Wanderwach & Kaffee

Short’n’Dirty: 6 Tage durch den Lake District mit Eric Leimann

Trail Talk mit Mareike Schmidt Season 1 Episode 151

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„Wanderwach & Kaffee“ gibt es auch Short'n'Dirty: Das sind kurze Episoden – entweder direkt von einem Trail oder vollgepackt mit Insider-Infos aus der Community über spannende Strecken.

Das Besondere? Wir nehmen dich mit auf Trails, die du perfekt in einem Urlaub oder während einer kleinen Auszeit vom Alltag erleben kannst.

In dieser Short’n’Dirty-Folge nimmt uns der freie Journalist und Podcast-Host Eric Leimann mit auf eine 6-tägige Wanderung durch den englischen Lake District. Im Juli 2025 war er gemeinsam mit seinem 15-jährigen Sohn auf einer insgesamt 11-tägigen Reise unterwegs, die sie neben Städtetrips nach Manchester und Liverpool von Windermere über Elterwater, Coniston, Eskdale, Wasdale Head und Buttermere bis nach Patterdale führte.

Er erzählt von der landschaftlichen Schönheit des seit 1951 geschützten Nationalparks und UNESCO-Weltkulturerbes mit dem 978 Meter hohen Scafell Pike, von Seen, aber auch vom dreifachem Ermüdungsbruch und typisch englischen Wetterkapriolen. Außerdem gibt Eric praktische Tipps zur entspannten Anreise per Fähre über Newcastle oder Hull, Tourenplanung ohne Zelt und wo es sich lohnt, ein bisschen mehr Zeit zu verbringen. Erics Buchempfehlung aus dem Cicerone Verlag und den Link zu seinem eigenen Podcast findest du wenn du weiter runter scrollst.

Viel Spaß beim Hören und Inspirieren-Lassen!

Mareike


Wo genau war Eric unterwegs?

  1. Windermere - Elterwater 
  2. Elterwater - Coniston (11 km) 
  3. Coniston - Eskdale (25 km)
  4. Eskdale - Wasdale Head (13.5 km)
  5. Wasdale Head - Buttermere (10 km) / Caswick
  6. Buttermere - Pattondale (Bus und Bahn nach Manchester)

Erics Podcast heißt "Och eine noch" und kann unter anderem hier gehört werden

Der passende Wanderreiseführer ist in Cicerone Verlag erschienen 

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Übrigens kann man mein Buch über den Pacific Crest Trail "Wildnis, ich komme!" über Amazon beziehen. 



SPEAKER_01

Hier kommt eine neue Short and Dirty Ausgabe. Yeah, that's kurz the Nachrichten, entweder direct from einem Trail or infos of the community over a interessante wandering. And fastened the last Short Dirty Folk in the Bianca about the Craig Clemente in Schottland had in the healthy Shoten Dirty Episode auf der Insel and Eric in the Lake District in the northern England mitnehmen. Dort war er nämlich im letzten Jahr auf einer sechstegigen Fast-Rundtour von Unterkunft zu Unterkunft unterwegs. Los geht's und hallo, lieber Eric.

