Wanderwach & Kaffee
Wanderwach & Kaffee erzählt Stories von unterwegs auf den langen Strecken! Mareike spricht mit unterschiedlichen Gästen über ihre Erfahrungen und Erlebnisse: Warum macht man „so was“? Was erlebt man unterwegs? Was macht das mit einem? Wie geht das Leben danach weiter? Der Podcast soll inspirieren, Mut machen, zum Nachdenken anregen und auch die Story hinter der Story erzählen. Folgt Wanderwach & Kaffee auch auf Instagram @wanderwach_kaffee_podcast Dort könnt ihr euch auch gern melden, wenn ihr selbst Lust habt, von den eigenen langen Wegen zu erzählen.
Wanderwach & Kaffee
Short'n'Dirty: Auf dem Great Glen Way mit Bianca
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„Wanderwach & Kaffee“ gibt es auch Short'n'Dirty: Das sind kurze Episoden – entweder direkt von einem Trail oder vollgepackt mit Insider-Infos aus der Community über spannende Strecken. Das Besondere? Wir nehmen dich mit auf Trails, die du perfekt in einem Urlaub oder während einer kleinen Auszeit vom Alltag erleben kannst.
In dieser Folge nimmt uns Bianca mit auf ein ganz besonderes Abenteuer in die schottischen Highlands: den Great Glen Way. Sie hat sich im Mai 2023 mit dem Zelt auf den Weg gemacht. Entlang des Kaledonischen Kanals verbindet diese Route die spektakulären Seen des „Großen Tals“ und schlägt eine Brücke vom Atlantik bis zur Nordsee. Bianca teilt mit uns ihre ganz persönlichen Erfahrungen abseits der bekannten Pfade und verrät, warum dieser Weg perfekt ist, um die Sehnsucht nach Wildnis und Freiheit zu stillen. Bianca teilt
- viele Infos zur Infrastruktur vor Ort
- warum der Trail auch für Anfänger gut geeignet ist
- welche Reisezeit die beste ist
- und wie man gut nach Schottland kommt.
Viel Spaß beim Hören und Inspirieren-Lassen!
Eure Mareike
Fakten zum Great Glen Way
- Strecke: 127 km von Fort William nach Inverness (5–7 Etappen) quer durch Schottland.
- Anspruch: Leicht bis moderat, top beschildert, perfekt für Einsteiger; Wahl zwischen flacher Low Route und hügeliger High Route.
- Richtung: Start in Fort William empfohlen, um Wind und Sonne im Rücken zu haben.
- Übernachtung: Legales Wildzelten (Leave No Trace) überall erlaubt, alternativ Campingplätze und Unterkünfte vorhanden.
- Infrastruktur: Sehr gut; täglich Orte für Proviant, reichlich Wasser und volle Outdoor-Shops (für Gaskartuschen) in Fort William.
- Reisezeit: Mai und September sind ideal; landschaftlich wunderschön und deutlich ruhiger als der West Highland Way.
Hier gibt es mehr Infos zum Weg
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Hier kommt eine neue Shorten Dirty Ausgabe. Das sind, wie ihr wisst, kurze Nachrichten, entweder direkt von einem Trail oder Infos aus der Community, also direkt von euch, über eine interessante Mehrtageswanderung. Ja, und heute geht's mal wieder nach Schottland. Bianca aus dem Rheinland nimmt uns mit auf den Great Glenway. Los geht's!
