Wanderwach & Kaffee
Wanderwach & Kaffee erzählt Stories von unterwegs auf den langen Strecken! Mareike spricht mit unterschiedlichen Gästen über ihre Erfahrungen und Erlebnisse: Warum macht man „so was“? Was erlebt man unterwegs? Was macht das mit einem? Wie geht das Leben danach weiter? Der Podcast soll inspirieren, Mut machen, zum Nachdenken anregen und auch die Story hinter der Story erzählen. Folgt Wanderwach & Kaffee auch auf Instagram @wanderwach_kaffee_podcast Dort könnt ihr euch auch gern melden, wenn ihr selbst Lust habt, von den eigenen langen Wegen zu erzählen.
Wanderwach & Kaffee
Short'n'Dirty: Auf dem Berliner Mauerweg mit Jeppe Reinhardt
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„Wanderwach & Kaffee“ gibt es auch Short'n'Dirty: Das sind kurze Episoden – entweder direkt von einem Trail oder vollgepackt mit Insider-Infos aus der Community über spannende Strecken.
Das Besondere? Wir nehmen dich mit auf Trails, die du perfekt in einem Urlaub oder während einer kleinen Auszeit vom Alltag erleben kannst.
In dieser Folge nimmt uns ein - ich zitiere - Kleinstadttyp mit auf ein historisches Urban-Adventure: den Berliner Mauerweg. Auf diesem Weg umrundet man die ehemalige Exklave der Berliner Bundesrepublik. Das bedeutet wenig klassische Natur, viel Roadwalk und mitten hinein in die Metropole. Jeppe Reinhardt hat Berlin auf diese Weise noch einmal ganz neu kennengelernt, historische Highlights wie den Checkpoint Charlie oder die East Side Gallery passiert und verrät uns, wie man trotz Großstadt-Trubel ein spannendes Wandererlebnis haben kann. Jeppe teilt
- wie städtisches Wandern sein kann.
- warum der Weg trotz des vielen Asphalts voller geschichtlicher Inputs, Fakten und weltbekannter Sightseeing-Punkte steckt.
- wie die Logistik abseits von klassischen Wanderwegen funktioniert – von der perfekten ÖPNV-Anbindung bis hin zu möglichen Zelt-Optionen mitten in der Region.
- warum er den Weg trotz seines ehrlichen Resümees („Natur gefällt mir einfach besser“) absolut jedem als ganz besondere Erfahrung weiterempfiehlt.
Viel Spaß beim Hören und Inspirieren-Lassen!
Mareike
Jeppes Website, u.a. mit Ausrüstungsverleih
Fakten zum Berliner Mauerweg:
- 160 km
- Rad- und Wanderweg entlang des früheren Verlaufs der Berliner Mauer um West-Berlin
- sehr gut markiert und ausgeschildert
- Campingplätze, 1Nite Tent, Unterkünfte möglich
- https://berlinermauerweg.com
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Hier kommt eine neue Shorten Dirty Ausgabe. Wie ihr wisst, sind das kurze Nachrichten entweder direkt von einem Trail oder Infos aus der Community, also direkt von euch, über eine interessante Mehrtageswanderung. Ja, und könnt ihr euch an Jeppe erinnern? Ich habe mit ihm vor mittlerweile, das sind auch schon wieder gut zwei Jahre, die das hier ist, habe ich mit ihm über seine Wanderung auf dem Grünen Band, also entlang des ehemaligen Grenzverlaufs zwischen Ost and Westdeutschland gesprochen. And I was nearly unterwegs and darüber had mir Sprachnachrichten geschickt. Jeppe war nämlich auf dem Berliner Mauerweg unterwegs and in gewisser Wise is this spanning fortsetzing auf dem Grünen Band. Yeah, and the Berliner Mauerweg had 160 kilometer entlang design verlaufs der Berliner Mauer um das ehemalige West Berlin geführt. And yeah, seid gespannt, was Jeppe zu berichten hat. Los geht's und ich sag Hallo lieber Jeppe.