SPEAKER_00

Hallo, liebe Wanderinteressierte. Mein Name ist Erik Leimann und ich würde euch heute gerne auf eine sechstägige Wanderung durch den englischen Nationalpark Lake District im Nordwesten des Landes mitnehmen. Ja, ich habe diese Wanderung im Juli 2025 mit meinem damals 15-jährigen Sohn Niklas gemacht. Und wir haben eine Menge gelernt über die geradezu atemberaubende Schönheit dieser Landschaft. Seit 2017 ist hier auch UNESCO-Weltkulturerbe. Aber wir haben auch eine Menge gelernt über Wetterkapriolen und über Fitnessprobleme an Bergen, die gerade mal knapp tausend Meter hoch sind. Und wenn ich nicht wandere, dann arbeite ich als freier Journalist mit Schwerpunkt Kultur, Medien und Wirtschaft in Hamburg, wo ich auch lebe. Und wenn ihr euch neben dem Wandern auch für richtig gute Serien, Filme und Dokumentationen interessiert, die es in den Mediatheken oder bei den Streaming-Anbietern gibt, dann freue ich mich, wenn ihr mal in meinen Podcast auch eine noch, der Streaming-Podcast reinhört, den euch Mareike ja mal in den Shownotes verlinken kann. Und damit geht unsere Short and Dirty Wanderung los. Ja, was ist eigentlich der Lake District? Das liegt in der Grafschaft Cumbria in Nordwestengland, dockt im Westen an die irische See an. Schottland ist im Norden ganz, ganz nah. Die Fläche vom Lake District sind 2362 Quadratkilometer oder 912 Quadratmeilen. Hat einen Nationalparkstatus seit 1951 und wie gesagt UNESCO-Welterbe seit 2017. Ja, und hier in Deutschland gar nicht so bekannt, aber anderswo schon. Besucherzahl ungefähr 18 Millionen Menschen pro Jahr. Und dann gibt es noch so ein paar Sensationen Attraktionen. Der höchste Berg von England mit bescheidenen 978 Metern ist der Scarfell Pike, ist dort gelegen. Der tiefste See, das Wasp Water mit 79 Metern, sind wir auch vorbeigelaufen. Und auch der größte natürliche See, der Windermere Lake, mit 18 Kilometer Länge. Da geht unsere Wanderung gleich los. Hat eine Fläche von knapp 15 Quadratkilometern. Ja, warum ist dieser Lake District eigentlich so bekannt? Der ist nicht nur wunderschön mit seinen Gipfeln, seinen vielen Schafsweiden, Gattern, Hügellandschaften und natürlich wahnsinnig vielen Seen. Das ist vor allem auch eine klassische englische Kulturlandschaft. Und die UNESCO hat in ihrer Begründung, warum das zum Welterbekoren wurde, auch betont, dass aufgrund dieser Landschaft sich ganz viele romantische Landschaftsauffassungen weltweit gebildet haben. Also, was ist eigentlich eine romantische Landschaft? Also, so ähnlich wie hier in Deutschland im 18. und frühen 19. Jahrhundert, so Kaspar David Friedrich und so andere Maler, so Wanderer über dem Nebeltal und sowas, so die Meinung über schöne Landschaft geprägt haben. So haben das in England war der Lake District für diese romantische Landschaftsvorstellung verantwortlich. Wir sind eine siebenteckige Fastrundwanderung gelaufen, inklusive einem Ruhetag. Und wir haben diese Tour mit der Erkundung von zwei nordenglischen Großstädten verbunden, die sehr dicht beieinander liegen, aber doch sehr unterschiedlich in ihrer Atmosphäre sind. Am Anfang des Urlaubs waren wir zwei Tage in Liverpool und am Ende der Reise noch zwei Tage in Manchester. Von Manchester gibt es günstige Flüge zu verschiedenen Flughäfen in Deutschland. Wir sind nach Hamburg geflogen. Gerade dahin gibt es eigentlich gute Verbindungen. Und mein Geheimtipp ist allerdings, so sind wir auf der Hinreise angereist, wunderbar entschleunigend, mit einer Fährfahrt von entweder Amsterdam nach Newcastle oder von Rotterdam nach Hall. Wunderschöne Geschichte, ist auch gar