ist einfach was anderes, wenn so eine Coachingstunde in den Alltag eingebunden ist. Ich komme vielleicht abgehetzt an, bis ich überhaupt mal mit allen Sinnen und an allen Gedanken in so einer Coachingstunde angekommen bin, ist die schon fast wieder um. Und dann bin ich gedanklich vielleicht fast schon wieder, ja, ach Gott, und da muss ich aber noch zur Post, bevor die zumacht und dieses noch und jenes noch. Und das heißt, dieses zur Ruhekommen, dieses eben gar nichts anderes nebenbei machen können. Das finde ich so essentiell wichtig, um in einer ganz anderen Geschwindigkeit auch innerlich voranzukommen. Und dann habe ich zum Beispiel auch noch das Konzept, also wem es möglich ist, dass ich sage, naja, lasst euch mal drauf ein, ohne Gepäcktransfer. Ich habe ja vorhin gesagt, hier von Unterkunft zu Unterkunft, das heißt, einen gewissen Komfort gibt es schon. Ich habe dann auch meistens ein, so ein Highlight-Hotel mit Wellnisbereich und dann aber auch wieder ein paar ganz schlichte Unterkünfte, weil ich finde, das macht auch was mit einem. Und ja, also ich finde es schön, wenn man sich darauf einlässt, sein Päckchen zu tragen. Das ist ja auch total sinnbildlich für das Coaching, wo man ja auch davon ausgeht, gerade im systemischen Coaching nochmal ganz besonders, ich habe schon alles in mir drin, was ich brauche, um mein Problem, mit dem ich mich selber ja am besten auskenne, zu lösen. Und da finde ich, ist diese Reduktion schon vor der Reise auf wirklich nur das Allernötigste und Wesentliche so sinnbildlich. Und auch das Erleben gerade von den Personen, die das sonst nicht machen, für die das wirklich so ein bisschen Mut erfordert, jetzt da ihr Gepäck zu tragen, ist es ein unglaubliches Gefühl von Selbstwirksamkeit. Und wenn man das mal erlebt, was ich eigentlich schaffe und dass ich meine ganzen Sachen selber trage, das strahlt so auch auf diese innerlichen Themen ab, wo dann die Personen auch plötzlich das Gefühl bekommen, naja, wenn ich alles tragen kann, dann schaffe ich auch innerlich voranzugehen und mein Päckchen zu tragen quasi. Und die Kombination, finde ich, hat so unfassbar viel Wirkung und Wechselwirkung. Also, und man hat natürlich auch irgendwo noch das Gefühl, man ist im Urlaub, das heißt, man ist so eine schöne Mischung aus entspannt, aber trotzdem herausgefordert, weil es ja für manche doch nicht so üblich ist, mehrere Tage hintereinander zu laufen. Das ist ja, die Kombination ist einfach gut.
SPEAKER_01Kann man so typische Ziele überhaupt formulieren, womit Personen zu dir kommen, oder ist da einfach nur so ein Gefühl, es gibt da was, was ich irgendwie für mich bearbeiten möchte, wo ich eine neue Perspektive brauche, was ich auch gerne mal mit einer Coach in Deutsch sprechen möchte? Oder kommen Personen direkt mit einem konkret vorformulierten Ziel zu dir und sagen, liebe Sabine, ich möchte das und das in den nächsten Tagen besprechen und für mich Klarheit gewinnen?