SPEAKER_02Hi Mareike, hier ist Jeppe. Ich send dir ganz, ganz liebe Grüße aus aktuell Berlin. Hier bin ich gerade unterwegs auf dem Berliner Mauerweg. Und ja, der Weg, der beschreibt sich, glaube ich, schon mit seinem Namen ganz, ganz gut. Und zwar, es ist einmal der Wahlweg bzw. auch der Radweg, der sich einmal um die ehemalige Exklave der Bundesrepublik zieht. Also quasi einmal die Berliner Mauer umkreist, könnte man sagen. Und ich bin seit heute auf dem Weg und hatte mir das aber schon seit einer ganzen Weile vorgenommen. Und zwar seitdem ich damals das grüne Band abgelaufen bin, darüber durfte ich ja in dem Podcast auch schon mal berichten. Und auf dem haben wir uns auch damals kennengelernt. Und ja, ich wollte es noch ein bisschen als Abschluss dafür noch mal auf einmal machen. Und jetzt hat sich endlich mal ein Zeitfenster geboten, wo es ganz gut passt. Ja, ich bin gestern angereist von Gera aus und habe eine Nacht bei meinem guten Freund Dustin übernachtet und bin heute mit ihm auch zusammen losgelaufen. Die ersten 20 Kilometer hat er mich begleitet. Und ja, für mich war jetzt die Erwartung so ein bisschen merkwürdig. Auf der einen Seite habe ich mich sehr gefreut. Zum anderen ist es auch ganz anders als meine bisherigen Touren. Wir haben jetzt hier erwartungsgemäß relativ wenig Natur, viel Roadwalk. Und es ist ja nun mal durch eine große Metropole und du bist ja auch ständig in der Nähe. Von daher war ich schon jetzt auch ein bisschen aufgeregt. Also gerade gestern bei der U-Bahn habe ich mich erstmal verlaufen, weil in großen Städten komme ich mir immer erstmal ein bisschen verloren vor. Aber ja, gut, Kleinstadt, äh, Typ. Naja, auf jeden Fall sind wir heute losgestartet und das hat sich auch erstmal so ein bisschen angefühlt wie Sightseeing, sind an vielen bekannten Punkten vorbeigekommen. Also gestartet haben wir am Checkpoint Charlie. Fernsehturm haben wir immer wieder gesehen aus der Ferne. Dann hat uns der Weg natürlich direkt an der East Side Gallery vorbeigeführt, was ja quasi eigentlich schon einem Kunstmuseum gleicht. Und ja, das ist alles sehr, sehr spannend und natürlich auch viele geschichtsträchtige Orte. Und ja, also es ist, wie gesagt, viel zu sehen und am Anfang kamen wir auch relativ langsam deshalb voran. Aber auf mich hat es auch sehr viel Spaß gemacht, weil man halt natürlich sehr viele Eindrücke hat, die man irgendwo versucht zu verarbeiten, auch wenn mir das heute tatsächlich sehr, sehr schwer fällt, als einfach ein Überfluss ist. Ja, den Weg, den könnt ihr euch vorstellen, das ist quasi sehr, sehr viel Roadwalk. Ihr lauft halt durch eine Stadt. Ihr habt sehr, sehr viele Beschilderungen. Die sind natürlich auch immer mein Dämpfer, weil die zum Beispiel darauf hinweisen, welche Menschen hier auch an der Mauer ihr Leben verloren haben. Es ist ganz, ganz viel Kunst zu finden entlang des Weges. Was sehr schön ist, ist tatsächlich die Ausschilderung. Jetzt nicht mit Infos, sondern halt wirklich die typische Vegbeschilderung. Das ist einmal sehr gut gemacht über Straßenschilder, wo das Zeichen ist hier zwei graue Streifen, ein heller oben und unten drunter ein grauer, der wahrscheinlich die Mauer symbolisiert. Und in dem helleren Bereich oben drüber ist quasi noch so ein Wachturm angedeutet. Also das ist jetzt nicht schön, aber es ist gut gemacht. Und zudem gibt es in der Innenstadt noch was, das finde ich eigentlich ganz cool. Und zwar gibt es da so einen doppelten gepflasterten Streifen, der zieht sich einfach mal entlang der Grenze. Und das ist egal, ob das gerade eine Straße ist oder ein Fußweg, der geht einfach durchweg und das haben sie durchgezogen