nicht so teuer. In der Nebensaison gerade, mit einer schönen Kabine und eigentlich sehr gutem Essen auf diesen Fähren. Und es ist wie so eine kleine Mini-Kreuzfahrt. Und wie gesagt, super entschleunigend. Man fährt am frühen Abend los und kommt morgens an und kann ich nur wärmstens empfehlen, würde ich immer wieder machen. Ja, das ist das Intro und gleich geht's zu unserer ersten Etappe. Ja, und damit kommen wir zur ersten Etappe von Windermere nach Elterwater. Wir sind morgens noch ganz entspannt mit dem Zug von Liverpool angereist. Das dauert zwei bis drei Stunden, je nach Verbindung. Man muss entweder einmal oder zweimal umsteigen. Das heißt, wenn man so um acht oder spätestens neun losfährt, kann man auch schon zwischen elf und zwölf Uhr loswandern. Ja, das Windermere ist schon auch so ein südlicher touristischer Hotspot in dem Lake District. Liegt halt an diesem Windermere Lake, der, wie gesagt, der größte von England ist. Und die erste Etappe geht auch direkt von dem sehr malerisch gelegenen Bahnhof in die Natur raus. Es geht nach oben, durch schöne Ferien, Häuser, Straßen. Ist man sehr schnell in Wäldern und auf Flügeln und dann fängt das an mit diesen ganzen Schafsweiden und den Gattern. Die Tour dauert am ersten Tag ungefähr 19 Kilometer. Es sind so 400, 500 Höhenmeter durch die Hügel, die man überwinden muss, aber das geht eigentlich alles ganz entspannt. Man guckt die meiste Zeit von oben auf diesen Lake Windermere, also es ergeben sich recht malerische Bilder. Und ja, man lernt unfassbar viel über Schafe und diese ganzen Gatter, die man mit verschiedenen Öffnungs- und Schließtechniken zu bedienen lernt. Und man lernt auch, dass es in England unglaublich viele Schafrassen, also verschiedene Schafsrassen gibt, die ganz unterschiedlich aussehen. Weil hier in Deutschland sind ja die Schafe gefühlt alle irgendwie gleich. Und in dieser Gegend da, zumindest in Cumbria, sind die so verschieden wie hierzulande Hunderassen. Ja, es geht dann irgendwann an der Nordspitze des Sees durch auch einen etwas touristischeren pitureskenort, von denen gibt es halt ziemlich viele im Lake District. Aber wie gesagt, wir waren im Juli unterwegs und da sind natürlich die meisten. Dieser Ort heißt Ambleside und dann geht es weiter durch Grüne Hügel und Wanderwege. Da wird es dann auch schon einsamer bis zu einem relativ kleinen Ort namens Elterwater, wo wir die erste Nacht in einem Hostel verbracht haben. Und Vorsicht, Vorsicht, es ist alles recht teuer im Lake District, vor allem in der Hauptsaison. Also wenn ihr es euch leisten könnt, zeitlich von wegen Schulferien und so weiter, wenn ihr die aussparen könnt, am besten geht ihr nicht im Juli wie wir, weil dann habt ihr Übernachtungspreise von 150 bis 200 Euro pro Nacht für ein Doppelzimmer und das bei einfachstem Standard und teilweise sogar auch in Youth Hostels, die dann trotzdem so viel kosten. Absurderweise kann man aber auch zum gleichen Preis dann teilweise in relativ schicken Hotels unterkommen. Man muss da einfach ein bisschen schauen oder in der Nebensaison wandern, wie gesagt. Wir sind nicht mit Zelt gewandert, einfach weil wir da oder vor allem ich nicht so viel Lust drauf hatten. Und aber natürlich wird es da auch Campingmöglichkeiten geben. Da müsstet ihr aber euch selber mal erkundigen. Und manche Gegenden sind auch so einsam, vor allem jetzt in den Etappen, die da kommen, dass man wahrscheinlich auch wildcampen kann, ohne dass einen da irgendjemand erwischen wird. Ja, wie gesagt, ein schöner Auftakt und das war es an Tag 1. Damit sind wir bei der zweiten Etappe, die von Elterwater