SPEAKER_00Beides tatsächlich. Also zum einen, und das ist gerade bei den Coaching-Spaziergängen, da kommen die Personen schon mit einem konkreten Anliegen. Die können das oft auch ganz gut umreißen. Für die Reisen gebe ich quasi die Themen vor, wobei die Themen sich sehr überlappen. Also ich habe dann so fünf Themen für typische Übergangsphasen im Leben, beispielsweise mehr als Rente, ist ein ganz wichtiger Übergang im Leben. Aber womit die Einzelperson dann kommt, das ist wiederum sehr unterschiedlich. Aber das hat dann auch den Raum. Also das heißt, ich gebe ja schon Impulse und Übungen vor. Ich formuliere es dann auch immer wie so ein Blumenstrauß. So ein Blumenstrauß, wenn man den in der Gärtnerei holt, da sind auch viele Elemente bei fast jedem Strauß gleich, irgend so ein Farnblatt oder Hüllblätter oder Schleierkraut oder eine Rose. Und manche sind dann aber halt auch nur für diesen einen Strauß, die Lilie dann, die gibt es dann nur in dem einen. Und so ähnlich sind meine Impulse für die Coaching-Reisen aufgebaut. Und das heißt, auch wenn die Pulse teilweise relativ allgemein sind und zum Beispiel zulassen, dass eine Person, die noch gar nicht in Rente ist, teilnimmt und vielleicht wissen möchte, oje, ich habe Angst, wie wird das? Ich hänge so an meiner Arbeit und eher das persönliche Anliegen mitbringt, so ist es dann bei einer anderen Person, die teilnimmt, eher, naja, ich bin jetzt schon vier Jahre in Rente und irgendwie fühlt es sich so leer an, womit soll ich das füllen? Was erhoffe ich mir eigentlich noch? Und das passt dann aber beides in die Gruppe. Und ich finde, das ergänzt dann auch sehr gut, weil wenn man das Thema für so eine Reise zu eng eingrenzen würde oder gar nicht, dann wird es auseinanderlaufen oder gar nicht matchen. Und von daher hat sich das als ganz gut erwiesen, wenn man so ein Schwerpunktthema setzt. Eben mehr als Rente, Kraftschöpfen für Leute, die eben vielleicht eine Krankheit hinter sich hatten oder Burnout oder die vielleicht auch wissen, es kommt eine anstrengende Zeit auf mich zu. Ja, also so haben die Themen dann einen Schwerpunkt. Vielleicht gibt es noch Berufung finden für Menschen, die, also neulich hatte ich jemand in Rente, der sagt, naja, ich möchte Berufung finden. Klar, die Person hätte auch in mehr als Rente mitgehen können. Also es ist so relativ flexibel, aber es passt dann zu den Impulsen.
SPEAKER_01Spannend, total spannend. Und ich muss gerade darüber nachdenken, es sind ja Gruppen, du machst ja Gruppenreisen und wenn du diese Gruppe unter ein bestimmtes Thema stellst, da spielen doch sicherlich auch Gruppendynamiken eine Rolle. Hast du da, also ich hoffe, du hast viel gute Erfahrungen gemacht, aber ich könnte mir gut vorstellen, dass es Personen gibt, die eher zögerlich sind, wenn es darum geht, so ein Wandercoaching zu machen, wenn eine Gruppe unterwegs ist. Kann man da, gibt es da begründete Zweifel oder kannst du quasi dem Personen die Angst nehmen, hey, das ist eigentlich total unbegründet, sondern in einer Gruppe unterwegs zu sein, kann sogar total gut sein.