SPEAKER_00Hallo liebe Bianca! Hallo, liebe Mareike. Ja, vielen Dank erstmal, dass ich in deinem Podcast die Möglichkeit bekomme von einer meiner Wanderungen zu erzählen. Ich möchte euch heute gerne nach Schottland mitnehmen, genauer gesagt auf den Great Glenway. Vielleicht ganz kurz zu mir. Ich heiße Bianca, bin 44 Jahre alt und lebe mit meiner Tochter zusammen im Rheinland, ziemlich genau zwischen Köln und Bonn. Zum Wandern bin ich gekommen, da war meine Tochter noch ein kleines Baby. Es gab eine Phase, da hat sie sehr viel geschlafen. Und genau in solchen ruhigen Momenten bin ich dann zufällig auf den YouTube-Kanal einer Heikerin gestoßen, die in dem Jahr den Pacific Crayst Trail gelaufen ist. Und was soll ich sagen? Der PCT lässt mich seitdem nicht mehr los, ist ein ganz großer Traum von mir, den ich mir irgendwann einmal erfüllen werde, der bei der Zeit eher im Hintergrund mitläuft und noch ein paar Jahre auf mich warten muss. Dennoch habe ich mir irgendwann die Frage gestellt, wie kann ich die Sehnsucht in der Zwischenzeit zumindest ein bisschen stillen und überhaupt erstmal herausfinden, ob das alles, was für mich ist. Naja, und so bin ich beim Thema Mehrtageswanderung angekommen. Wobei mir von Anfang an wichtig war, dass ich mit dem Zelt unterwegs sein möchte und wenn möglich auch legal wild campen kann, was ich bis zu dem Zeitpunkt noch nie gemacht habe, aber für mich war schnell klar, genau so möchte ich Mehrtageswanderung erleben. Und bei der Recherche nach passenden Touren, die in etwa eine Woche dauern, bin ich dann ziemlich schnell bei Schottland gelandet. Das Land kenne ich schon aus allen früheren Urlaub und hatte es damals schon ins Herz geschlossen und bin mittlerweile dort den West Highland Way, den Great Glen Way und auch den Rob Roy Way gelaufen. Ich möchte mich aber heute auf den Great Glen Way konzentrieren und euch ein bisschen von meiner Wanderung im Mai 2023 erzählen. Zunächst vielleicht ein paar Eckdaten. Der Great Glen Way liegt in den schottischen Highlands und verläuft durch das Great Glen, also das große Tal, größtenteils entlang des Kaledonischen Kanals. Das ist ein Kanal, der die Seen des Great Glen mit der Nord- und Westküste verbindet und damit letztendlich die Nordsee mit dem Atlantik. Den Trail gibt es seit 2002. Es ist einer der offiziellen Great Trails in Schottland und er ist insgesamt ca. 127 Kilometer lang. Wobei die genaue Länge kann, je nach Wahl zwischen einer High Road und einer Low Road, an bestimmten Abschnitten leicht variieren. Üblicherweise wird der Weg in fünf bis sieben Etappen von Fort William nach Inverness gelaufen, lässt sich aber natürlich auch in beide Richtungen gehen empfohlen. Und so habe ich es auch gemacht mit der Start in Fort William, was nicht zuletzt daran liegt, dass man Wind und Sonne dann meistens im Rücken hat, was sehr, sehr angenehm ist. Man kann ihn übrigens auch hervorragend mit dem Fahrrad fahren, denn dafür ist er auch sehr, sehr gut ausgebaut. Vom Schwierigkeitsgrad her wird der Weg als leicht bis moderat eingestuft. Das kann ich auch so absolut bestätigen, denn gerade die erste Hälfte ist sehr flach und verläuft häufig direkt am Kanal. Und erst ab Fort Augustus wird es hügeliger mit einigen Waldwegen und auch schönem Faden oberhalb von Loch Nest. Ich würde sagen, der Weg eignet sich auch super für Anfänger. Nicht zuletzt der Tatsache geschuldet, dass die Beschilderung hervorragend ist. Und auch infrastrukturell ist der Weg wirklich super. Man kommt jeden Tag durch einen Ort mit Pubs, mal mehr, mal weniger Unterkünften und auch kleineren bis größeren Einkaufsmöglichkeiten. Und wie bei