nach Coniston führt. Und das ist eine sehr entspannte Etappe, die bei uns nur deswegen ein wenig länger oder durchschnittlich war, weil wir in Coniston im Juli tatsächlich überhaupt keine Unterkunft gekriegt haben und nochmal fünf Kilometer weiter südlich nach Torver gehen mussten. Und natürlich am nächsten Tag diese fünf Kilometer auch wieder zurück. Ja, was ist das für eine Gemeinde Coniston? Das liegt eben auf der Westseite von diesem Windermere Lake und ist auch deswegen bekannt, weil es da einen unfassbar beliebten Berg bei den Briten und ich glaube, bei dem im gesamten Commonwealth gibt, der hört auf den schönen Namen Old Man of Coniston. Und ja, da laufen in der Hauptsaison wirklich prozessionsartig Massen von Menschen allerlei aus aller Herren Länder hinauf. Und genau, allerdings bleiben wir nochmal bei der Tour von Elterwater nach Coniston. Das ist eigentlich eine Tour, wo man von oben nach unten an den See läuft. Und das sind gerade mal elf Kilometer. Und in Coniston kann man baden gehen oder Wassersport betreiben. Dort gibt es auch einen großen Campingplatz direkt am See. In Sachen Höhenmeter ist es natürlich die entspannteste Etappe, weil man von oben aus den Hügeln nach unten läuft. Und ja, auf jeden Fall. Wir haben das so gemacht, weil wir den Auftakttag eben bis Elterwater geschafft haben und am nächsten Tag noch ein bisschen weiterlaufen mussten wegen der Unterkunft. Ansonsten könnt ihr euch die Etappen natürlich auch neu einteilen. Aber ich sag mal, das hört ihr auch gleich im Tag 3. Da hat man eine ziemlich knackige Tour vor sich und wenn man da in Coniston starten kann und dann geht es nämlich steil nach oben, den Old Man of Coniston. Das ist schon ganz gut, wenn man den Tag damit beginnen kann und nicht dann am Ende einer Wanderetappe da noch den Berg hoch muss, zumal es da auch überhaupt keine Unterkünfte gibt. Sind wir bei Tag 3 angelangt und der führt uns von Coniston nach Askdale oder Askdale High. Das könnten so 25 Kilometer sein. Wir hatten halt noch die fünf Zusatzkilometer am Anfang und sind aber auch knackige 1000 Höhenmeter zu überwinden. Und es geht eben in Coniston gleich los mit dem eben schon beschriebenen Old Man of Coniston. Das ist so eine Panorama, so eine steile Panoramabergaufstrecke, wo man so über Steine kraxelt und immer wieder ganz wunderbare Blicke auf Seen oder auf den großen See hat. Und je höher man kommt, natürlich, umso weiter blickt man in die Landschaft. Wir hatten das an einem etwas regnerischen Tag gemacht. Und ich habe, glaube ich, noch nie so einen schnellen Wandel eines Szenarios erlebt, weil wir, als wir auf dem Berggipfel angekommen sind und der Regen stärker wurde, sind wir eben auf diesem, ja, auf dem Bergrücken mussten wir weiterlaufen, während alle anderen Leute irgendwie den Berg wieder runtergelaufen sind. Und dann hat sich der Weg, unser Weg von dem der Massen getrennt. Und das hatte aber an diesem Tag eigentlich nicht nur Vorteile. Wir sind nämlich dann in einen Regensturm geraten. Handynavigation war absolut nicht mehr möglich. Die Sicht war gleich null und beim einen oder anderen Schritt im dann auch plötzlich aufkommenden Nebel hat man gesehen, dass er so links und rechts durchaus ein paar hundert Meter runter geht. Und das hat man auch erst im letzten Moment gesehen. Und die Beschilderung machte an dieser Stelle auch eine kleine Pause. Für uns war das durchaus der erste krisenhafte Moment auf dieser Wanderung. Aber da kam eben auch alles zusammen, dass ausgerechnet auf diesem Bergkamm plötzlich eine Null-Sicht-Situation eingetreten ist und so eine