SPEAKER_00Also ich, also die Angst nehmen ist schwierig. Ängste sind nun mal da. Und wäre vielleicht auch gelogen, wenn die immer total unbegründet sind. Da muss man ja nochmal genauer hinschauen. Was ich aber auf jeden Fall sagen kann, ist, dass ich mich definitiv um Gruppendynamik kümmere. Also damit unterscheide ich mich ja. Ich habe bewusst kleine Gruppen bis maximal zehn Personen. Da wird man auch der Einzelperson auch wirklich gerecht. Das klappt dann noch bis zu dieser Gruppengröße. Und ich halte eben auch viel davon, wirklich die Gruppendynamik zu begleiten. Also damit unterscheide ich mich auch von anderen Wandergruppenreisen, die kein Thema haben, die nicht diesen Ansatz haben. Da läuft einer vorne raus und wenn man Glück hat, sagt dann auch, guck da oben einen Steinadler. Oder ja, mehr oder weniger, ist jetzt böse gesagt, das sage ich auch. Guck mal hier. Also das lasse ich schon auch einfließen, deswegen gar nichts Negatives. Aber da bleibt sehr beim Wanderführer, inwiefern die sich die Gruppendynamik kümmern möchten oder nicht. Und das mache ich auf jeden Fall. Also für mich ist die Gruppendynamik das Kennenlernen in der Gruppe frühzeitig auch erkennen, wo passt vielleicht was nicht, das aufzugreifen. Das ist für mich wie beim Teambuilding. Also hatte ich ja, ist ja auch mein Steckendpferd-Teambuilding, habe selber Teams aufgebaut, andere Teams begleitet in schwierigen Phasen. Von daher habe ich da durchaus das Handwerkszeug und es ist mir auch wichtig, dass sich die Personen wohlfühlen. Und dass es auch wirklich eine Gemeinschaft wird, die sich gegenseitig bereichert. Es gibt ja dann auch Gruppenübungen. Und was mir wichtig ist, ist, dass es, und das ist, glaube ich, eine der Ängste von Menschen, die sagen, naja, ich bin dazu gewohnt, über Gefühle zu reden und ich möchte nicht vor einer Gruppe stehen und da mein Seelenleben auspacken. Das sage ich wirklich ganz aktiv vorneweg. Ich war mal selber in der Mutter-Kind-Kur und da habe ich das erlebt und das war so wohltuend, die Legitimation von außen zu bekommen und nicht selbst drum zu kämpfen müssen, dass ich meinen Freiraum habe. Und genauso auch beim Wandern, also es muss keiner an der Übung teilnehmen, es darf jeder in Stillarbeit machen, ist auch beim Abendprogramm. Ich habe ganz bewusst den Abend offen gehalten. Natürlich organisiere ich für die, die gemeinsam essen gehen möchten. Aber ich sage das auch jeden Abend dazu, wenn sich jemand ausklinken möchte und Ruhe braucht, weil was nachklingen möchte, weil er gerne alleine sein möchte. Das ist mir ganz, ganz wichtig. Also die Angst kann ich auf jeden Fall nehmen. Es muss keiner Seelenstrip dies machen. Es darf sich jeder rausnehmen, sowohl abends als auch bei einzelnen Übungen. Und das andere hatte ich tatsächlich gemerkt, ich meine, wer viel wandert, kann das vielleicht gar nicht immer so nachvollziehen. Aber viele fühlen sich doch sehr herausgefordert, allein schon mehrere Tage auch nur 15, 16, 17 Kilometer hintereinander zu laufen. Die trauen sich oft allein die Distanz nicht zu, obwohl sie körperlich an sich fit sind und auch nicht mehrere Tage und schon gar nicht in gemischten Gruppen. Also ich habe teilweise Women-only-Gruppen, ich habe aber auch sehr viele gemischte Gruppen. Und da ist auch immer noch die Angst, naja, gerade als Frau, da sind Männer dabei und dann hänge ich hinten dran und dann bin ich der Klotz am Bein für die Gruppe und das ist mir dann peinlich und dann schaffe ich es vielleicht nicht. Und die Angst, die kann ich auch tatsächlich nehmen, weil das steuere ich sehr gut. Und erstens kommt es gar nicht dazu, dass man wirklich unter die verschiedenen Konditionen spürt, weil ich so viele Pausen mache durch die Impulse. Man läuft automatisch langsamer, wenn man Gruppenarbeiten macht. Wir bleiben sehr viel öfter zwischenrein mal stehen. Und dann, wie gesagt, habe ich ja trotzdem zusätzlich noch die Stops, wenn ich sage, ach, guck mal, hier am Wegerand, da wächst gerade was Interessantes oder ich erzähle mal kurz, was es, ich lasse es ja trotzdem einfließen, was es dann nachher landschaftlich, kulturell zu sehen gibt. Und von daher kann ich die Angst auch nehmen, dass jemand nach hinten fällt oder das körperlich nicht schafft, wenn er in einer normalen Verfassung ist. Das kann ich also fast guten Gewissens auch ausschließen.
