Wanderwach & Kaffee

Wanderwach & Kaffeepause: Allein Wandern - Yes please!

Trail Talk mit Mareike Schmidt Season 1 Episode 143

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Willkommen zur dritten Kaffeepausen-Folge. Ein kurzes Format für zwischendurch ohne Gäste, dafür mit persönlichen Gedanken von mir. Heute geht es u.a. darum, welche Vorteile es hat, wenn man allein loszieht, einen weiten Weg zu wandern. 

In dieser Folge:

  • Mareike auf auf Waiheke - oder: wie wirft man Vorurteile über Bord?
  • Allein weitwandern? Yes please!

Links & Ausblick:

  • Wanderwach PLUS: Die ausführliche Bonusfolge zum Thema “Allein Wandern - Yes please!” sowie weitere exklusive Inhalte findet ihr in der Wanderwach PLUS Community


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Auf ...

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Hallo, ihr Lieben und willkommen zu Wanderwach und Kaffeepause. Ich freue mich, heute für euch die dritte Ausgabe der Wanderwach und Kaffeepause aufzunehmen. Ja, und ich weiß gar nicht, wie uns hier in Auckland geschieht. Eigentlich ist Herbst, also jetzt ist, wenn ich diese Episode aufnehme, Mitte Ende Mai. Und eigentlich ist Herbst und ja, wir gehen auch schon in großen Schritten auf den Winter zu. Aber trotzdem genießen wir hier großartige und wirklich sonnige Tage bei wirklich angenehmen Temperaturen von tagsüber locker noch 18, 19 Grad. Ja, aber zurück zu unserer Kaffeepause. Wie ihr schon wisst, Gäste gibt es in der Kaffeepause keine. Auf die freue ich mich in meinen regulären Folgen, die wie immer regelmäßig alle zwei Wochen samstags erscheinen. Ich werde hier in der Kaffeepause eher ein paar Minuten nutzen, um über Wanderthemen zu sprechen, die mich momentan so beschäftigen. Ja, und ich versuche natürlich das schöne Wetter hier in Auckland zu nutzen und auch noch die ein oder andere Tagestour oder einen Ausflug einzuschieben. Ja, ich fahre vor wenigen Tagen das erste Mal überhaupt auf Vaiheke. Vaiheke ist eine der vielen Inseln im Haraki Gulf vor Auckland. Also vor Auckland gibt es ja diesen großen Harbor, Hafenbereich mit den vielen Inseln und da gibt es unter anderem die Vulkaninsel Rangitoto. Oder ihr kennt es sicherlich aus meinen Podcasts, weil ich ja, ich kann ja kaum an mich halten, wenn es um Auckland geht, muss ich es erwähnen. Great Barrier Island. Oder neulich war ich auf Motocorea, das ist Brown's Island, wo man nur mit dem Kajak oder ja, mit dem Kanu hinkommt. Das habe ich, glaube ich, auch im Newsletter geschrieben. Und ich habe bisher Vaihiki immer erfolgreich ignoriert, obwohl das eigentlich, würde ich mal sagen, neben Rangi Toto die beliebteste Insel ist im Golf for Auckland und neben Great Barrier die zweitgrößte. Und Vaiheke ist wahnsinnig beliebt bei Auckländerinnen und Auckländern am Wochenende für einen Wochenendausflug, denn dort haben viele Neuseeländerinnen und Neuseeländer ihre Wochenendhäuser. Und auf Weheke gibt es Weingüter, die man ganz bequem mit einem Hop-on-, Hop-Off-Bus, Bus abfahren kann. Aber dort gibt es auch viele leere Strände, kleine nette Cafés, Kunstgalerien und generell auch schöne Wanderwege oder Spaziergehwege durch dichten neuseeländischen Busch. Eigentlich ist Vaiheke so eine Insel, die auch gerne von Personen besucht wird, die nur wenige Tage in Auckland sind. Ich kenne auch einige, die mal kurz in Auckland waren und dann eben diesen Ausdruck drüber nach Weheki auch gemacht haben. Wie gesagt, ich habe bisher die Insel immer ignoriert, aber eine gute Bekannte von mir, die mag Weiheki sehr gerne und die hat mich tatsächlich überzeugt, dass ich da mal hin muss. Und so waren wir letzten Freitag gemeinsam auf Weheki. Und waren dort ein bisschen wandern, haben natürlich gemütlich Kaffee getrunken und einfach nur das schöne Wetter genossen. Und es war wirklich, es war wirklich nett. Und das war für mich mal wieder so ein Beweis, dass es sich wirklich lohnt, seine Vorurteile einfach mal über Bord zu werfen und einer