Wetterkatastrophe mit Wind und Starkregen eben eingesetzt hat. Und ja, wir haben den Weg dann doch gefunden. Der ist eigentlich doch gar nicht so schwierig. Der geht auf dem Bergkamm erstmal so zwei, drei Kilometer entlang. Gut halt, wenn man den sehen kann. Und auf der anderen Seite wieder runter. Und jetzt wird es richtig einsam. Wir haben an diesem Tag, obwohl wir danach bestimmt noch drei oder vier Stunden gelaufen sind, keinen einzigen Menschen mehr getroffen. Und das im Juli, wie gesagt, bei dieser Besucherzahl. Es geht dann durch sehr einsame grüne Täler und Wälder, verlassene Bauernhöfe und Weiden, leider aber auch sumpfige Gebiete, in denen wir so richtig eingesunken sind, obwohl das die markierten Wege waren. Und an diesem Regentag, das war wirklich der heftigste Regentag in dieser Woche, sind unsere Schuhe und Socken plus die anderen Klamotten wirklich dreimal bis zur Unterhose komplett durchweicht und wieder abgetrocknet. Ja, das geht wahrscheinlich in Großbritannien und bei so suboptimaler Kleidung durchaus kann sowas mal passieren. Und auch bei unperfektem Schuhwerk, weil wir sind mit Jogging-Schuhen gelaufen, bin ich aber auch ein kleiner Fan von, weil genauso schnell wie die durchweichen, sind sie eben auch wieder trocken gelaufen. Und Vorsicht, Vorsicht, dieses Askdale ist eine sehr verstreute Gemeinde, wo mal hier ein paar Häuser sind und dann muss man wieder ein, zwei Kilometern gehen, dann kommt wieder so ein kleiner Weiler mit so drei, vier Häusern. Und man muss also sehr genau schauen, wo man in Askdale seine Unterkunft wählt, weil das können schon mal plus, minus fünf, sechs, sieben Kilometer mehr sein, die man ansonsten laufen muss. Wir haben da eher einen Fehler gemacht, weswegen wir dann in einem Pub nach einem freundlichen Autolift gefragt haben und den auch bekommen haben. Ansonsten werden wir nämlich 35 Kilometer gewandert an dem Tag plus der Höhenmeter und das alles bei Starkregen. Also es war durchaus ein abenteuerlicher Tag, aber auch eine sehr, sehr tolle Landschaft, weil man zum ersten Mal richtig in die Berge hochkommt. Und genau, das war Tag 3 von Coniston nach Askdale High. Tag 4 führt uns von Askdale nach Wasdale Head. Eigentlich wollten wir noch etwas weiterlaufen, einen Berg hochkraxeln zu einer fast mythischen, der mystischen Jugendherberge namens Black Sail. Aber das hat nicht geklappt. Das erzähle ich aber gleich noch am Ende von diesem Take. Ja, eigentlich sind das von Askdale nach Wasdale Head nur 13,5 Kilometer, entspannt durch Wälder, Hügel und mit an den hohen, an den höheren Stellen kann man sogar die irische See sehen, denn das ist der westlichste Punkt auf der Route. Und wenn man dann wieder etwas runter geht, kommt man an einen See namens Washed Water. Den habe ich am Anfang schon mal erwähnt. Der ist zwar nur sechs Kilometer lang, aber ist mit 80 Metern Tiefe der tiefste See in England. Und an der Nordspitze dieses Sees, die wir dann so am Nachmittag erreicht hatten, da wollten wir so eine Pause machen oder haben wir eine Pause gemacht und wollten dann eben diesen heftigen Aufstieg zu dieser Jugendherberge Black Sail dann vornehmen und dachten, naja, dann geht das jetzt nochmal so zwei Stunden knackig nach oben. Aber wir haben uns irgendwie fernavigiert und mussten dann einen Berg hoch oder dachten, wir müssten einen Berg hoch, der eine unglaubliche Steigung hatte. Also man kam sowieso nur auf allen Vieren hoch und das dann mit schwerem Rucksack. Und irgendwann wurde es so steil und zumindest ich so erschöpft, und dann kam eben noch so ein Geröllfeld, also so mit Steinschlag. Und da