SPEAKER_01Also die professionelle Ausbildung als Coaching, die ist ja zweifellos vorhanden. Aber braucht es noch mehr, um dann tatsächlich auch den Fokus auf das Wandern zu legen? Hast du zum Beispiel eine Ausbildung als Wanderführerin oder hast du da bestimmte Zertifikate, Erste Hilfe? Also was braucht es noch, um in dem Bereich den Fokus auch aufs Wandern zu legen?
SPEAKER_00Offiziell brauchen tut es das tatsächlich nicht, genauso wenig wie Coach, ein geschützter Begriff ist. Mir ist es persönlich aber schon in allen Bereichen immer sehr wichtig, fundiert unterwegs zu sein. Natürlich kommt es dann immer auf die Einzelperson drauf an, was man draus macht. Und das i-Tüpfelchen ist ja dann eben gerade, dass ich nicht nur stupide irgendwelche Methoden anwende, sondern zu sagen, naja, wie gehe ich als Person denn damit um und was mache ich draus? Beim Wandern ging es mir da genauso. Das heißt, ich bin tatsächlich vom Deutschen Wanderverband aus zertifizierte Wanderführerin. Das beinhaltet dann schon, dass man alle fünf Jahre zwei Fortbildungen machen muss und auch als Erste-Hilfe-Kurs auffrischen muss. Ich habe dann noch Zusatzqualifikation, Alpine Pfade, das ist so ein Mittelweg zwischen Bergwanderführerin, aber ein bisschen mehr als normale Wanderführerin, wo man einfach auch in etwas anstrengenderem Gelände, alpinerem Gelände unterwegs ist und auch für den Winter da nochmal ein bisschen mehr mitbekommt, was muss ich denn jetzt da beachten. Und das bringt dann auch mit sich, dass man auch beim Europäischen Wanderverband aus automatisch quasi als European Walkleaderin geführt ist. Und ja, in dem Zusammenhang, weil ich das aus eigener Erfahrung weiß, ich hatte vor meinem Lechweg, hatten wir es ja vorhin davon, von meiner ersten mehrtägigen Tour, kam ein guter Freund von meinem Mann vorbei und hat es mitbekommen. Und dann kam der am nächsten Tag nochmal mit einem Päckchen, mit Nüssen und Trockenfrüchten. Und der war vorher den Westweg gegangen und der hat mir einfach ein paar Tipps gegeben. Und die waren so hilfreich. Und vielleicht hätte ich den trotzdem geschafft, den Lechweg, aber garantiert nicht mit dem Komfort. Und davon möchte ich tatsächlich was weitergeben. Also entweder in meinen Gruppen, aber auch in der Volkshochschule gebe ich Kurse weitwandern oder wandern aber richtig, wo es ein bisschen um G-Technik geht. Einfach die Sachen, die man beachten kann. Dieses kein Blasenpflaster präventiv, sondern eher dann Tapen oder Schnürung variieren oder wie geht die richtige Rucksackinstellung und es gibt gar nicht die richtige, sondern es lebt davon, dass man eben variiert. Und solche Tipps gebe ich dann weiter. Und auch als Dozentin zum Beispiel bei der Heimat- und Wanderakademie, das ist auch vom Deutschen Wanderverband in Süddeutschland dann die Kurse, wo es dann auch um Waldwandern geht. Also da gebe ich das auch wirklich gerne weiter.
SPEAKER_01Was sind das für Personen, die ja, die entweder in deine Volkshochschulkurse kommen oder auch in der Heimat- und Wanderakademie teilnehmen oder dann eben auch deine Coachings und deine Reisen buchen? Was sind das für Menschen?