vielen bekannten Fernwanderwegen in Großbritannien kann man hier auch einen Baggage Transfer buchen oder sogar komplette Pauschalangebote nutzen. Wobei ich mich selbst aber ja ganz bewusst für eine Wanderung mit Zelt entschieden habe. Und auch das funktioniert auf dem Great Glenway besonders gut. In Schottland generell ist legales Wildzelten erlaubt, solange man sich an ein paar Spielregeln hält, wie zum Beispiel kein Übernachten auf eingezäumtem Farmland, ausreichend Abstand zu Wohnhäusern halten, wenn man das Zelt aufschlägt und generell die Beachtung der Leaf No-Trace Policy. Zusätzlich dazu gibt es am Great Glen sogenannte Canalside Informal Campingplätze und einige ausgewiesene Trailblazer Rests, wovon viele eine Feuerstelle und auch eine Kompost-Toilette haben. Das liegt nicht zuletzt daran, dass der kaledonische Kanal auch bei Kanufahrern sehr beliebt ist und die Infrastruktur deswegen außergewöhnlich gut ist. Es gibt Bankhauses, Toiletten, teilweise sogar Duschblöcke mit Waschmöglichkeiten und Trockenräumen, wobei man für deren Nutzung einen speziellen Schlüssel benötigt, den man sich für, bei mir waren es damals, glaube ich, zwölf Pfund, in der Nähe von Fort William bei den Korpach Loks oder in Barnes bei dem Seaport Marino Office ausleihen kann. Was für mich perfekt war, um zwischendurch einfach mal zu duschen, mein Handy oder meine Powerbank zu laden oder auch mal Wasser aufzufüllen. Wobei das Wasser eigentlich auch mit einem Wasserfilter nie ein Thema ist unterwegs. Als beste Wanderzeit für Schottland gilt generell der April bis Mitte Oktober, wobei besonders Mai und September oft als ideal bezeichnet werden. Ich bin meine Schottland-Wanderung immer am Mai gelaufen und kann das auch uneingeschränkt empfehlen. Temperaturtechnisch hatte ich mal alles dabei. Es ging nachts runter auf 4, 5 Grad, tagsüber doch auch mal hoch bis zu 22 Grad. Und ja, wir wären nicht in Schottland, wenn es nicht auch mal Regen geben würde. Aber oftmals hält er nur kurz an, verzieht sich relativ schnell wieder und die sonnigen Tage haben ganz klar überwogen. Das Schöne am Mai ist auch, dass die Natur regelrecht explodiert. Ganze Felder leuchten blau-violett durch die dort wachsenden Glockenblumen. Es riecht zwischendurch sehr intensiv nach Knoblauch, denn das Bärlochvorkommen ist dort sehr hoch und auch zwischendurch mal nach Kokos, was am dort blühenden Stechgenster liegt. Ein besonderes Plus für mich im Mai ist noch das Ende der Lammzeit mit unzähligen kleinen Lämmern auf den Feldern, was ich persönlich richtig schön anzusehen fand. Ein kleiner Nachteil im Mai ist die beginnende Zeckensaison. Die Zecken haben dort aufgrund der Vegetation der Highlands ein kleines Paradies. Aber ich behandle meine Kleidung und meine Ausrüstung vorher immer mit einem speziellen Spray und habe immer eine Zeckenkarte dabei und bin bisher damit eigentlich immer gut gefahren. Die Anreise kann man natürlich ganz individuell gestalten. Wenn man ein bisschen mehr Zeit mitbringt, kann man sogar komplett mit dem Zug zum Startpunkt fahren. Ich bin für die Tour mit dem Flugzeug von Frankfurt nach Glasgow geflogen und habe dort erstmal eine Nacht verbracht. Am nächsten Tag bin ich weiter mit dem Zug nach Fort William gefahren. Das war eine knapp vierstündige Fahrt, die mich besonders schön auf die bevorstehende Tour eingestimmt hat, denn an mehreren Stellen kreuzt die Bahn den West Highland Way oder verläuft parallel dazu. Und da kamen bei mir jedes Mal sofort schöne Erinnerungen an meine Wanderungen aus dem Jahr davor hoch. Fort William ist der Startpunkt des Great Glen Way, gleichzeitig aber auch der Endpunkt