hat sogar mein Sohn, der ja dann eher so ein bisschen übermütig ist, wie man eben mit 15 ist, gesagt, Papa, lass uns mal zurückgehen, weswegen wir dann tatsächlich wieder nach Wastel her zurückgegangen sind, an den Fuß des Berges und da übernachtet haben. Und ja, dann hatten wir auch, viele von euch Wanderern kennen das wahrscheinlich, wenn es mal schlecht läuft, die doppelten Übernachtungskosten, weil natürlich die mystische Jugendherberge Black Sail nicht innerhalb von zwei Stunden stornierbar war und wir dann natürlich in Wasdale Head auch noch eine Nacht verbringen mussten. Also das hat nicht ganz so geklappt, aber die Route an sich kann ich euch wärmstens empfehlen. Nur hinter Warsdale schaut genau, wie ihr hoch in die Berge kommt und macht nicht den Fehler und nehmt die Göll-Route. Ja, wie heißt es so schön? Neuer Tag, neues Glück. Und am nächsten Tag war es dann auch gar nicht so schwierig, die Route zu finden. Die richtige Route in die Berge von Wastale Head am Fuße des Berges. Wir sind an diesem Tag nach Batter gelaufen. Das war eigentlich eine relativ entspannte Wanderung. Die geht nur 10 Kilometer, aber auf diesen 10 Kilometern sind es auch 700 Höhenmeter und es geht dadurch traumhafte Berglandschaften und über verschiedene Gipfel jenseits der Baumgrenze. Das sieht schon sehr nach schottischen Highlands aus. Also wer den Kern dieses Lake Districts durchläuft, der läuft vom Gefühl her schon auch so ein bisschen in Schottland rum. Und wir haben uns dann von Battermir, das liegt natürlich auch wieder an einem See, ist auch eine Gemeinde, die so heißt. Da haben wir dann einen Bustransfer nach Caswick genommen. Das spricht man eigentlich Kewick aus. Das ist eine der größten Gemeinden im Lake District mit einer ziemlich guten Infrastruktur, vielen Hotels und sowas. Hier haben wir übernachtet und sind dann am nächsten Tag, das war unser Ruhetag, mit dem Bus zu, ich weiß nicht, 20 Minuten oder so nach Grasmere gefahren. Grasmere ist eine Gemeinde, die ihr unbedingt abchecken solltet, wenn ihr im Lake District unterwegs seid. Das ist wohl so im kitschigen Sinne eine der schönsten Gemeinden Englands mit ganz viel Geschichte. Hier haben sich auch so im Zeitalter der Romantik und drumherum sehr viele Dichter zurückgezogen, hin zurückgezogen oder haben dort gelebt. Eine der bekanntesten ist William Wadsworth. Der hatte da das Dorfcottage. Hier gibt es unglaublich viel zu sehen. Es ist eine wahnsinnig schöne Dorfarchitektur. Es ist eigentlich fast zu schön, um wahr zu sein. Man denkt, das haben irgendwelche Leute für einen Film hier aufgebaut. Aber es ist wirklich, fühlt sich alles relativ natürlich und authentisch an. Also ein sehr schöner Ort, wenn man auf so auf eine aufgeräumte britische Landpittoreske steht. Und dann haben wir uns tatsächlich ein Wellnesshotel am See, den es natürlich da auch wieder gibt, gegönnt. Und dort haben wir unter anderem gelernt, wichtiges Learning, dass die Briten natürlich voll bekleidet, also in Badeklamotten, in die Sauna gehen. Ja, und damit kommen wir schon zu Day Six, unserem letzten Wandertag, der von diesem traumhaft schönen englischen Buttermir über einen langen und spektakulären Aufstieg auf einen wunderschönen Bergrücken führt und dann ganz am Ende einen nicht ganz ungefährlichen Abstieg nach Pattendale mit sich bringt, dass, ihr ahnt, es auch an einem See liegt. Auch auf dieser Tour, das ist auch wirklich eine der schönsten, gibt es wieder viel Highland Flair und traumhafte Aussichten. Man läuft wieder sehr lange auf einem Bergrücken entlang und schaut nach beiden Seiten in die Weite. Ja, nur