SPEAKER_00Im Grunde genommen, ich glaube, was sie alle gemeinsam haben, ist es, dass es sehr offene Menschen sind, die alle sehr, also vom Charakter her, die interessiert sind an Gesellschaft, also ja, an anderen Menschen, die Freude haben an Bewegung, ob sie jetzt viel oder wenig Angst haben, sei mal dahingestellt, aber die grundsätzlich einfach Lust drauf haben, rauszugehen. Und vom Alter her oder von der Bildung ist es komplett gemischt. Also es gibt ein bisschen einen Schwerpunkt bei, sagen wir mal, ab 50 ungefähr. Ich glaube, das liegt aber einfach nur daran, dass dann so die Rush Hour des Lebens wieder mehr Raum lässt für längere Touren oder auch die Kinder dann nicht mehr so engmaschig betreut werden können. Das gerade wenn beide nicht mehr müssen. Oder nicht mehr müssen, genau. Das stimmt. Das stimmt. Also da fehlt so ein bisschen so zwischen Mitte 30 und 50, da wird es ein bisschen weniger, aber ich glaube nicht, weil das Interesse nicht da ist, sondern weil es einfach den Lebensumständen geschuldet ist. Aber es gibt viele jüngere Menschen, es gibt Alleinstehende, es gibt auch viele, wo der Partner einfach keine Lust hat auf das Wanderthema, die sich dann gern irgendwo anschließen. Es gibt aber auch etliche Paare. Und gerade jetzt bei dem Thema mehr als Rente, da ist es dann auch oft so, ein Partner kommt in Rente oder der andere muss noch arbeiten oder beides sind in Rente. Also es macht ja auch ganz viel mit einer Partnerschaft. Und die gehen dann tatsächlich auch gerne zu zweit los und wollen die Zeit zum Beispiel nutzen, um zu schauen, naja, wie soll denn jetzt der nächste Lebensabschnitt gestaltet werden. Also tendenziell sind es mehr, die Gruppe ab Mitte 50 oder Anfang 50 als jetzt die. Aber das ist ja auch wiederum einfach nur statistische Verteilung. Es gibt ja auch einfach mehr Menschen, die älter sind als 50, als die, die unter 35 sind und schon alleine loslaufen.
SPEAKER_01Ja, das stimmt. Du, lass uns mal so ein bisschen auch schauen, woher oder woran es liegen könnte, dass überhaupt wandern so ein großes Thema geworden ist in den letzten Jahren und immer mehr wird. Und auch das Thema Coaching, also ich finde, ich finde das überhaupt großartig, dass man sich einfach auch von außen eine Perspektive holt und dass man eine Offenheit hat, mittlerweile immer mehr Menschen Offenheit haben, sich auch Impulse von außen zu holen. Weil das war vor, ich würde einfach mal behaupten, vor 10, 20, 30 Jahren war das ja eigentlich nicht so denkbar in dem Maße, wie mittlerweile solche Beratungen auch genutzt werden. Und das finde ich, finde ich, super. Aber woher denkst du, kommt dieses Bedürfnis auch von Menschen wandern zu gehen, rauszugehen?
SPEAKER_00Ja, da kann ich jetzt auch nur Theorien äußern.
SPEAKER_01Aber nochmal versuchen, da irgendwie ein bisschen drüber zu reden und zu philosophieren gerne auch. Ja.