des West Highland Way. Wer also genug Zeit mitbringt, kann die beiden Wege perfekt miteinander kombinieren. Außerdem eignet sich Fort William hervorragend, um sich nochmal mit allem Nötigen einzudecken, was man für die Reise benötigt oder gegebenenfalls nicht von zu Hause mitbringen konnte. Es gibt dort mehrere Supermärkte, aber auch Outdoor-Läden, die zum Beispiel Gaskartuschen verkaufen. Der Great Glenway beginnt offiziell an den Ruinen des alten Forts in Fort William und der Startpunkt ist durch eine große Steintafel ziemlich deutlich markiert. Bereits nach kurzer Zeit passiert man die Ruinen von Old Inn Balochie Castle. Das war während meiner Wanderung allerdings nicht zugänglich, da dort Bauarbeiten stattgefunden haben. Kurz darauf führt der Weg an Carl Beach vorbei. Dort liegt ein ziemlich beeindruckendes Schiffswrack direkt am Ufer. Und an klaren Tagen kann man von dort aus sogar den Ben Nevis sehen. Der Ben Nevis ist der höchste Berg Großbritanniens. Bevor man dann nach ungefähr anderthalb Stunden Gehzeit endgültig auf den kaledunchen Kanal trifft, kann man sich dort an den Korbach-Loks, die zuvor erwähnten Schlüssel für die Anlagen entlang des Kanals, abholen. Dabei gilt zu beachten, dass die Büros nur zu üblichen Büroöffnungszeiten während der Woche geöffnet haben und nicht an Wochenenden und Feiertagen. Und ab diesem Punkt verläuft der Weg für den Rest des Tages auf der rechten Seite des kalonischen Kanals und man erreicht schon nach kurzer Zeit ein echtes Highlight. Das ist die berühmte Schleusenanlage Neptune Staircase, die auf einer Länge von rund 400-500 Metern mit acht Schleusen einen Höhenunterschied von knapp 25 Metern überwindet, wobei die Boote hier per Hand an einem schmalen Pfad entlang der Becken gezogen werden. Denn die Motoren dürfen erst ganz oben wieder angemacht werden. Das ist schon ein sehr beeindruckendes Schauspiel, wenn man hier so etwas nicht zu sehen bekommt. Entlang des Weges gibt es noch mehrere Schleusen, an denen man das durchaus gut beobachten kann. Ich habe den ersten Tag dann nach zehn Meilen auf einer Informal-Campsite bei den Gerlochi Loks beendet. Es waren schon einige Wanderer vor mir da, die ihr Zelt aufgeschlagen haben, aber ich habe direkt einem Wasser einen sehr, sehr schönen Platz bekommen mit einer tollen Aussicht. An den Gerlochi Loks ist auch das erste Mal eines der Häuser, die man mit dem Schlüssel nutzen kann. Es gibt Duschen und Spül- und Waschmöglichkeiten. An meinem zweiten Wannertag bin ich zunächst direkt am Ufer von Loch Lochy entlanggelaufen. Die Ausblicke dort waren sehr, sehr schön. Es war ruhig, es war früh morgens, der Frühnebel stand noch überall und es war einfach sehr, sehr friedlich. Am Ende von Loch Lochy bei den Leg ⁇ Loks kommt man wieder zum Kaledonischen Kanal. Das war der Weg, den ich eigentlich auch gehen wollte, denn das Wetter hat sich ein bisschen umgestellt. Es wurde regnerischer und da wollte ich den kürzesten Weg zur nächsten Campsite nehmen. Da kam es aber ein bisschen anders, denn aufgrund von Arbeiten war der Weg gesperrt und ich musste den Invergarry-Link nehmen. Das bedeutet, ich musste komplett auf die andere Uferseite ausweichen und einen ordentlichen Umweg in Kauf nehmen. Es waren, glaube ich, zwei zusätzliche Stunden, einige Höhenmeter und Waldwege mehr, als ich geplant hatte. Die Strecke war zwar an sich landschaftlich wirklich sehr schön, beziehungsweise wäre bestimmt noch schöner gewesen, hätte es nicht geregnet. Und die Ausblicke haben sich schon gelohnt. In dem Moment hätte ich darauf verzichten können, aber so ist es halt manchmal. Damit muss man dann auch rechnen