Sache einfach mal eine Chance zu geben. Also versteht mich nicht falsch. Ich fand Vaiheke alles andere als abstoßend, aber ich hatte es einfach für mich nicht auf dem Radar, weil es einfach so viele andere nette Ziele gibt und Inseln eben auch vor Auckland, die mich einfach mehr ansprechen als das, was ich von Weiheki wusste. Aber nichtsdestotrotz hatte ich eine sehr, sehr schöne Zeit. Ja, und mit der guten Bekannten, mit der ich dort unterwegs war, die auch sehr, sehr gerne wandert, haben wir dann irgendwann die Frage diskutiert, ob man lieber allein wandert oder zu zweit. Und ja, ich glaube, bei Tagestouren ist es immer auch sehr, sehr nett, zu zweit unterwegs zu sein. Aber wie ist es denn, wenn man weit wandert, wenn man lange unterwegs ist, wenn man mehrere Wochen oder gar Monate unterwegs ist, macht man das am besten mindestens zu zweit oder doch am besten lieber gleich allein? Ja, und das nehme ich doch mal als Anlass, mich darüber ein bisschen, ein bisschen detaillierter auszulassen für euch. Ja, also allein weit wandern. Ja, der schöne Ausflug, den ich euch gerade eben schon beschrieben habe, der mich nach Weheki geführt hat, der hat mich ein bisschen länger darüber nachdenken lassen, ob man nun allein oder zu zweit weit wandernd. Und obwohl ich sehr gern allein unterwegs bin und auch generell viel Zeit für mich benötige, habe ich den Tag zusammen mit einer anderen Person, nämlich meiner Bekannten, mit der ich auf Vaiheke war, sehr, sehr genossen. Aber ja, auch für viele Personen, die ihre ersten Mehrtages- oder gar Weitwanderung planen, ist genau das ein großes Thema. Kann ich bzw. will ich überhaupt allein losziehen? Eine häufig in Foren- oder Online-Gruppen gestellte Frage ist die nach anderen Menschen, die einen Trail zur gleichen Zeit beginnen. Und ob man sich nicht irgendwie zusammenfinden könnte. Klar, nicht allein wandern hat auch seine Vorteile, aber auch Nachteile. Ja, aber erst einmal, welche Vorteile hat es, mit anderen zusammen zu wandern? Ja, der wohl am häufigsten genannte Aspekt, warum man mit anderen wandern möchte oder sollte oder plant, ist, dass man Herausforderungen nicht allein angehen muss. Und ja, die schönen Momente mit jemandem teilen kann. Das wird auch immer wieder als Argument genannt, warum manche Menschen einfach auch nicht alleine reisen möchten. Ja, ich finde besonders Letzteres, nämlich so dieses schöne Momente mit jemandem teilen, das wird immer so schnell so dahingesagt und wirkt beinahe wie eine Floskel. Aber was bedeutet das eigentlich? Beziehungsweise was bedeutet es uns, wenn wir schöne Momente mit anderen teilen? Ja, ich denke, etwas Schönes zu teilen hat vor allem einen sozialen Aspekt. Man kreiert gemeinsame Erinnerungen, auf die man sich gemeinsam beziehen kann. Und das validiert unsere Erfahrungen in einer gemeinsamen Welt. Also das sind echte Erfahrungen, die Bedeutung für uns haben. So ein bisschen wie so ein sozialer Kit zwischen zwei Personen. Ja, wir sind nun mal soziale Wesen, egal ob wir introvertiert oder extrovertiert sind, ob wir unsere sozialen Batterien allein oder in einer Gruppe aufladen. Wir brauchen einfach den Kontakt zu anderen Menschen und vielleicht macht das gemeinsame Erleben den Sonnenuntergang zum Beispiel sogar noch schöner, weil man sich ja irgendwie vielleicht auch im Glück der gemeinsamen Wahrnehmung eines Natureignisses gegenseitig bestätigt. Aber andersherum gedacht, macht es einen Sonnenuntergang weniger schön, wenn man ihn allein genießt? Ja, überhaupt nicht. Also mitnichten. Es braucht aber vielleicht auch ein bisschen Übung, nicht dem Drang nachzugehen, ja, zum Handy zu greifen, ein Foto zu machen und es in die Welt zu schicken, um sich in einer solchen Situation Bestätigung zu holen und eben nicht allein zu fühlen. Genau, allein fühlen. Noch so ein Grund, warum viele nicht allein wandern wollen, ist nämlich die Angst vor dem Alleinsein. Ich muss gestehen, darüber zu schreiben, fällt mir in der Tat am