SPEAKER_00Also ich glaube schon, dass es generell einfach eine größere Offenheit gibt. Es gibt weniger Tabuthhemen, da ist mit Sicherheit auch das ganze Social Media trägt dann ein Teil dazu bei, dass man einfach offener über Gefühle redet. Man redet offen, also das ist jetzt, glaube ich, der Teil am Coaching, warum wird das immer beliebter. Ich glaube, da waren früher, glaube ich, mehr Hemmschwellen zu sagen, ich spreche darüber und da war ja eher mehr Haltung wahn und mehr Tabuthemen. Und das ist, glaube ich, einiges aufgebrochen. Und je mehr das aufbricht, desto eher steigt natürlich das Angebot und das gibt sich dann. Also da, das wäre jetzt meine Theorie dazu, warum der Coaching-Teil und auch Achtsamkeit und Meditation, es war ja alles vorher schon da. Aber ich glaube, erstens wird mehr darüber gesprochen und das mehr darüber sprechen bedingt dann natürlich auch, dass es wiederum mehr genutzt wird, mehr etabliert wird. Manches davon auch vielleicht sogar fast schon ein Stück weit Mode wird, je nachdem, welche Strömung. Und ja, also jetzt meine Theorie dazu, zu dem Coaching-Teil. Zu dem Wanderteil.
SPEAKER_01Ja, der Wanderteil, ja. Was denkst du? Also ich, ich sage ja auch relativ häufig im Podcast, dass ich oft denke, dass es ein Ausgleich ist und dass es wieder so ein Zurück ist zum Einfachen und zum, also für mich persönlich ist es auch ganz wichtig, so dieses Lineare nach vorn gehen, ohne links und rechts des Weges schauen zu müssen. Also keine Ablenkung zu haben und kein Multitasking machen zu müssen, Einkaufslisten im Kopf zu haben, Nachrichten zu beantworten, Konzepte im Job zu entwickeln, gleichzeitig sich auf Meetings vorbereiten. Also wandern ist so dieses Lineare, ein Fuß vor den anderen setzen und auch was Körperliches. Und ich glaube, das ist so was zutiefst Menschliches, was für sehr, sehr viele Personen, gerade die auch mit dem Kopf arbeiten, denken müssen, organisieren müssen, reden, ist es was ganz, ganz Attraktives, genau das Gegenteil zu tun, nämlich sich zu bewegen und nicht mehr so viel reden zu müssen. Jetzt mal abgesehen vom Coaching, aber so dieses, wenn man jetzt wirklich nur aufs Wandern schaut. Aber wie siehst du das? Wie schaust du darauf?
SPEAKER_00Also das teile ich auf jeden Fall, was du sagst. Und also kenne ich auch von mir selber die meisten Jobs, man sitzt im Büro oder man arbeitet in der Produktion. Es gibt ja kaum noch irgendwelche Jobs, die großartig in der freien Natur stattfinden und wenn sind die mittlerweile ja auch so reglementiert und starr, dass da jetzt nicht viel Zeit bleibt. Und ich finde es auch eine schöne Entwicklung, dass man sagt, man sehne sich zurück, aber es ist tot-doo, diesen Mental Load, der ja auch ein Begriff ist, wo man sagt, ich habe überall so viele Kleinigkeiten zu tun und jede Kleinigkeit für sich wäre vielleicht gar nicht schlimm, aber allein die große Masse. Und da ist es wirklich, so wie ich vorhin ja auch gesagt habe, diese Reduktion und wie du auch gesagt hast, dieses, ich habe ein To-Do, ein Fuß von anderen Sätzen und ich komme wieder in Kontakt zur Natur und auch das als Wohltuend zu erkennen, es braucht ja auch gar nicht so viel, um ein Glück zu empfinden. Und man ist halt wirklich ganz raus. Also ich kann natürlich schon auch in einem Hotel und am Strand liegen, da bin ich auch ganz raus, aber ich glaube, dieses, sich durch die Natur bewegen und so wenigstens ein bisschen Teil der Natur zu werden, das ist, glaube ich, schon eine Sehnsucht, die in vielen von uns jetzt noch mehr steckt wie früher. Und es gibt ja auch die Möglichkeiten. Ich glaube, man weiß auch die Natur viel mehr zu schätzen in Tagen, wo es immer mehr ist ja schon seit spätestens seit den 90ern viel Thema mit saurer Regen und Sohnloch und jetzt mit Klimawandel und die ganzen anderen Themen und Waltabholzung. Und ich glaube, man weiß es auch mehr zu schätzen, dass es das noch gibt an manchen Orten.