und umgehen können. Dennoch war ich natürlich erleichtert, als ich dann am Ende von Loch Euch noch einen wunderschönen Zeltplatz gefunden habe. Es hat zwar etwas gedauert, bis ich auf dieser nassen Wiese einen einigermaßen trockenen Platz gefunden habe, aber sobald man einmal im Zelt liegt, finde ich, ist der Rest eigentlich egal. Und am nächsten Tag ging es dann ganz entspannt weiter, direkt entlang des Kaledonischen Kanals. Ich wurde unterwegs immer wieder von Kanufahrern überholt, die dann auch ganz fröhlich gewunken haben, die ich dann später allerdings nicht selten wieder in den Schleusen getroffen habe, denn je nach anderen kann die Wartezeit dort durchaus mal etwas länger sein. In Ford Augustus habe ich in einem Pub eine Mittagspause eingelegt. Das ist ein kleiner, aber sehr touristischer Ort, der direkt am Ufer des Loch Ness liegt. Und von hier aus kann man Bootstouren starten und sein Glück versuchen, Nessie zu erspähen. Ab Ford Augustus hat man dann zum ersten Mal die Wahl zwischen einer High und einer Lowroute. Die Highroute log mit richtig schönen Ausblicken und Weitblicken über Loch Ness und das Tal dahinter, werden die Lowrouten nicht direkt am Ufer entlang führt, sondern eher durch Waldwege in etwas größere Entfernung. Ich habe mich aufgrund des guten Wetters aber für die Highroute entschieden, wobei die Höhenmeter zu Beginn dieses Abschnitts hatten es durchaus in sich und auch der spätere Abstieg war sehr, sehr steil und nicht ohne. Aber die Entscheidung hat sich definitiv gelohnt. Die Ausblicke waren spektakulär und es war die richtige Wahl für mich. Am Abend bin ich in Inver Morrison angekommen. Auf dem Weg dort hatte ich irgendwie Pech und habe keinen guten Zeltplatz finden können. Und der nächste Abschnitt hätte mit einem Anstieg begonnen und das wollte ich zu dem Zeitpunkt nicht mehr bewerkstelligen. Ich bin dann zufällig auf die Ortsvorsteherin gestoßen. Die hat mir wohl angesehen, dass ich etwas ratlos umhergeschaut habe und hat mir dann ganz unkompliziert vorgeschlagen, dass ich mein Zelt auf dem Picknickplatz mit einem Ort aufschlagen könnte und hat mir sozusagen ausdrücklich ihre Erlaubnis dafür gegeben. War sehr, sehr freundlich und hilfsbereit und so hatte ich einen Platz, der zwar direkt an der Straße lag und dementsprechend am Morgen etwas laut war, aber es gab um die Ecke einen wirklich netten Pub und den habe ich mir abends natürlich nicht entgehen lassen. Mein vierter Tag begann dann mit dem eben angekündigten Aufstieg und gleich im ersten Viertel der Strecke hat man wieder die Wahl zwischen einer High und einer Lowroute. Und ähnlich wie am Tag zuvor unterscheiden sich die beiden Varianten vor allem durch gute Weitblicke auf der Highroute, während die Lowroute weniger Höhenmeter und dafür meist mehr Waldwege bietet. Ich habe mich auch an dem Tag wieder für die Highroute entschieden. Die wird nicht nur mit tollen Ausblicken belohnt, sondern auch mit der Skulptur The Viewcatcher. Die besteht komplett aus Stein und Holz und rahmt die Landschaft auf eine ganz besondere Art und Weise ein und eignet sich perfekt als Fotomotiv und ist ein wirklich schöner Ort. Als ich am Ende des Tages in Drumnard Rocket angekommen war, habe ich mich für diese Nacht für einen Campingplatz entschieden und habe, nachdem ich mein Zelt aufgeschlagen habe, einen kleinen Umweg eingelegt, um mir das dort gelegene Erhard Castle anzuschauen oder vielmehr das, was noch davon übrig ist. Denn von der früheren Burg stehen mittlerweile nur noch Ruinen. Aber die Lage direkt am Ufer von Loch Ness ist einfach super beeindruckend. Und da ich relativ spät dort angekommen