und das sieht wirklich auch besonders aus. Und dem kann man gerade in der Stadt sehr, sehr gut folgen. Der Weg, der hat uns heute quasi vom Checkpoint Charlie erstmal nach Süden geführt. Nach 20 Kilometer hat das dann den Heimweg angetreten und ich habe mir noch ein bisschen Kilometer geschruppt. Ich bin heute ungefähr auf roundabout 30 gekommen. Das ist für mich ganz gut. Vor allem nach einer ganzen Weile, die man jetzt Tourenabsidiant war und wieder durchstartet und halt nur auf Straße läuft. Und bin jetzt untergekommen bei einem One-Night Tent Host. Freue ich mich sehr, weil es bei mir in letzter, also in der Vergangenheit leider noch nicht geklappt hat mit der Webseite. Und ja, was ganz cool ist, ist, ich hatte noch ein bisschen was im Tank, als ich dort vorbeikam und habe gedacht, ich laufe einfach noch weiter. Und du kannst ja hier, als der so nah an allem ist, auch einfach sagen, gut, dann lauf halt einfach weiter und du fährst halt einfach nach der Bahn zurück. Und so habe ich es vorhin auch gemacht. Ich habe noch fünf Kilometer rangehangen, bin dann in die U-Bahn gestiegen, dann im Bus zurückgefahren und morgen fahre ich direkt wieder an die Stelle weiter. Das ermöglicht mir, halt quasi im städtischen Gebiet nicht wild zu campen. Das wollte ich hier in der Großstadt gern vermeiden. Mal gucken, wie das die nächsten Tage klappt. Und ja, wir können so die Anbieter nutzen, die sowas tun. Aber du bist wie ich sagen, es ist eine andere Tour als die, die ich bisher kenne. Und so werde ich halt auch die Stadt nutzen, wie sie halt da zur Verfügung steht. Ja, ich glaube auch gerade sowas wie Resupplies werden hier gar kein Problem werden. Und ja, ich bin gespannt, was die nächsten Tage noch bringen. Hallo Mareike, liebe Grüße vom zweiten Tag auf dem grünen Band, ach nicht dem grünen Band, Quatsch, natürlich auf dem Berliner Mauerweg. Ich fühle mich bloß gerade sehr ans grüne Band zurückerinnert. Ich bin aktuell unten in Teltow unterwegs und bin gerade hier am Teltow Kanal und habe auf einige Zaunabschnitte gestoßen, bei denen ich davon ausgehe, dass die noch als Grenze mal fungiert haben. Und die in der Form sind mir ganz oft begegnet auf dem grünen Wand damals. Und ja, also allgemein trifft man hier auf sehr viele Überreste, Grenzüberreste und auf sehr, sehr viele Informationen, die auch ganz gut hier aufgearbeitet werden und wo man immer wieder stehen bleiben kann und sich etwas belesen kann. Das ist teilweise manchmal auch ein bisschen viel, dass ich mir dann auch sage, ich fotografiere es mir teilweise auch ab, teilweise und lese dann abends nochmal im Bett durch. Ansonsten kriegt man hier sehr, sehr viel Wissensinput. Mein Tag ist bisher ganz schön. Das Wetter ist wesentlich besser als angesagt wurde. Und naja, ich bin bloß ziemlich platt, noch von gestern. Also der aus der kalten, der lange, lange Roadwalk war dann doch wahrscheinlich ein bisschen viel. Aber so ist es nun mal. Dafür habe ich heute ein bisschen geguckelt, habe das Wetter genossen, habe den Weg genossen, der teilweise auch zum Genießen war. Denn dieses Innerstädtische hat heute ein bisschen aufgehört. Statt Randgefühle hatte ich sehr häufig und bin aber auch viel entlang von Feldern gelaufen, die quasi genau die harte Kante zu Brandenburg dann geben. Und konnte da auch ein bisschen auf Feldwege ausweichen, die direkt parallel zu dem Radweg verlaufen, der hier ja angelegt ist. Ich kann generell heute schon an Tag 2 alle verstehen, die es lieber mit dem Fahrrad machen. Das ist wahrscheinlich wesentlich einfacher und entspannter. Aber ja, ich bin ja lieber zu Fuß unterwegs und habe mir das selbst ausgesucht. Von daher