SPEAKER_01Sabine, mir ist gerade aufgefallen, wir haben zwar über deine Reisen gesprochen, aber ich habe dich gar nicht gefragt, wie lange deine Reisen andauern und wo die dich bzw. dich mit deiner Gruppe dann überhaupt hinführen. Also ja, was bietest du an? Wo geht's hin?
SPEAKER_00Ja, ich möchte sie gerne ganzjährig anbieten. Das heißt, so ein bisschen der Backbone, dass das ja die Grundstruktur ist, dass ich einmal im Monat eine geführte Tour anbiete. Und die führen im Sommer zu eher alpenländischen Regionen. Der Lechweg natürlich als mein erster, der ist zum Beispiel auch dabei. Das heißt, die gehen im Grunde genommen circa eine Woche, also so vier bis sechs Wandertage. Und bei mir ist es tatsächlich eine Pauschalreise. Das heißt, im Gegensatz zu vielen anderen, muss man sich bei mir um nichts kümmern. Im Gegenteil, man kann auch sagen, ich möchte noch einen Badeverlängerungstag dazu oder noch einen Tag Städtereise dazu. Ich hatte auch schon den Fall, dass bei einem Paar ein Partner gerne wandern gehen wollte, der andere gar nicht. Dann haben wir gesagt, so, dann suchen wir doch ein schönes Hotel, für den einen der Licht wandern möchte. Und die Frau habe ich dann am Schluss wieder da hingebracht und die hatten gemeinsam noch zwei Tage dran. Also solche Formate sind da möglich. Und im Winter, klar, bin ich darauf angewiesen, dass man wärmere Regionen hat. Ich bin selber Fan davon, dass man bei uns auch gut im Winter wandern kann und ich bin auch keine schöne Wetterwanderin. Nichtsdestotrotz muss man auch beachten, wenn man so viele Pausen und Stops macht, dann macht es einfach keinen Spaß im Alpenland, also ja, so noch nicht mal in Deutschland, im Flachland, wenn es dann einfach kalt wird, dann macht es auch keinen Spaß. Deswegen habe ich dann für die Wintermonate eher Ziele wie jetzt im April gerade, da ist immer ganz Winter, aber noch Wintersaison oder gerade Übergang vom Wandern. Zum Beispiel Azoren oder Algarve nehme ich aber bewusst den Ostteil und nicht den Fischabpfad, weil auch der so ein bisschen lieblicher ist, sage ich mal, und nicht ganz so Windumtrost, auch da macht es dann mehr Spaß, mehr Pausen zu machen, wenn ich nicht da auf der Klippe vom Wind umweht werde oder gerade für manche, die sagen, naja, ich mache mir doch Gedanken, um eine Kondition ist, der ein bisschen einfacher zu laufen. Also das sind dann eher so oder Costa Brava, das geht dann auch im November sogar noch mit Baden. Das sind so die Reiseziele. Und zwischendrin ist dann natürlich auf Anfrage, das heißt, Geschäftskunden, die können jederzeit dann ein Teambuilding buchen oder auch im Führungskreis, wenn eine große Veränderung ansteht, einen Workshop mal rausverlagern. Ich habe es, glaube ich, eingangs schon erwähnt, auch so ein Coaching-Spaziergang, wo man sagt, naja, einfach mal zwei Stunden Coaching statt in Räumlichkeiten mal an die Natur rausverlegen. Und damit fülle ich dann die Zeiten zwischenreihen auf.
SPEAKER_01Und du wanderst ja auch selber außerhalb deiner Gruppenreisen, die du anbietest. Und du warst natürlich, und wir haben jetzt zwar den Lechweg schon angesprochen, aber es gab noch andere Wege, die du schon gegangen bist. Unter anderem warst du auf einem sehr, sehr spannenden Trail unterwegs. Den stellst du in der kommenden Short and Dirty Folge vor. Genau, du meinst bestimmt den Juliana-Trail. Genau, und das lassen wir jetzt bei dem Teaser. Ja, liebe Sabine, ganz zum Schluss bleibt mir eigentlich nur noch die Frage: what's next? Sowohl im beruflichen als auch im persönlichen Wanderkontext.