bin, hatte ich diesen Ort fast ganz für mich alleine. Und die Ruinen, den Blick auf den See zu haben und die Ruhe zu der Tageszeit und das besondere Tageslicht haben eine sehr, sehr schöne Stimmung erzeugt und waren ein wirklich schöner Abschluss von diesem Wandertag. Mein fünfter und gleichzeitig letzter Wandertag ging vor allen Dingen zunächst durch bewaldete Abschnitte, führte dann später über offenes Moorland, durch typische Farmlandschaften weiter. Und ein kleines Highlight auf dieser Etappe ist ein kleines Waldcafé, das Abrioran Echo Campsite am Café. Das wird von einem netten älteren Ehepaar betrieben. Man kann dort für 20 Pfund etwas bestellen. Es gibt keine Speisekarte, man bekommt, was es gerade gibt, was gerade gekocht wurde. In meinem Fall war das eine super leckere Suppe mit selbstgebackenem Brot, Oliven, Käse, ein bisschen Wurst, ein Stück Kuchen, eine Tasse Tee. Und das war sehr, sehr lecker und hat perfekt gepasst. Der restliche Weg nach Inverness ist im Vergleich zu den vorherigen Tagen eher unspektakulär. Der Great Glenway endet schließlich ein kleines Stück von Inverness Castle entfernt an einem Steinmonument. Ich hatte leider ein bisschen Pech. Das Inverness Castle war zu dem Zeitpunkt komplett eingerüstet, da dort Bauarbeiten stattgefunden haben. Am nächsten Morgen bin ich dann mit dem Bus zurück nach Glasgow gefahren, habe dort noch einen kompletten Tag Zeit verbracht und mir die Stadt angeschaut. Und das kann ich auch sehr, sehr empfehlen. Mein Fazit zum Great Glenway, es gibt zwei Dinge, die mir besonders gut gefallen haben. Einmal die Tatsache, dass stellenweise deutlich weniger Menschen unterwegs waren, als ich jetzt aus dem Jahr davor kannte. Man hatte viel Ruhe, Zeit, seinen gedankenfreien Lauf zu lassen und die Landschaft und die Ausblicke zu genießen. Und dann bin ich am zweiten Tag drei Schotten begegnet, denen ich im Laufe der Wanderung immer wieder begegnet bin. Mal habe ich sie überholt, mal waren sie schneller als ich. Und irgendwie hat man sich dann abends oft wieder getroffen, zusammengesessen und über den Weg, das Wandern und alles Mögliche gequatscht. Und das sind solche Begegnungen, die am meisten nachhalten, bei mir persönlich auf jeden Fall. So, das war's dann auch von mir. Vielen Dank, liebe Mareike, dass ich hier dabei sein durfte und meine Erfahrung teilen konnte. Alles Gute für dich und Happy Trails!
SPEAKER_01Herzlichen Dank, liebe Bianca. Das klingt nach einem perfekten Weg, den man eben mal auch im Urlaub machen kann. Und ja, wie Bianca schon sagt, auch sehr gut für Anfänger geeignet. Und auch wer nicht fliegen möchte, nimmt einen Zug. Also ich kann mir wirklich Schlimmeres vorstellen, als mit dem Zug nach Schottland zu fahren. Ich glaube, da sieht man unterwegs schon ganz, ganz viele tolle Landschaften. Ja, und auch sehr cool, dass ich auch dieses und schon letztes Jahr von euch so viele Trails aus Schottland geschickt bekommen habe. Ich habe mittlerweile Episoden über den Cape Roth Trail. Vielen Dank an Katharina, über das Wandern auf den äußeren Hybriden, viele liebe Grüße an Jeanette an dieser Stelle, über den West Highland Way, viele Grüße an Jacinda und jetzt über den Great Glen Way. Ja, und hast auch du eine Mehrtageswanderung gemacht, die du gern in einer etwa 10- bis 15-minütigen Nachricht hier im Podcast vorstellen möchtest, dann melde dich bei mir. Kontaktinfos etc. findest du wie immer in den Shownotes. Und auch gern weitere Trails in Schottland oder generell in der UK. So, für heute soll es gewesen sein. Ich sage tschüss, bis zum nächsten Mal. Passt auf euch auf und wie immer Happy Trails, Eure Mareike.