schwersten, denn ich kenne das Gefühl eigentlich gar nicht. Denn ich mag sehr mit mir allein zu sein, kann aber gleichzeitig sehr gut nachvollziehen, dass es nicht allen Menschen so geht. Ja, die Vorstellung, tagelang allein mit sich und seinen Gedanken zu sein, ohne Ablenkung oder Hintergrundrauschen, das löst bei manchen Beklemmungen, ja, und eben Ängste aus. Wenn man mal so drüber nachdenkt, ist im Alltag ja immer irgendwas los. Es gibt Pflichten, Termine, Smalltalk zu anderen. Und wenn es einem dann doch ein bisschen langweilig wird oder man auf dem Bus warten muss oder im Bus sitzt oder an der Supermarktkasse steht, dann wird so eine Not halt ein bisschen auf ein Handy rumgedaddelt oder rumgescrollt. Oder am Abend, wenn man irgendwie keine Energie hat, sich mit anderen zu treffen, aber irgendwie auch kein Buch lesen möchte, dann guckt man halt irgendwie eine Serie. Und beim Wandern ist das alles weg. Und er ist recht dann auch, wenn man in einem Gebiet ohne Netzabdeckung unterwegs ist. Denn dann kommen die Stille, dann kommen die Gedanken, die Isolation. Und es gibt doch relativ viele Menschen, für die das echt, echt unangenehm ist. Aber genau das ist, zumindest für mich, die Quintessenz des weiten Wanderns. Ich habe endlich mal wieder Zeit, mit mir allein zu sein und entweder eine neue Verbindung mit mir aufzubauen oder eben diese Verbindung mit mir selbst zu pflegen. Ganz ohne Ablenkung. Ohne andere Menschen einbeziehen und ohne mich absprechen zu müssen, einfach keine Kompromisse machen zu müssen und kompromisslose Quality Time mit mir selbst zu haben. Oh Gott, das klingt jetzt wie so ein richtiges Plädoyer fürs Alleinwandern. Ist es vielleicht auch. Ja, allein sein, aber nicht einsam sein. Denn letztendlich hat man ja genau den Menschen ganz nah bei sich, den man ja auch am meisten lieben sollte, nämlich sich selbst. Also jetzt komme ich zu den Vorteilen, mit anderen Personen zusammenzuwandern. Abgesehen davon, dass man sich Ausrüstungsgegenstände teilen kann, ja, dann ist der eigene Rucksack vielleicht auch ein bisschen leichter, weil man vielleicht nur einen Kocher braucht und vielleicht nur ein Zelt, wenn man auch mit einem Partner unterwegs ist. Und nicht nur teilt man das Tragen von Ausrüstungsgegenständen, sondern in gewisser Weise auch die mentale Last der Verantwortung. Denn wenn man weit wandern unterwegs ist, ist man doch irgendwie permanent dabei, zu planen, zu navigieren und zu entscheiden, wann man Pause macht, wo man heute Abend sein Zelt aufschlägt, wann man einen Ruhetag einlegt, ob man schneller geht, ob man langsamer geht, ob man jetzt Sonnencreme aufträgt, ob man jetzt mal kurz anhält und was trinkt, ob man jetzt irgendwie einen Snack isst und so weiter. All das macht müde. Und natürlich ist es ja auch erstmal angenehmer, apropos müde, wenn man dann abends entweder nicht allein im Zelt liegt oder sein Zelt nicht allein irgendwo aufschlagen muss. Denn naja, all die Geräusche und die Szenarien im Kopf, was alles passieren könnte. Und ja, wenn dann doch mal was passiert und man Hilfe braucht, ist man eben nicht allein und hat nicht nur ganz praktische Hilfe, sondern auch mentalen Beistand. Aber wie oft kommt das wirklich vor, dass man wirklich Hilfe braucht? Ja, meine ausführlicheren Gedanken und einen Blick hinter die Kulissen von Wanderwach und Kaffee habe ich in einer kleinen Bonusfolge zusammengestellt. Also, falls ihr Lust habt, hier weiter zu hören, dann meldet euch bei Wanderwach Plus an. Dort gibt es auch noch andere Bonusfolgen, zum Beispiel mit Gerald Klammer und Nadine Regel. Ja, und an alle, die planen, den Tee Araroa in der kommenden Saison zu wandern. Ich veranstalte am 6. Juni, also schon ganz bald, wieder ein zweistündiges Webinar, bei dem ihr alle Fragen stellen könnt, die euch noch unter den Nägeln brennen, bevor ihr nach Neuseeland kommt. Und für die Wanderwach- und Kaffeepausefolge, die endet hier. Ich danke euch fürs Zuhören und bis ganz bald, eure Mareike.