SPEAKER_00Ja, also die nächste konkrete Gruppenreise, die ansteht, ist die Amalfi-Küste. Auf die freue ich mich ganz besonders, weil da kann man die wirklich mal von einer ganz anderen Seite erleben, antizyklisch zum Tourismus. Und ja, beruflich freue ich mich einfach, wer sich meldet. Ich bin immer gespannt, wenn sich jemand individuell meldet und ich kann was drauf zuschneiden. Und ja, da freue ich mich auf jeden Fall über spannende Anfragen.
SPEAKER_01Und wie kann man dich anfragen? Wo findet man dich? Wie kann man dich kontaktieren?
SPEAKER_00Ich habe eine Homepage, da findet man auch das Portfolio. Und das ist unter www.prinspiration.de. Also mein Name ist Abile Prinz und die Inspiration verheiratet. Daher leitet sich das ab. Und ja, also da findet sich ein Kontaktformular, da findet man alle anstehenden Reisen. Man kann mich auch für diejenigen, die aus der Region sind, zum Beispiel unverbindlich bei der Wanderung vom Wanderverein, wo ich auch Wanderführungen anbiete, kennenlerne. Und ich freue mich, wenn sich jemand meldet.
SPEAKER_01Ja, klasse. Ich würde sagen, Sabine, das war ein schönes Gespräch. Und ich teasere nochmal die Short-and-Dirty-Folge an, in der du über den Juliana-Trail berichtest. Das wird aber dann erst nächste Woche veröffentlicht. Für heute erstmal herzlichen Dank für das schöne Gespräch und ja, viel Spaß auf allen kommenden, sowohl beruflichen als auch persönlichen Reisen. Vielen Dank aus meinerseits, liebe Mareike. Ja, und das war nur mein Gespräch mit Sabine über die Kraft des Gehens und auch über die Entscheidung der eigenen Leidenschaft auch beruflich Raum zu geben. Besonders hängen geblieben ist mir das Bild, dass man sich nicht selbst kitzeln kann. Und genau das ist es auch. Manchmal braucht es einfach diesen Impuls von außen, von einer Coachin oder einem Coach. Und natürlich in Kombination mit dem Draußensein, dem Wandern und der Weite der Natur, was will man mehr? So kann man vielleicht am besten auch die eigenen Kompetenzen ja wieder voll spüren und sich derer bewusst werden. Ja, und was ich auch aus dieser Folge mitnehme, ist, dass jeder Schritt nach draußen natürlich auch einen Schritt zu sich selbst sein kann. Und wenn ihr das genauso seht oder wenn euch unser Gespräch wieder daran erinnert hat, dann hat letztendlich mein Podcast, meine Episode mit Sabine ihr Ziel erreicht. Ja, und alle Infos zu Sabine und ihren Wandercoachings, die findet ihr natürlich in den Shownotes. Ja, und wenn euch der Podcast gefällt, dann verteilt doch gerne 5 Sterne in eurer Podcast-App und abonniert Wanderwachen Kaffee, falls ihr das bisher noch nicht getan haben solltet, denn so kann Wanderwachen Kaffee gut von anderen gefunden werden. Und ihr verpasst natürlich keine neue Podcast-Folge. Ja, und wenn du Wandermachen Kaffee intensiver unterstützen möchtest, dann werdet Teil der Wandermach Plus Community. Das hilft mir, den Podcast weiterhin regelmäßig zu veröffentlichen und du bekommst Zugriff auf Bonusfolgen. Alle Infos wie immer in den Shownotes. So, für heute soll es das gewesen sein. Passt auf euch auf und wie immer Happy Trails, eure Mareike