ziehe ich das auch weiterhin so durch. Ja, ansonsten merke ich heute schon, dass mir wahrscheinlich ein längerer Weg durch die Rheinnatur mehr Freude machen würde. Also vom Weg her. Trotzdem kann ich jetzt nicht sagen, dass das ja keine Empfehlung ist. Es ist halt wirklich schon spannend und eine besondere Erfahrung. Also ich bin auch wirklich freudig aufgeregt auf die nächsten Tage noch. Gerade die morgige Etappe, die soll sehr vielversprechend sein. Da habe ich auch schon mal von einigen Berlinern gehört, dass das dann wohl der schönste Abschnitt ist und mit der meisten Natur. Da freue ich mich ja drauf. Heute geht es nämlich noch bis zum Checkpoint Bravo bzw. dem Grenzübergang Drei Linden. Da werde ich heute tatsächlich noch Unterkunft schlafen, weil mir einige mögliche Schlafoptionen leider weggebrochen sind bzw. nicht funktioniert haben. Aber gut, ist ja auch so etwas wie Urlaub. Von daher freue ich mich auch darauf, mal in Bett zu schlafen und eine Tüche zu genießen. Ich bin dann morgen allerdings auch gespannt, ob man the Checkpoint Bravo noch ein bisschen Zeit verbringen kann und da vielleicht noch ein bisschen was entdeckt. Ich lasse mich überraschen. Ja, ansonsten ist das auch ein bisschen weiter als meine Euphically geplant. Ich muss halt jetzt ein bisschen das wieder rauslaufen, was ich heute morgen verbummelt habe. But that is so and dafür ist mein Schlafplatz sicher. Was ich allgemein zum Schlafen sagen möchte, ich bin ja auch jemand der auch gerne in der Natur schläft und auch nicht prinzipiell das Problem mit dem Wildcampen hat, aber hier unten hättest du bisher sehr, sehr viele Optionen wild zu campen. Ich glaube, das wird auch nie jemand mitbekommen. Allerdings, und da möchte ich, tut mir leid, keinem Berliner zu nahe treten, aber es gibt ja manchmal das Klischee, dass Berlin so ein bisschen dreckig wäre. Und ja, ich sag mal, das kommt auch hier dann doch zum Tragen, weil doch viel Müll rumliegt und da ist es dann auch nicht so gemütlich, aber sicherlich würde es auch nicht funktionieren und wahrscheinlich würde es auch nie mal mitbekommen. Jetzt kommen hier gerade ein paar Leute mit Trommeln vorbei, deshalb würde ich den Bericht für heute beenden und melde mich wieder morgen und sage over. Ciao. Hi Mareike, ich melde mich mit einem Update von meinem dritten Tag auf dem Berliner Mauerweg, dem wahrscheinlich optisch bisher schönsten Abschnitt, den ich hier gewandert bin. Es zog sich vom Grenzübergang 3 Linden bis nach Spandau. Und ja, der Grenzübergang an sich, da muss ich sagen, den hatte ich mir etwas spektakulärer vorgestellt, aber ist nicht so verkehrt oder ist nicht so schlimm, weil danach folgte ein Weg durch einen sehr, sehr schönen Wald, wenn auch der Weg etwas gerade war. Aber das war auch wiederum halb so wild, denn dem musste ich sowieso irgendwann etwas eher verlassen, um Richtung Fähranleger zu kommen. Denn heute war eine Fährfahrt über den Mannsee mitgeplant. Und da hat sich allerdings noch was zugetragen. Das fand ich für mich ein bisschen nachdenklich oder ein bisschen komisch. Ich bin, wie gesagt, auf dem Waldweg abgewogen. Der war super schön. Also der hat sich richtig gut gewandert. War ein schöner kleiner Fahrt. Hier und da lag man beumquer. Links von mir war lange Zeit ein alter Bahndamm, der so Lost Place Gefühle hochgebracht hat. Also wirklich gut. Aber sehr befremdlich war. Es hat die ganze Zeit geknallt und überall waren so Schussgeräusche zu hören. Und die kamen von einer nahen Sportschützenanlage. Und das fand ich schon, wie gesagt, sehr merkwürdig, weil ich lese mir jetzt seit zwei Tagen oder jetzt seit drei Tagen viele Schilder durch, wo