mein betagter Wanderkörper tief in den 50ern, der hat dann am letzten Abstieg schlapp gemacht. Die letzten fünf Kilometer im Flachen bin ich dann mit ziemlichen Schmerzen im linken Fuß gelaufen und die haben sich dann zu Hause in Hamburg als dreifacher Ermüdungsbruch herausgestellt. Aber das ist ja eine andere Geschichte und mittlerweile auch wieder gut verheilt. Am Tag nach unserer Wanderung ging es dann von Pattendale mit dem Bus und dann mit einer Bahn in einer nahegelegenen, etwas größeren Stadt in wiederum zwei bis drei Stunden Fahrzeit nach Manchester. Und da haben wir uns dann auch nochmal zwei Besichtigungstage gegönnt. Insgesamt hat unsere Reise also zehn Tage gedauert und davon oder elf Tage und davon waren wir natürlich sechs Tage oder sieben Tage wunderschön wandern. Und wenn ihr euch fragt, ja, welche anderen Wanderwege gehen denn eigentlich dann auch durch den Lake District? Also es gibt einmal einen recht bekannten Weg, der den Lake District von Norden nach Süden oder Süden nach Norden durchkreuzt. Das ist der Cumbria Way. Also der ist auch noch ein bisschen länger, der geht 115 oder 120 Kilometer, aber führt im Kern eigentlich mitten durch dieses Herz vom Lake District. Dann ist der Lake District auch, wenn ihr im Westen loslauft, Teil des Coast-to-Chast Walk. Das ist ja ziemlich bekannt. Der geht von St. Beast an der irischen See nach Robin Hood's Bay an der Nordsee und dauert 300 Kilometer. Da haben wir sogar ein älteres amerikanisches Paar im Zug getroffen, die den gerade gelaufen waren. Ja, dann gibt es noch den Penan Way. Der geht so an der schottischen Grenze lang mit 430 Kilometer. Der streift auch den östlichen Rand vom Lake District. Und man kann natürlich auch im Lake District größere Runden laufen, als wir das getan haben. Also es gibt einen Reiseführer, den ich benutzt habe. Den könnt ihr euch ja auch mal anschauen. Walking the Tour of the Lake District, a nine-day circuit of Cumbria's Fells, Valleys and Lakes im Cicerone Verlag erschienen. Und das war, glaube ich, auch letztes Jahr, also 2025, eine neue Erscheinung. Ich packe euch nochmal ein Foto von dieser Tour mit in die Shownotes oder auf die Webseite von Mareike, damit ihr den Weg ungefähr nachvollziehen könnt. Ansonsten müsstet ihr mal auf eine Karte schauen, um die kleine Erzählung hier nachvollziehen. Ich hoffe, es hat euch ein bisschen Spaß gemacht und gefallen. Und ja, erkundet auch mal den Lake District. Ich kann nur sagen, wunderschön. Es lohnt sich.

SPEAKER_01

Herzlichen Dank, lieber Eric, für die Schilderung deiner wirklich schönen Tour durch den Lake District. Und das klang ja alles total nett und auch entspannt, mal abgesehen von dem heftigen Regen. Aber so wie du erzählst, scheint es im Lake District eine ganze Menge Wege zu geben, die man ja nicht nur wandern, sondern auch wunderbar miteinander verbinden kann, je nachdem wie viel Zeit und Lust man eben mitbringt. Ich verlinke euch auf alle Fall gerne einen Wanderer, also Führer für die Region aus dem Cicerone Verlag or Cicerone Verlag. Und wir haben mehr von Eric und von seinem angenehmen Stimm anhören möchte, ich verlinke auch sein Podcast auch eine noch. Und hast auch eine Tageswanderung gemacht, die du gerne mit einem 10 bis 15 Minuten nach dem Tür vorstellen möchtest, dann melde dich gern bei mir. Kontaktinfos etc. findest du wie immer in dem Schauenhouse. Und wenn du Wandermach vom Kaffee und damit meine Arbeit unterstützen möchtest, dann verteilen wir Podcast-App. Und wenn du mit meinem Wandermachen musst, dann hältst du unter anderem Zuckerlessform und zum Newsletter.