es darum geht, wie geflüchtete Menschen oder Menschen auf ihrer Flucht erschossen wurden. Und dann halt diesen Gedanken ja natürlich irgendwo zu sein und dann die ganze Zeit Schüssel dazu hören, so ganz nah, fand ich schon irgendwie komisch. Muss ich heute lange darüber nachdenken. Aber ja. Die Fährfahrt war dann auf jeden Fall sehr, sehr schön. Die führt, wie gesagt, über den großen Wannsee von Steglitz nach Kladu und kurz vor dem Hafen in Kladu ist noch so eine kleine Insel, an der man vorbei fährt, die als Schutzgebiet für Vögel ausgewiesen ist. Da könnte man dann ganz, ganz viele verschiedene Vögel auch entdecken, die ja rumgeflogen sind oder halt auch hingeschwommen sind. Handelt sich überwiegend um Wasservögel. And from Klado aussichten. Also erstmal gibt es in Klado eine schöne kleine Hafenpromenade, wo man gut was essen kann anders. And when man rausläuft, dann läuft man entlang von Feldern. Das ist optisch, wie gesagt, sehr schön. Allerdings is it überwiegend neben einer großen Straße auf einem asphaltierten Radweg und das wird dann doch irgendwann eintunig. Grob schon im Zielgebiet für heute bin ich dann natürlich mit der Grenze wieder abgebogen, weil die läuft ja natürlich umspannt oder drüber herum. Und dort bin ich noch auf den Haneberg gegangen. Das ist so ein Hügel, sage ich mal, eher. Von dem man aber dann doch eine recht schöne Aussicht über den Bezirk hat. Und ja, der war auch eher eine Abkürzung. Nee, keine Abkürzung. Das ist halt ein Umweg eher. Weil der Mauerweg wird hier auch teilweise saniert. Und dann gibt es immer so Umleitungen, die ausgeschrieben sind. Und in dem Fall habe ich dann einen kleinen Abstich auf den Hügel gemacht. Genau, jetzt bin ich hier mit Tag 3 durch und morgen steht dann der spannende Warforst an, von dem hoffe ich mir relativ viel und bin gespannt, was der Tag dann so bringt.
SPEAKER_01Hallo Mareike, ich melde mich von meinem vierten Tag auf dem Berliner Mauerweg. Ich bin hier gerade im Berliner Norden unterwegs, also quasi schon recht weit vorangeschritten. Und ja, es ist gerade relativ windstill und hier sind schon ein bisschen die Frühlingsvögel und daher dachte ich, vielleicht passt das ganz gut. Ich hatte heute tatsächlich einen sehr, sehr schönen Tag, auch wenn er durchwachsen war vom Wetter. Hier kommen immer wieder Regenschauer runter, die nehme ich mal frühchtend hin, auch wenn es insgesamt doch noch relativ frisch ist. Aber die Streckenführung war sehr gut. Es ging heute durch den Spannender vorst. Da folgen wir natürlich weiterhin asphaltierten Wegen, aber die schwenkeln sich ein bisschen und es ist tatsächlich ein sehr, sehr schöner Wald. Und jetzt laufe ich gerade hier durch einen sehr schönen Birken ein. Und links von mir sind die Felder Brandenburg zu sehen. Ja, ansonsten hatte ich halt wieder Begleitung von meinem Freund Dustin, der war wieder für 15 Kilometer mit dabei. Das war eine schöne Unterhaltung für mich auch. Und habe dann eine ehemalige Sportfreundin besucht, die tatsächlich unmittelbar am Wegetrand wohnt. Das war tatsächlich nur ein Umweg von vielleicht anderthalb Minuten. Das war auch sehr, sehr angenehm. Da gab es einen schönen Tee zum Aufwärmen und ein gutes Gespräch. Und jetzt bin ich wieder auf Tour. Langsam muss ich mich auch mit dem Gedanken beschäftigen, dass ich wieder nach Süden einknicke und quasi ins Interstädtische komme. Ich versuche heute noch quasi den nördlichen Teil hier abzuarbeiten und dann diese städtische Tour auf den Morgen zu verlegen. Ich bin gespannt und freue mich dann auch schon auf den Zieleinlauf. Dann sind die fünf Tage schon wieder vorbei. Aber daran denken wir erst morgen.
SPEAKER_02Hallo Mareike, ich melde mich ein letztes Mal vom Berliner Mauerweg bzw. schon wieder aus Gera. Ich habe es wieder nach Hause geschafft, aber aufgrund von Wetter und von Zuggeräuschen war so eine ruhige Aufnahme tatsächlich nicht möglich. Bin auch ein bisschen platt, aber ich hatte heute eine sehr, sehr schöne letzte fünfte Etappe auf dem Weg. Ich bin im Berliner Norden gerade nochmal durch sehr schöne Wiesen und Felder und so leichte Bewaldung gelaufen, vorbei an der Osterquelle, was ich sehr passend fand zu der aktuellen Woche, denn am Freitag ist Karfreitag. Bin dann wieder quasi Richtung Süden unterwegs gewesen, Richtung Innenstadt, wo dann auch die Bebauung natürlich mehr und mehr zunahm und die Häuser größer und größer wurden. Bin dann entlang des Mauerparks gelaufen, wo ich dann doch nochmal auf eine sehr schön, richtig krass pink blühende Kirschallee gestoßen bin. Und ja, dann kam ich zur Bernover Straße, die ja vor allen Dingen dafür bekannt ist, dass die Bauung dort sehr, sehr grenzna war. Und das hat ja auch zu dem einen oder anderen sehr riskanten Fluchtversuch geführt. Und das ist dort alles ganz gut aufgearbeitet. Dort gab es nochmal sehr viele Infotafeln, viele Hausbilder, Mauerreste, die man nochmal besichtigen konnte, teilweise sehr kunstvoll doch auch gestaltet. Und ja, dort habe ich mich dann auch mit Dustin, meinem Kumpel, wieder getroffen und bin mit ihm die letzten Kilometer gelaufen, gerade entlang der Spree des Reichstags und dann bis hin zum Brandenburger Tor, wo meine Tour ein Ende gefunden hat. Und ja, prinzipiell bin ich zu der ganzen Tour ein sehr positives Bild, bin aber so ein bisschen zwiegespalten. Auf der einen Seite so das Wanderherz, dass er sagt, naja, ich glaube, so eine Strecke von A nach B ohne Rundweg und in der Natur, das gefällt mir schon besser. Wir hatten hier halt, wie gesagt, schon einen sehr, sehr viel festen Untergrund. Und ich merke jetzt auch meine Füße und gerade so die Seen, die haben da jetzt nicht mehr so Lust drauf. Aber auf der anderen Seite hatte ich eine sehr schöne Gelegenheit, die Hauptstadt ein bisschen anders kennenzulernen und habe einen ganz neuen Eindruck auch von den Stadtteilen, die ich halt durchwandert habe, erhalten und auch wie vielseitig halt dann doch die Stadt ja auch ist. Ich meine, das möchte bei so einer Größe auch sein, aber ja, du hast sehr, sehr, sehr viele schöne Gegenden, wo man sich überhaupt nicht mehr vorkommt, als wäre man überhaupt in einer Großstadt oder als wäre eine in der Nähe. Und ich bin sehr froh, dass ich den Weg im Uhrzeigersinn gelaufen bin. Ich bin ja quasi in der Innenstadt los, bin dann nach Süden, dann quasi nach Westen abgebogen oder einmal drumherum, bis ich wieder von Norden hereinkam. Und das war ganz gut, denn tatsächlich wurden die Etappen optisch schöner und schöner, gerade im Westen, wenn man am Wannsee ist, wenn man dann die Wälder hat. Das war dann schon auf jeden Fall eine tolle Erfahrung, gerade nachdem man am ersten Tag noch nicht so richtig wusste, wie geht denn das jetzt weiter in den nächsten Tagen. Da ging es dann ja schon auch mal eine ganz, ganz lange Ecke lang zwischen Kanal und Autobahn. Das war dann schon sehr eintönig. Aber doch, es wurde durchaus besser. Empfehlen kann ich wahrscheinlich auch, es etwas später zu machen, als ich es jetzt getan habe. Ich bin jetzt Ende März, in die letzten März-Tage gelaufen und ja, fürs Zelten war es tatsächlich noch teilweise etwas kalt. Es ist, habe ich auch schon mal erzählt, immer die Frage, möchte man hier wild kämpfen oder nicht, weil man ist halt nicht so alleine. Man hat immer Menschen irgendwo um sich rum. Gerade im Süden war halt recht viel Müll, was bei mir noch so ein bisschen Hemmung verursacht hat. Und sonst ist man in der Nähe von der Bebauung. Sicherlich würde Wildzelten aber irgendwie funktionieren. Ansonsten gibt es auch viele nette Gastgeber am Wegesrand, wenn sie dann Zeit haben, wo das passt oder wie man Kontakte knüpfen kann. Ja, und was aber auch noch so ein Punkt ist, ist, ich glaube, mit ein paar Wochen später und wenn dann der Frühling noch mehr erwacht und die Blüten draußen sind, vielleicht die ersten Blätter spießen, dann macht es auch vielleicht nochmal ein bisschen optisch mehr Spaß, weil das war natürlich bei mir jetzt alles sehr kahl. Trotzdem, Dem auch unabhängig davon geschichtlich gesehen doch auch ein berührender Weg, wo man sehr, sehr viel Input und Einzelschicksale, Input über Einzelschicksale sich bilden kann oder bekommen kann. Und ja, von daher schon irgendwo was, wo ich sage, einen Weg, den kann man auf jeden Fall machen, wenn man auch ein Interesse daran hat. Aber auch abseits dessen funktioniert er ganz gut. Gerade mit dem Fahrrad kann ich mir das im Sommer sehr gut vorstellen. Da hat man immer mal irgendwo Möglichkeiten, wo man nochmal zum Baden anhalten kann oder wo man vorbeigehen kann. Und es ist auch wirklich hier so ein Zwiespalt, das sich bei mir auch dahingehend nochmal eröffnet. Zum einen freue ich mich halt, dass ich zu Fuß gegangen bin, weil ich merke wieder, zu Fuß bist du halt langsam genug, um halt Sachen zu entdecken, an denen man sonst halt wieder vorbeirauscht. Und zum anderen wäre es halt mit dem Fahrrad hier zum Beispiel auch nicht ganz verkehrt, weil man dann einfach nochmal ein paar Sachen mitnimmt, die ich jetzt vielleicht auch irgendwo übersprungen bin, wo man dann doch sagt, hier gibt es jetzt hier wieder einen Requenz, irgendwo einen besonderen Knick oder wir müssen gerade am Wannsee nochmal eigentlich relativ weit rauslaufen, laufen dann fast dieselbe Strecke zurück, um zur Fähre zu kommen, weil durch den Wannsee schwimmen möchte man halt dann immer nicht mit seinem Gepäck. Dann hast du mit dem Fahrrad vielleicht einfach nochmal ein bisschen mehr. Aber alles in allem trotzdem ein gut angelegter Weg, ein sehr gut ausgeschilderter Weg, ein sehr gut mit Informationen versehender Weg, was natürlich deiner Geschichte zu verdanken ist. Auch wenn man danke jetzt hier vielleicht ein komisches Wort ist. Ja, also, das war vielleicht ein kleiner Einblick vom Berliner Mauerweg, den ich in den letzten Tagen erhalten habe. Und ja, ich freue mich, dass ich euch ein bisschen was davon berichten konnte oder dir. Und ich wünsche dir eine ganz gute Zeit und alles Gute und bis bald. Tschüssi.
SPEAKER_00Ja, klasse, danke lieber Jeppe für deine ganzen Schilderungen des Berliner Mauerwegs. Es ist ja zugegebenermaßen mal wirklich was anderes. Und für Natur und Wildnis Trail-Fans, wie du ja selber schon sagst, ist das vielleicht nicht unbedingt die erste Wahl, aber auf der anderen Seite ist der Weg halt geschichtlich total interessant und auch irgendwie sehr, sehr spannend für alle, die Berlin mal aus einer anderen Perspektive erleben wollen. Und was mir in dem Zusammenhang gerade einfällt, gibt es nicht auch einen Berliner Mauerweg Ultra? Hm. Anyway, Jeppe hat in der Zwischenzeit, also nachdem er bei mir über das grüne Band im Podcast gesprochen hat und seine Wanderung jetzt auf dem Berliner Mauerweg, hat er übrigens auch ein Buch über seine etwas anderen Couchsurfing-Abenteuer veröffentlicht. Es lohnt sich auch da mal reinzulesen. Ja, und hast auch du eine Mehrtageswanderung gemacht, die du gern mit einer etwa 10- bis 15-minütigen Nachricht hier vorstellen möchtest, dann melde dich gern bei mir. Kontaktinfos etc. findest du wie immer in den Shownotes. Und wenn du Wanderwach und Kaffee unterstützen möchtest und damit auch die Short ⁇ Dirty Folgen, dann verteile gern 5 Sterne in deiner Podcast-App und werde Mitglied bei Wanderwach Plus. Dort erhältst du unter anderem Zugang zu Bonusfolgen und dem regelmäßigen Newsletter. Ja, genug für heute. Ich sage wie immer Happy Trails. Bis bald, eure Mareike.